24 Stunden Betreuung Polen

24h-Betreuung aus Polen

Eine 24-Stunden-Betreuung aus Polen oder anderen Ländern Osteuropas durch Pflegehilfen ist mit deutschem Recht vereinbar, auch ohne dass ein aufwändiges System mit wechselnden Arbeitsschichten installiert werden muss. Grundsätzlich sind drei Lösungen denkbar, in denen das Arbeitszeitgesetz entweder eingehalten wird oder nicht beachtet werden muss.

Beschäftigung einer selbstständigen Pflegerin

Pflege zu Hause

Der simpelste Ausweg ist die Beauftragung einer selbstständigen Pflegekraft. Sie arbeitet nicht aufgrund eines Arbeitsvertrages, sondern der Tätigkeit liegt ein Dienstleistungsvertrag zugrunde. Diese Vertragsform ist für den Auftraggeber auf den ersten Blick unkompliziert und auch finanziell attraktiv. Er muss nicht für Sozialabgaben aufkommen, es gibt keinen Mindestlohn und keine vorgeschriebenen Höchstarbeitszeiten. 1.700 Euro im Monat muss man für die selbstständige 24-Stunden-Betreuung aus Polen veranschlagen. Der Teufel steckt aber im Detail. Selbstständige arbeiten ohne Weisungen durch den Auftraggeber, denn die Weisungsgebundenheit wäre das entscheidende Merkmal einer abhängigen Beschäftigung. Ihrem Frisör erklären Sie, welchen Haarschnitt Sie wünschen, in der Autowerkstatt geben Sie eine Inspektion in Auftrag. Wie genau der Frisör bzw. das Werkstattpersonal zum Ziel kommen, überlassen Sie deren Fachkenntnissen. Genauso ist es auch mit einer freiberuflichen Pflegehilfe. Nimmt sie Weisungen des Auftraggebers entgegen, ist sie lediglich scheinselbstständig. Das bedeutet Nachzahlung von Mindestlöhnen und Sozialabgaben, bei Vorsatz sogar Strafverfolgung.

24-Stunden-Betreuung aus Polen
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Eine 24-Stunden-Betreuung aus Polen oder anderen Ländern Osteuropas durch Pflegehilfen ist mit deutschem Recht vereinbar.

Abhängige Beschäftigung bedeutet Arbeitnehmerschutz

Rechtlich sicherer ist die Beschäftigung der Pflegehilfen als Arbeitnehmerinnen. Deutsche Schutzgesetze gelten unabhängig von ihrer Nationalität und dem Sitz des Arbeitgebers. Sozialversicherungsbeiträge machen diese Lösung etwas teurer. 2.000 Euro für eine aus dem Ausland entsendete Pflegerin und 2.100 Euro bei direkter Anstellung im Haushalt sind die Untergrenze bei einer 24h-Pflege. Das Arbeitszeitgesetz schreibt eine tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden vor. In einer Sechs-Tage-Woche darf maximal 48 Stunden gearbeitet werden, und nach einem Arbeitstag sind mindestens elf Stunden Ruhezeit einzuhalten. Die Arbeitszeiten sind für behördliche Prüfungen zu dokumentieren. Gänzlich ausgeschlossen ist die Vollzeitpflege mit nur einer Helferin trotzdem nicht. Sie kann sich mit Angehörigen, ambulanten Pflegediensten und ehrenamtlichen Senioren-Betreuern so abwechseln, dass dem Gesetz Genüge getan ist. Zudem sind Bereitschaftszeiten keine Arbeitszeiten.

Ausnahme für die häusliche Pflege

Wer ganz sichergehen möchte, nicht mit dem Arbeitszeitgesetz in Konflikt zu geraten, nimmt die Pflegehilfe in seinen Haushalt auf. In diesem Fall sind Arbeits-, Bereitschafts- und Ruhezeiten praktisch nicht trennbar. Das hat auch der Gesetzgeber eingesehen und im § 18 des Arbeitszeitgesetzes eine Ausnahme geschaffen: Wohnt die Pflegerin in häuslicher Gemeinschaft mit dem Gepflegten, gelten die Höchst- und Mindestzeiten aus dem Gesetz nicht. Allerdings werden an das Vorliegen der häuslichen Gemeinschaft recht strenge Anforderungen geknüpft. Die Pflegehilfe muss wirklich in den Haushalt aufgenommen sein, dort wohnen, essen und schlafen. Für Kost und Logis fallen deshalb Nebenkosten an, die bei der Finanzplanung für die Pflege zu berücksichtigen sind.

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