24 Stunden Betreuung zu Hause

24 Std Betreuung zu Hause

Eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause ist auch dann möglich, wenn man nicht superreich ist. Es kommt auf die richtige Organisation, auf das Zusammenspiel zwischen Angehörigen, ambulantem Pflegedienst und dem gezielten Einsatz günstiger Pflegehilfskräfte an. Vor allem Frauen aus Osteuropa engagieren sich hier und ersparen rund 200.000 deutschen Pflegebedürftigen den Umzug ins Heim.

Es gibt Geld von der Pflegekasse

Pflege zu Hause

Seit der zweiten Stufe der Pflegereform Anfang 2017 sind die drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade abgelöst worden. Vor allem demente Patienten profitieren von einer höheren Einstufung und erhalten mehr Geld. Sachleistungen in der ambulanten Pflege kann nur ein anerkannter Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Die Leistungen werden entweder in Minuten bewertet oder über hohe Pauschalen vergütet. Eine 24-Std-Betreuung zu Hause, hochgerechnet mit diesen Sätzen, würde mindestens 10.000 Euro im Monat kosten. Neben den Sachleistungen gibt es aber auch das Pflegegeld. Das erhält der Pflegebedürftige zur freien Verfügung, wenn er sich je nach Pflegegrad halbjährlich oder vierteljährlich professionell beraten lässt.

24-Stunden-Betreuung zu Hause
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Eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause ist auch dann möglich, wenn man nicht superreich ist.

Kombileistungen beanspruchen

Sachleistungen und Pflegegeld sind keine Positionen, die sich ausschließen. Man kann sie kombinieren, das ist ausdrücklich im Gesetz vorgesehen. Die Aufteilung findet nach Prozenten statt. Wer also auf 20 % des Pflegegeldes verzichtet, kann stattdessen 20 % des höheren Budgets für Sachleistungen beanspruchen. In der Praxis ist das eine sehr pfiffige Lösung. Für medizinisch geprägte Pflegeleistungen wie Dekubitusbehandlung, also gegen das Wundliegen, werden Sie um den Einsatz eines professionellen Pflegedienstes nicht herumkommen. Das macht aber nur einen kleinen Teil der Pflege aus, und dafür reichen vielleicht auch schon die 20 % aus unserem Beispiel. Der größere Teil besteht aus Hauswirtschaft und Grundpflege wie beispielsweise Hilfe bei der Körperhygiene. Dafür können Pflegehilfen aus Osteuropa beschäftigt und vom verbleibenden Pflegegeld bezahlt werden. Die Tagessätze beginnen bei etwa 60 Euro, die monatlichen Kosten der 24-Stunden-Betreuung zu Hause sinken also auf unter 2.000 Euro.

Vollzeitpflege und deutsches Arbeitsrecht

Angehörige sind mit einer Betreuung rund um die Uhr zeitlich, physisch und auch psychisch oft überfordert. Zur Entlastung werden Hilfskräfte aus Osteuropa eingesetzt. Üblich sind eine Anstellung bei einem Unternehmen in der Heimat und die Entsendung in den deutschen Haushalt. Bei dieser Konstruktion fallen zwar nur die niedrigeren Lohnnebenkosten im Ausland an, dennoch ist die Pflegehilfe durch deutsches Arbeitsrecht geschützt. Um die täglichen und wöchentlichen Höchstarbeitszeiten sowie die vorgeschriebenen Ruhezeiten nach dem Arbeitszeitgesetz auch bei einer 24-Stunden-Betreuung zu Hause einzuhalten, bedarf es einer genauen Abgrenzung zwischen der eigentlichen Arbeit, einer Bereitschaftszeit und einer bloßen Rufbereitschaft, für die auch kein Mindestlohn zu zahlen ist. Pflegeagenturen helfen bei der Vertragsvermittlung und der praktischen Abwicklung. Auch hinsichtlich der Arbeitsschichten können der Pflegebedürftige bzw. seine Verwandten auf die Erfahrungen der Pflegeagenturen vertrauen und sich die Möglichkeiten entsprechender Einsatzpläne aufzeigen lassen.

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