24 Stunden Pflege Deutsche Pflegekräfte

Haushaltshilfe in Kombination mit Grundpflege

Die ambulante 24-Stunden-Pflege durch deutsche Pflegekräfte kostet im Monat mindestens 10.000 Euro. Diese abschreckende Zahl hat die Stiftung Warentest errechnet. Der Betrag bezieht sich allerdings auf die medizinische Behandlungspflege durch examinierte Fachkräfte. In den seltensten Fällen ist eine derartige Intensivpflege erforderlich und zu Hause durchführbar.

Entweder ist aus medizinischen Gründen die Einweisung in eine stationäre Pflegeeinrichtung angezeigt, oder es geht um absolute Ausnahmefälle wie austherapierte Unfallopfer beispielsweise nach einer hohen Querschnittslähmung oder einem schweren Schädel-Hirn-Trauma. Die Realität etwa in der Seniorenbetreuung sieht glücklicherweise anders aus.

Haushaltshilfe in Kombination mit Grundpflege

Pflege zu Hause

Senioren, die zu Hause nicht mehr zurechtkommen, brauchen oft nur etwas Hilfe in der Haushaltsführung. Putzen und Waschen werden zu anstrengend, die Einkäufe sind zu schwer, zum Kochen besteht nicht mehr die rechte Lust. Vielleicht können Angehörige helfen, oder es wird „Essen auf Rädern“ beauftragt. Kommen aber geistige und körperliche Einschränkungen hinzu, wird der Pflegeaufwand zu groß, als dass berufstätige Angehörige oder Verwandte mit eigener Familie das nebenbei leisten könnten. Hilfskräfte übernehmen dann nicht nur die hauswirtschaftliche Versorgung, sondern sorgen auch bei der sogenannten Grundpflege für Entlastung. Das umfasst beispielsweise die persönliche Hygiene, Nahrungsaufnahme und Unterstützung beim Bewegen innerhalb und außerhalb der Wohnung, angefangen beim Aufstehen über den Weg zum Esstisch, den Arztbesuch oder Spaziergang bis hin zu Toilettengang und Nachtruhe. Medizinische Aufgaben sind dagegen für Pflegehilfen tabu – sie sind den Fachkräften ambulanter Pflegedienste vorbehalten.

24-Stunden-Pflege durch deutsche Pflegekräfte
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Senioren, die zu Hause nicht mehr zurechtkommen, brauchen oft nur etwas Hilfe in der Haushaltsführung.

Ein Unterschied von 1.000 Euro

Während die 24-Stunden-Pflege durch deutsche Pflegekräfte mit rund 2.700 Euro im Monat zu Buche schlägt, macht eine osteuropäische Pflegerin dieselbe Arbeit für 1.700 Euro. Die Beträge beziehen sich auf freiberuflich tätige Hilfskräfte. Hat die Ausländerin deutsche Sprachkenntnisse, muss sie entsprechend höher bezahlt werden – so funktioniert der Arbeitsmarkt. Der Unterschied kommt durch das Preisgefälle zwischen Deutschland und Osteuropa zustande. In ihrer rumänischen oder bulgarischen Heimat kann eine Pflegehilfe von dem in Deutschland verdienten Geld gut leben, hier bei uns funktioniert das aber nicht. Außerdem besteht in Deutschland unter Umständen eine Tarifbindung, zum Beispiel nach dem Tarifvertrag des Deutschen Hausfrauen Bunds.

Risiken der Scheinselbstständigkeit beachten

Unabhängig von der Nationalität der Pflegekraft stellt sich die Frage nach einer möglichen Scheinselbstständigkeit. Sie ist gegeben, wenn die Freiberuflerin nach Anweisungen arbeitet, also faktisch wie eine Arbeitnehmerin tätig ist. Daraus können sich hohe finanzielle Nachforderungen sowohl der Scheinselbstständigen selbst als auch der Steuerbehörden und der Sozialversicherungsträger ergeben. Bei Vorsatz droht sogar Strafverfolgung. Für wenig mehr Geld lässt sich die Anstellung osteuropäischer Pflegerinnen völlig legal und risikolos als abhängig Beschäftigte realisieren. Die monatlichen Kosten für dieses Modell liegen bei rund 2.000 Euro.

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