24 Stunden Pflege zu Hause Kosten

Kosten für eine 24 Stunden Pflege zu Hause

Bei Beauftragung von professionellem Pflegepersonal aus Deutschland verursacht eine 24-Stunden-Pflege zu Hause Kosten von mindestens 10.000 Euro im Monat. Diesen Betrag, den die Stiftung Warentest vor einiger Zeit ausgerechnet hat und der seitdem sicher inflationsbedingt noch angestiegen ist, kann sich selbst mit ergänzenden Leistungen einer privaten Pflegeversicherung kaum ein Normalverdiener leisten, geschweige denn ein Rentner. Durch den Einsatz von Haushalts- und Pflegehilfen aus Osteuropa lässt sich der Aufwand aber so deutlich reduzieren, dass vielen Familien die liebevolle Betreuung hilfsbedürftiger Verwandter in den eigenen vier Wänden möglich ist.

Europäisches Recht macht es möglich

Pflege zu Hause

Innerhalb der EU dürfen sowohl Selbstständige als auch Arbeitnehmer relativ frei ein Wunschland für die Ausübung ihrer Beschäftigung wählen. Sie haben damit einen deutlichen Vorteil gegenüber Hilfskräften beispielsweise aus Kasachstan oder Bosnien, die einen Aufenthaltstitel und eine besondere Arbeitserlaubnis brauchen. Die Arbeitsmöglichkeiten von EU-Ausländern unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der rechtlichen Ausgestaltung, insbesondere des Weisungsrechts für den Auftraggeber, sondern auch hinsichtlich der anfallenden Kosten.

24-Stunden-Pflege zu Hause: Die Kosten
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Ausländische Arbeitnehmer können entweder direkt im deutschen Haushalt angestellt oder von einem ausländischen Pflegedienst hierher entsendet werden.

Selbstständige Pflegehilfen sind billig, aber mit Risiko verbunden

Die Beschäftigung einer selbstständigen Hilfskraft hat zwar die geringsten Kosten für eine 24-Stunden-Pflege zu Hause und bietet auch die flexibelste Möglichkeit der Arbeitszeitgestaltung, sie basiert aber auf einer rechtlichen Grauzone. Voraussetzung ist nämlich, dass die Haushalts- bzw. Pflegehilfe tatsächlich selbstständig arbeitet, also ohne an Weisungen gebunden zu sein. Hat sie nur einen Auftraggeber und lebt in dessen Haushalt, liegt die Vermutung einer Scheinselbstständigkeit nahe. Und das kann böse Konsequenzen haben – Arbeitslohn, Steuern und Sozialbeiträge sind möglicherweise über Jahre nachzuentrichten, das Vorenthalten von Sozialversicherungsabgaben ist sogar ein Straftatbestand. Vermittlungsagenturen für selbstständiges Personal helfen, solche Fallen zu vermeiden. Die monatlichen Kosten einer Vollzeitpflege nach dem Modell der Dienstleistungsfreiheit beginnen bei ca. 1.700 Euro. Die Höhe hängt ab vom Umfang der Pflegeleistungen und den Deutschkenntnissen der Pflegerin.

Arbeitnehmer-Freizügigkeit erlaubt Beschäftigung in Deutschland

Ausländische Arbeitnehmer können entweder direkt im deutschen Haushalt angestellt oder von einem ausländischen Pflegedienst hierher entsendet werden. Die erste Möglichkeit bietet dem Pflegebedürftigen und seinen Angehörigen als einzige ein direktes Weisungsrecht, bürdet ihnen aber gleichzeitig die Pflichten eines Arbeitgebers und vergleichsweise hohe Lohnnebenkosten auf. Mit 2.100 Euro im Monat als Untergrenze muss man deshalb rechnen. Ein Kompromiss ist die Entsendung durch ein ausländisches Unternehmen, das als Arbeitgeber auftritt und die Anmeldung zum Sozialsystem des Heimatlandes vornimmt. Dadurch spart man rund 100 Euro im Monat. Pflegeagenturen übernehmen auch hier die Vermittlung. In beiden Fällen hat die Pflegerin aber einen Arbeitnehmer-Status nach deutschem Recht. Deswegen sind auch die gesetzlichen Höchstarbeitszeiten zu beachten. Wohnt die Pflegerin im Haushalt, können Arbeits-, Bereitschafts- und Ruhezeiten sinnvoll abgewechselt werden. Dadurch ist bei vertretbaren Kosten eine 24-Stunden-Pflege zu Hause realisierbar, ohne gegen das Arbeitszeitgesetz zu verstoßen.

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