24 Stunden Pflegekraft Gesucht

Häusliche Pflege kommt aus dem Osten

Wird für die Betreuung von Senioren, kranken oder behinderten Menschen eine 24-Stunden-Pflegekraft gesucht, greifen betroffene Familien immer häufiger auf Pflegehilfen aus Osteuropa zurück. Rund eine halbe Million Haushaltshilfen und Pflegerinnen sind in deutschen Haushalten tätig. Dass der Arbeitsmarkt so gut funktioniert, liegt an den beiderseitigen Vorteilen.

Beschäftigung von EU-Ausländern ist legal

Pflege zu Hause

Während Arbeitnehmer aus Ländern außerhalb der Europäischen Union einen Aufenthaltstitel und eine Arbeitserlaubnis brauchen, um in Deutschland tätig sein zu dürfen, gilt innerhalb der EU die Arbeitnehmer-Freizügigkeit. Das bedeutet, jeder kann auch in einem anderen Mitgliedsstaat leben und arbeiten. Die letzten Beschränkungen für den deutschen Arbeitsmarkt sind 2014 gefallen, nachdem die siebenjährige Übergangsfrist für die Beitrittsländer Rumänien und Bulgarien abgelaufen ist. Weitere legale Möglichkeiten, eine Pflegerin in Deutschland zu beschäftigen, sind die Arbeitnehmer-Entsendung durch einen ausländischen Arbeitgeber sowie die selbstständige Tätigkeit auf Basis eines Dienstleistungsvertrages.

24-Stunden-Pflegekraft gesucht
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Wird für die Betreuung von Senioren, kranken oder behinderten Menschen eine 24-Stunden-Pflegekraft gesucht, greifen betroffene Familien immer häufiger auf Pflegehilfen aus Osteuropa zurück.

Deutscher Arbeitnehmerschutz gilt

Der deutsche Arbeitsmarkt ist für Frauen aus Polen, Ungarn, den baltischen Staaten und vielen anderen Ländern attraktiv. Sind sie abhängig beschäftigt, gilt für sie deutsches Arbeitsschutzrecht, unabhängig davon, ob der Arbeitgeber im Inland oder im Ausland sitzt. Die Pflegehilfen müssen also den deutschen Mindestlohn als Untergrenze erhalten, und das ist oft mehr, als sie in ihrer Heimat verdienen können. Gleichzeitig haben sie einen Urlaubsanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz, und die Höchstarbeitszeiten sind im Arbeitszeitgesetz geregelt. Dieser letzte Punkt ist besonders zu beachten, wenn eine 24-Std-Betreuung organisiert werden soll. Grundsätzlich darf die tägliche Arbeitszeit zehn Stunden und die wöchentliche Arbeitszeit 48 Stunden, bezogen auf eine Sechs-Tage-Woche, nicht überschreiten. Zudem muss zwischen zwei Arbeitstagen eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden eingehalten werden. Es gibt allerdings eine Ausnahme im Gesetz, wenn Arbeitnehmer mit dem Pflegebedürftigen in häuslicher Gemeinschaft zusammenleben. In diesem Fall sind Arbeit, Bereitschaft und Ruhezeiten nicht sinnvoll abzugrenzen. Das Arbeitszeitgesetz findet deshalb keine Anwendung. Gleichwohl muss die Arbeit so gestaltet sein, dass die Pflegerin nicht überfordert wird, ihr ausreichend Pausen und Freizeit gewährt werden. Das lässt sich realisieren, indem ambulante Pflegedienste für medizinisch geprägte Tätigkeiten und Angehörige für die psychosoziale Betreuung in den Tagesablauf einbezogen werden.

Vertragsfreiheit bei selbstständigen Pflegekräften

Will der Auftraggeber die aus dem Arbeitnehmerschutz erwachsenden Anforderungen umgehen, wird häufig eine selbstständige 24-Stunden-Pflegekraft gesucht. Hier herrscht grundsätzlich Vertragsfreiheit, was Bezahlung und Arbeitszeiten angeht. Allerdings gibt es auch kein Weisungsrecht, wie die Pflegerin ihre Arbeit zu tun. Hält sich der Auftraggeber nicht daran, liegt Scheinselbstständigkeit vor. Und das bedeutet Nachzahlung von Mindestlöhnen und Sozialabgaben, im schlimmsten Fall sogar eine Strafverfolgung wegen Betrugs der Sozialversicherungsträger. Pflegeagenturen im Inland beraten über das günstigste Vertragsmodell unter Abwägung der Risiken und knüpfen Kontakte zu ausländischem Personal.

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