24h Pflege Privat

Private Pflege kommt aus Osteuropa

Eine 24h-Pflege privat zu organisieren, stellt die betroffenen Angehörigen vor große Herausforderungen. Besonders wenn nach einer überstandenen Krankheit Pflegebedürftigkeit gegeben ist und die Entlassung aus der Klinik ansteht, müssen weitreichende Entscheidungen schnell getroffen werden. Der Gedanke an ein Pflegeheim ist nicht nur dem Betroffenen selbst, sondern auch seiner Familie ein Gräuel. Zu oft berichten selbst die Prüfer der Krankenkassen von Personalmangel in der stationären Pflege und von Missständen in wichtigen Bereichen wie medizinischer Versorgung und Trinkkontrolle.

Private Pflege kommt aus Osteuropa

Pflege zu Hause

Bei einer Versorgung zu Hause ist den Angehörigen die Überwachung der Pflegequalität wesentlich einfacher möglich. Zudem werden die Senioren nicht aus ihrer vertrauten Umgebung herausgerissen – gerade bei nachlassenden kognitiven Fähigkeiten ein wichtiger Faktor, der beginnende Demenz noch hinauszögern kann. Die gute Nachricht: Für 75 % der drei Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland geht dieser Wunsch in Erfüllung. Die Last der häuslichen Pflege bleibt dennoch nicht allein an den Verwandten hängen. Sie stehen durch weit entfernte Wohnorte und eigene Verpflichtungen in Beruf und Familie oft gar nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Während sich ambulante Pflegedienste um medizinisch geprägte Tätigkeiten kümmern, übernehmen Haushalts- und Pflegehilfen aus Osteuropa die Versorgung des Haushalts und ihres Klienten bis hin zur Betreuung rund um die Uhr. Anders als teures professionelles Personal arbeiten die Pflegehilfen aus Polen, Tschechien, Rumänien, Bulgarien und vielen anderen Ländern der Europäischen Union ohne Zeitdruck und können sich mit menschlicher Wärme um den Pflegebedürftigen kümmern.

24h-Pflege von privat
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Eine 24h-Pflege privat zu organisieren, stellt die betroffenen Angehörigen vor große Herausforderungen.

Lohnunterschiede in Europa sinnvoll nutzen

Europäisches Recht macht grenzüberschreitende Arbeit legal und unbürokratisch möglich. Visum, Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis sind in einem vereinten Europa nicht mehr erforderlich. Für die jüngsten Mitglieder der Gemeinschaft, Rumänien und Bulgarien, fielen die Beschränkungen für den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erst 2014. Trotz der sich angleichenden Sozialstandards sind die Arbeitskosten in Europa sehr unterschiedlich: Zwischen Schlusslicht Bulgarien und Spitzenreiter Dänemark liegt der Faktor zehn. Das wohlhabende Deutschland bewegt sich im oberen Drittel. Frauen aus Ländern mit niedrigem Preisniveau bieten ihre Arbeitskraft als Haushalts- und Pflegehilfen deshalb gern in Deutschland an. Selbst unser gesetzlicher Mindestlohn ist für sie attraktiv, wenn sie in Deutschland nicht viel Geld ausgeben müssen, sondern es in ihre Heimat mitnehmen können. Auch der deutsche Arbeitnehmerschutz schafft für sie sehr gute Arbeitsbedingungen. Umgekehrt profitiert der deutsche Haushalt von den niedrigen Kosten. Eine 24h-Pflege ganz privat durch eine angestellte Pflegerin ist bereits ab 2.000 Euro im Monat möglich.

Pflegerinnen wohnen im Haushalt

Damit das Modell funktioniert, müssen die Hilfskräfte im Haushalt des Auftraggebers wohnen. Das verursacht zwar geringe Nebenkosten, ist aber für alle Beteiligten vorteilhaft. Zwischen Pflegerin und Gepflegtem entsteht eine sehr persönliche Bindung, die Sprachbarrieren weniger wichtig werden lässt. Das Arbeitszeitgesetz sieht eine Ausnahme der ansonsten streng geregelten Höchstarbeitszeiten vor, wenn die Pflege in häuslicher Gemeinschaft erfolgt. Und die Pflegehilfe, die in der Regel zwei bis drei Monate am Stück in Deutschland bleibt, profitiert von freier Koste und Logis, sodass sie das verdiente Geld fast komplett nach Hause bringen kann.

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