Altenpflege Polin

Günstige Seniorenbetreuung zu Hause

In der deutschen Altenpflege ist „die Polin“ zum Synonym für liebevolle Pflege mit Familienanschluss geworden. Nicht nur angestellte Kräfte in der stationären Pflege kommen aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern. In deutschen Privathaushalten arbeiten viele hunderttausend Frauen nicht nur aus Polen, sondern zum Beispiel auch aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und den baltischen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Europäisches Recht erlaubt günstige Seniorenbetreuung zu Hause

Pflege zu Hause

Wer heute auf die EU und ihre Bürokratie schimpft, hat vermutlich nicht mehr im Blick, welche Vorteile wir den liberalisierten Märkten zu verdanken haben. Zu selbstverständlich sind billige Flugreisen und Telefonate, geöffnete Grenzen ohne Zollschranken. Dienstleistungsfreiheit, Arbeitnehmer-Freizügigkeit und die Möglichkeit der Entsendung von Kräften ausländischer Arbeitgeber sind die wesentlichen europäischen Errungenschaften, denen viele Senioren einen dritten Lebensabschnitt in vertrauter Umgebung verdanken. Grundlage waren die EU-Erweiterungen der Jahre 2004 und 2007, mit denen nach dem Zerfall der Sowjetunion und des Ostblocks viele osteuropäische Staaten EU-Mitglieder wurden. Aus Sorge um Dumping-Löhne schottete Deutschland seinen Arbeitsmarkt zwar noch für jeweils sieben Jahre ab, aber 2011 bzw. 2014 fielen die letzten Barrieren.

Altenpflege durch eine Polin
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In der deutschen Altenpflege ist „die Polin“ zum Synonym für liebevolle Pflege mit Familienanschluss geworden.

Die Polin Haushaltshilfe und Pflegerin

In der Altenpflege darf eine Polin viele Tätigkeiten im Bereich der Haushaltsführung und der Grundpflege übernehmen und so die Angehörigen sehr wirksam entlasten. Es geht nicht nur um Putzen, Waschen, Einkaufen und Kochen. Auch Körperhygiene und Mobilitätsunterstützung gehören dazu – von der bloßen Aufsicht und Anleitung etwa bei Demenz-Patienten bis hin zur Übernahme der Tätigkeiten, wenn wesentliche körperliche Einschränkungen vorliegen. Die medizinische Behandlungspflege bleibt dagegen den Spezialisten eines ambulanten Pflegedienstes vorbehalten. Die Hilfskräfte aus Osteuropa haben in aller Regel nicht den dafür erforderlichen Berufsabschluss, oder das Examen wird in Deutschland nicht anerkannt. Grund sind meist mangelnde Sprachkenntnisse, denn bei medizinisch geprägten Tätigkeiten ist eine zweifelsfreie Verständigung mit dem Gepflegten sehr wichtig.

Vertragsmodelle für Pflegehilfen

Die billigste Lösung ist die Beschäftigung einer selbstständigen Pflegekraft aus Osteuropa. Das geht ab rund 1.700 Euro im Monat für eine Vollzeit-Betreuung. Zum Vergleich: Eine freiberuflich tätige deutsche Haushaltshilfe käme rund 1.000 Euro teurer. Das Modell hat finanzielle Vorteile, weil Arbeitnehmerschutzrechte wie Mindestlohn und Höchstarbeitszeit nicht gelten. Allerdings gibt es eine kritische Grauzone zur Scheinselbstständigkeit. Nimmt eine Pflegerin Weisungen ihres Auftraggebers entgegen, arbeitet sie nicht mehr selbstständig. Dann werden Mindestlöhne, Steuern und Sozialabgaben fällig, bis zu dreißig Jahre rückwirkend. Zudem macht sich der Auftraggeber strafbar, wenn er vorsätzlich Sozialversicherungsbeiträge hinterzieht. Die Beschäftigung angestellter Kräfte ist rechtssicher und auch fair, dafür aber mit rund 2.000 Euro im Monat für die 24-Stunden-Betreuung etwas teurer. Pflegeagenturen in Deutschland beraten über die verschiedenen Möglichkeiten und knüpfen Kontakte zu seriösen Anbietern für die Altenpflege aus Polen.

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