Betreuung Alter Menschen

Betreuung von Alten Menschen

Die Betreuung alter Menschen ist eine Herkulesaufgabe unserer Gesellschaft für die nächsten Jahrzehnte. Bundesweit sind rund 20 % der Menschen heute schon älter als 65 Jahre, in manchen ostdeutschen Gemeinden sind es aber schon 30 %. Bis 2060 wird sich dieser Anteil verdoppeln. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Hochaltrigen rasant. Während 1950 nur 1 % der Bevölkerung über 80 Jahre alt war, werden es 2060 12 % sein.

Dabei hat das Lebensmodell mit mehreren Generationen unter einem Dach ausgedient. Alte Menschen vereinsamen. Ehrenamtliche Seniorenbetreuer versuchen zumindest stundenweise, ihren Schützlingen eine angenehme letzte Lebensphase zu ermöglichen, eine Tagesstruktur zu geben, vielleicht sogar einen Lebenssinn. Tritt aber Pflegebedürftigkeit ein, sei es durch körperliche Einschränkungen oder Demenz, muss eine professionelle Versorgung organisiert werden.

Den Umzug ins Heim hinauszögern

Pflege zu Hause

Viele alte Menschen scheuen sich vor dem Wechsel in eine stationäre Pflegeeinrichtung. Abgesehen von den enormen Kosten, die selbst eine gute Rente aufzehren, bedeutet das Heim auch den Verlust von Selbstbestimmtheit und Privatsphäre. Manchmal wird die Pflege aus medizinischen Gründen nicht anders als stationär zu leisten sein. Aber in der Mehrzahl der Fälle kann die Betreuung von alten Menschen über viele Jahre noch ambulant erfolgen. Die Kosten halten sich in Grenzen, wenn Leistungen professioneller Pflegedienste und von Pflegehilfskräften sinnvoll kombiniert werden.

Betreuung alter Menschen
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Die Betreuung alter Menschen ist eine Herkulesaufgabe unserer Gesellschaft für die nächsten Jahrzehnte.

Pflege im Minutentakt

Eine medizinische Behandlungspflege darf nur von examinierten Kräften durchgeführt werden. Dazu kommt ein ambulanter Pflegedienst ins Haus, der seine Leistungen direkt mit der Pflegekasse abrechnet. Die Tätigkeiten werden entweder pauschal abgerechnet oder sind nach Minuten bemessen, und entsprechend gehetzt läuft die Versorgung ab. Selbst wenn das Personal sich persönlich alle Mühe gibt, die Uhr bestimmt den Tagesablauf. Warmherzige Betreuung alter Menschen sieht anders aus.

Behandlungspflege und Grundpflege abgrenzen

Die Zeit der Pflegeprofis ist zu knapp und zu teuer, um sie für allgemeine Tätigkeiten im Haushalt zu vergeuden. Eine Lösung, die schon heute rund 200.000 Haushalte in Deutschland für sich in Anspruch nehmen, sind Haushaltshilfen aus Osteuropa. Sie wohnen unmittelbar im Lebensbereich des Pflegebedürftigen und stellen damit genau den menschlichen Kontakt her, den die Senioren sich wünschen. Sprachprobleme stehen dem nur bedingt im Wege – viele Polinnen oder Rumänien sprechen ein wenig Deutsch oder lernen es schnell. Und im Urlaub klappt schließlich auch vieles mit internationaler Zeichensprache. Die Haushaltshilfen übernehmen zudem wesentliche Elemente der Grundpflege, die keine medizinischen Kenntnisse erfordert. Dazu zählen zum Beispiel Körperhygiene, Essen und Mobilitätsunterstützung.

Vollzeitpflege ist möglich

Obwohl für die angestellten Pflegehilfskräfte deutsches Arbeitsrecht und damit auch Höchstarbeitszeiten gelten, lässt sich sogar eine 24-Stunden-Pflege mit nur einer privaten Pflegekraft organisieren. Eine clevere Aufteilung des Tagesablaufs in pflegerische Arbeiten und Hauswirtschaft, Bereitschaftszeiten, Rufbereitschaft und Ruhezeiten macht das möglich. Bei der Organisation helfen Pflegevermittler, die auch den Kontakt zum ausländischen Personal herstellen und die Vertragsinhalte in deutscher Sprache regeln.

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