Betreuung durch Polinnen

Vermittlung von zuverlässigen Kräfte aus Osteuropa

Können Senioren oder kranke Menschen nicht mehr allein bleiben, ist die Betreuung durch Polinnen, Rumäninnen, Bulgarinnen oder Hilfskräften aus anderen osteuropäischen Ländern für viele deutsche Haushalte die einzige Alternative zur Einweisung der Pflegebedürftigen ins Heim. Doch wie kommt man an geeignetes Personal? Wie knüpft man Kontakte ins Ausland und wie schließt man legal einen grenzüberschreitenden Vertrag? Vermittlungsagenturen in Deutschland wissen die Antworten.

Wachstumsmarkt Pflege

Pflege zu Hause

In vielen größeren und kleineren Städten, alternativ auch im Internet, sind spezielle Pflegeagenturen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Pflege ist ein Wachstumsmarkt in einer Gesellschaft, in der in wenigen Jahrzehnten beinahe ein Drittel der Menschen im Rentenalter sein werden, mehr als jeder Achte sogar über achtzig Jahre alt. Ohne Zuwanderung stehen dieser Armee von Senioren immer weniger Arbeitskräfte gegenüber. Das bedeutet nicht nur Handlungsbedarf für die Sozialsysteme. Auch die Pflege will organisiert sein. Migrant care workers, also zugereiste Pflegekräfte, sind in vielen Ländern bereits aktiv. In einem vereinten Europa haben wir es vergleichsweise einfach. Wir brauchen kein Visum, keine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Bei uns können Europäer Dienstleistungen und Arbeitskraft mit sehr geringen Formalitäten auch jenseits der Grenze anbieten.

Betreuung durch Polinnen
1/1

Können Senioren oder kranke Menschen nicht mehr allein bleiben, ist die Betreuung durch Polinnen, Rumäninnen, Bulgarinnen oder Hilfskräften aus anderen osteuropäischen Ländern für viele deutsche Haushalte die einzige Alternative zur Einweisung der Pflegebedürftigen ins Heim.

Drei Modelle für legale Beschäftigung

Eine Haushalts- und Pflegehilfe kann ihre Arbeit in der EU freiberuflich, also selbstständig anbieten. Das erlaubt ihr günstige Preise, denn für sie gelten weder Mindestlohn noch sonstiger Arbeitnehmerschutz. Für ihre soziale Absicherung ist sie ebenso selbst verantwortlich wie für eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit. Nur die Grenze zur Sittenwidrigkeit schützt sie vor einem ausbeuterischen Vertrag. Den Auftraggeber trifft jedoch die rechtliche Unsicherheit wegen der schwammigen Abgrenzung zur Scheinselbstständigkeit. Davon spricht man, wenn der Form nach ein Dienstleistungsvertrag besteht, in Wahrheit aber ein Arbeitsverhältnis mit Weisungsrecht des Arbeitgebers besteht.

Arbeitnehmer-Freizügigkeit und Entsendung

Sicherer für beide Parteien ist die abhängige Beschäftigung. Theoretisch ist es möglich, dass der Haushalt des Pflegebedürftigen selbst als Arbeitgeber auftritt. Basis ist die Arbeitnehmer-Freizügigkeit in der EU. Erleichterungen gibt es aber nur für Minijobs bis 450 Euro im Monat. Darüber hinaus muss sich der Arbeitgeber um viele Dinge selbst kümmern – eine Betriebsnummer beantragen, die Lohnbuchhaltung führen, Mindestlohn nachweisen, Steuern und Sozialabgaben abführen. Einfacher ist die Zwischenschaltung eines Arbeitgebers im Heimatland, also zum Beispiel in Polen. Die Betreuung durch Polinnen erfolgt dann in der Weise, dass sie auftragbezogen nach Deutschland entsendet werden. Zwischen Pflegerin und Haushalt besteht kein Vertrag, es gibt also auch keine Arbeitgeber-Pflichten für den Auftraggeber. Die Kosten für dieses Modell liegen mit 2.000 Euro für eine Vollzeitpflege zwar etwa 300 Euro höher als bei einer freiberuflichen Pflegerin, schaffen aber gleichzeitig Rechtssicherheit und faire Arbeitsbedingungen. Der Kontakt zum ausländischen Pflegedienst kommt über die deutschen Vermittler zustande, die auch zur konkreten Ausgestaltung des Vertragsverhältnisses beraten.

Mehr zum Thema