Betreuungsurlaub Angehörige

Pflegeurlaub für Angehörige

Der Pflegeurlaub kann nach dem. Kinderbetreuungsurlaub für schwerkranke Familienmitglieder gewünscht Die Bundesrätin will Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich um erkrankte Angehörige kümmern, ablösen. Bei Kurzabsenzen sollten die Unternehmer zur Lohnzahlung gezwungen werden, und für schwerkranke Kinder sollten sie Erziehungsurlaub haben. Das Vernehmlassungsverfahren zu drei Maßnahmen hat der Bundesrat gestern eroeffnet. Das EDI (Eidgenössisches Departement des Innern) hält dies für notwendig, damit pflegebedürftige Angehörige in ihrem beruflichen Leben bleiben können.


24 Stunden Pflege

Die gesetzliche Pflicht würde für alle Mitarbeitenden die gleiche Voraussetzung und die gleiche rechtliche Sicherheit schaffen, meint der Schweizerische Nationalrat. Er beziffert die zusätzlichen Kosten für die Wirtschaft auf 90 bis 150 Mio. CHF. In der zweiten Maßnahme ist eine Ausgleichszahlung für die Betreuung eines durch Erkrankung oder Unfall stark beeinträchtigten Kindes vorgesehen.

Heutzutage machen in solchen Situationen unbezahlte Ferien, kranke Kinder selbst oder verzichten zeitweilig auf eine Arbeitsstelle. Zukünftig sollen sie innerhalb von 18 Monate höchstens 14 Wochen Pflegeurlaub haben. Für die Zukunft erwartet der Bund 77 Mio. CHF. Die Beitragssätze der Erwerbstätigenersatzordnung, die derzeit bei 0,45 % liegen, würden sich um höchstens 0,017 %-Punkte anheben.

In einer dritten Maßnahme will der Bund den Kinderbetreuungsanspruch ausdehnen. Pflegeeltern steht heute ein AHV-Pflegegeld zum Ausgleich von Einkommensverlusten zu, wenn der Betreute eine Ohnmachtleistung für mittelschwere oder schwerwiegende Ohnmacht einfordert. Zukünftig werden auch bei geringer Ohnmacht Pflegekredite ausbezahlt. Außerdem sollten nicht nur Ehepaare, sondern auch zusammenlebende Paare das Recht darauf haben.

Dies würde zu zusätzlichen AHV-Kosten von CHF 1 Mio. pro Jahr fÃ?hren.

Recht auf Erziehungsurlaub

Wieviel Zeit verbringen Angehörige durchschnittlich mit der Pflege einer betreuungsbedürftigen Personen in einem privaten Haushalt? Jetzt verweist diese Angabe auf eine kürzlich von der Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte Studie in Deutschland. Aber auch für die Schweiz sind die Werte interessant: Laut dieser Studie werden gut 70 Prozent der in Deutschland betreuten Menschen zuhause betreut - am meisten von Lebenspartnern, Schwiegertochter oder Lebenspartner.

Die Schwierigkeit, solche Betreuungsaufgaben mit der Erwerbstätigkeit in Einklang zu bringen, macht deutlich, dass rund ein drittel dieser erwerbstätigen Personen Kurzarbeit haben - bis zu 44% davon sind gar nicht mehr berufstätig. Diese Inkompatibilität ist in der Schweiz noch höher: Die so genannte Swiss Age Care-Studie aus dem Jahr 2010 kommt zu dem Schluss, dass zwei Drittel der betreuenden Verwandten in der Schweiz ihren Lebensunterhalt entlasten müssen.

Anders als in Deutschland und den anderen Nachbarstaaten Frankreich, Österreich und Italien, die bereits seit einiger Zeit verschiedene Arten von kürzerem und höherem bezahltem Pflegeurlaub einführen, gibt es in der Schweiz jedoch noch keine diesbezügliche Förderung für pflegebedürftige Angehörige. Ende 2017 sollen die Anträge eingereicht werden.

Bis dahin wird sich auch zeigen, inwieweit der Föderalrat die Anträge der Vereinigung des öffentlichen Dienstes (VPOD) annehmen wird. Neben dem Recht auf kurze Abwesenheiten von bis zu zehn Tagen wird auch ein Anspruch auf befristete Arbeitszeitverkürzung und unbezahlter Arbeitsausfall gefordert.

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