Demenz zu Hause

Die Demenz zu Hause

Leben zu Hause mit Demenz / Alzheimer. " Wie kannst du denken, dass du nicht mehr denken kannst?" Was für Wohnformen gibt es bei Demenz? Deshalb suchen viele Betroffene auch ihre Eltern oder wollen nach Hause. MIT DEMENZ ZU HAUSE.


24 Stunden Pflege

In der Demenzgemeinde zu Hause

Mittwochvormittag, 10 Uhr: Frau B. * setzt sich an den Esstisch. Längst ist ihre Zimmergenossin Anne R. mit dem Fressen zufrieden und spricht über ihre Erlebnisse, während sie noch im Schlaf ist. Aber das Haar von Frau B. ist weiss, ihre Jugendzeit hat die 87-Jährige vor einigen Jahren hinter sich lassen.

Er hat Demenz und wohnt in einer Demenzgemeinschaft. Sechs Frauen zwischen 75 und 100 Jahren mit Demenz wohnen im Zentrum der Schwabenstadt Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart in einer 260 Quadratmeter großen Appartement. Sie wohnen hier zusammen in sechs Einbettzimmern, vier Badezimmern und einem großen Wohn-Essbereich mit angrenzender Wohnküche. Bei uns jeden Tag: Ein oder zwei eigens ausgebildete Krankenschwestern, die die Frauen betreuen und in den Alltag einbeziehen.

"Demenzkranke Menschen benötigen andere Gebilde als viele Pflegeheime", sagt die Pflegefachfrau, die 230 ältere Menschen in drei Pflegeeinrichtungen mit 225 Beschäftigten oder in den eigenen vier Wänden und in der Demenzgemeinde versorgt. Ein überschaubares Arbeitsumfeld und Tagesabläufe wie in einer Gastfamilie bieten Demenzkranken Geborgenheit.

"An den gestrigen Tag können sie sich nicht zurückerinnern, aber sie wissen immer noch, wie man eine Wäscherei faltet, sagt Pflegedienstleiterin Dr. med. Brigitte Rechtsert. "Nicht immer benötigen wir eine Ergotherapie, wir haben das Budget", sagt er. "Die Krankenschwestern sind hier zu Gast", sagt die PDL. Anspruchsvolle Lebenssituationen sind in einer Demenzgemeinde Alltag: "Manchmal springt eine Einwohnerin in ihre Lebenswelt ein, zum Beispiel bei Kriegserlebnissen ", sagt sie.

Es ist dann die Pflicht der Präsenztruppen, die Lage zu bereinigen. Mit beruhigenden Worten, Ablenkungsmanövern oder ganz profanen, indem man andere Kunden aus der Lage herausholt. Monatlich gibt es Teamtreffen, in denen sich das Pflegepersonal über mögliche Problemstellungen austauscht. Von ihrem Söhnchen, das sie jede Woche aufsucht.

"Erfreulich, wie locker die Interaktion zwischen den Anwohnern und ihren Verwandten funktioniert", schmunzelt er. Für betreuende Angehörige ist es oft nicht die Norm, dass sie sich in einer gespannten Lage aufhalten. Der Weg aus der Demenzgemeinde führt, ohne den Verwandten das Recht zu entziehen, den Lebensalltag ihrer Liebsten mitzugestalten.

Rechtert: "Das ist Teil unserer Arbeit, ebenso wie die alltägliche Gesellschaft der Bewohner. "Familienangehörige von Menschen mit Demenz wagen es oft nicht, über das Zusammenleben mit der Erkrankung zu reden. "Wir wollen ihnen durch offenes Gespräch die Furcht vor dem Falschen nehmen", sagt er. Stangensellerie wird von Frau B. in Stücke geschnitten und brummt fröhlich.

"Du brauchst keine zwei", rufst du eine der Frauen an. "Sie sind hier zu Hause", sagt sie. Der Altenpfleger fasst zusammen: "Wir brauchen Demenzkranke. Wenn ich eines Morgens selbst an Demenz erkrankt wäre, würde ich in einer solchen Gemeinde wohnen wollen."

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