Demenzbetreuung zu Hause

Betreuung von Demenzkranken

Eine Demenzbetreuung zu Hause ist kein Hexenwerk, wenn die Pflege richtig organisiert und die Wohnung der Krankheit angemessen ist. Dazu bedarf es oft nur einiger Kleinigkeiten. Musterwohnungen zeigen, wie ein Demenzkranker seine vertraute Umgebung als vielleicht letzten Ankerpunkt im Leben noch lange Zeit behalten kann.

Manchmal reicht schon etwas Farbe

Pflege zu Hause

Große Krankenkassen und Demenz-Zentren halten heute bereits entsprechend ausgestattete Wohnungen zur Ansicht bereit. Hier können sich Angehörige informieren, wie sie dem pflegebedürftigen Familienmitglied das Leben erleichtern und eine Demenzbetreuung zu Hause realisieren können. Oft sind es verblüffend einfache Maßnahmen: Die beliebten Pastelltöne sind ungeeignet, weil sie Demenzkranken keine ausreichenden Kontraste bieten. Zu bunt sollte die Wohnung aber auch nicht sein, das bringt Unruhe. Terrakotta und Ocker haben sich als geeignet erwiesen. Einige Farbkleckse, zum Beispiel eine große bunte Uhr mit Kalenderfunktion, schaffen punktuelle Aufmerksamkeit und geben im konkreten Fall Tagesstruktur und jahreszeitliche Orientierung. Im Vorratsschrank helfen Fotos mehr als eine Beschriftung, der Herd ist gegen vergessenes Abschalten gesichert. Die Medikamentenbox macht sich zur vorgesehenen Zeit automatisch bemerkbar. Und auch ein Demenzkranker hat das Recht auf ein schönes Porzellanservice, von dem es sich viel angenehmer isst als aus einer Plastikschüssel. In den Sanitätshäusern gibt es passende Produkte.

Demenzbetreuung zu Hause
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Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz, das seit Anfang 2017 gilt, haben sich die finanziellen Bedingungen für Demenzkranke deutlich verbessert.

Betreuung sinnvoll abwechseln

So gut Herd und Medikamentenbox auch sein mögen, eine gewisse Beaufsichtigung ist erforderlich, um eine sichere Demenzbetreuung zu Hause zu gewährleisten. Soweit eine medizinische Behandlungspflege erforderlich ist, übernimmt das ein professioneller Pflegedienst. Geht es aber nur um Anleitung und ein wenig Unterstützung, entlasten Pflegehilfen aus Osteuropa die Angehörigen, wenn diese nicht vor Ort wohnen oder durch Beruf und Familie ausgelastet sind. Europäisches Recht erlaubt verschiedene völlig legale Vertragsmodelle. Arbeitnehmerschutz und angeglichene Sozialstandards verhindern eine Ausbeutung billiger Arbeitskräfte – niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn er eine Polin oder Rumänin anstellt. Rund 2.000 Euro im Monat kostet eine Vollzeitpflege, wenn die Pflegerin im Haushalt des Betreuten lebt. Das sind attraktive Konditionen, sonst würden wohl kaum viele Hunderttausend osteuropäische Frauen in Deutschland Senioren und Kranke betreuen. Nicht in jedem Demenz-Fall muss es eine 24-Stunden-Pflege sein. Je nachdem, wie weit körperliche und geistige Fähigkeiten noch vorhanden sind, reicht vielleicht auch eine stundenweise Betreuung, bei der sich ambulante Pflegedienste, ehrenamtliche Seniorenhelfer, Angehörige und Pflegehilfen abwechseln.

Seit 2017 gibt es mehr Geld aus der Pflegekasse

Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz, das seit Anfang 2017 gilt, haben sich die finanziellen Bedingungen für Demenzkranke deutlich verbessert. Beim Wechsel aus den bisherigen drei Pflegestufen in die fünf neuen Pflegegrade werden sie automatisch um zwei Klassen hochgestuft. Aus Pflegestufe I mit gleichzeitiger Demenz wird also sofort der Pflegegrad 3. Das bedeutet mehr Sachleistungen für die ambulante Pflege, aber auch mehr Pflegegeld zur freien Verfügung. Wählt man eine Kombileistung, können zum Beispiel 20 % der Sachleistungen für die Behandlungspflege und 80 % des Pflegegeldes für die Demenzbetreuung zu Hause durch eine osteuropäische Hilfe eingesetzt werden.

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