Demenzkranke zu Hause Pflegen

Demenz ist kein Grund für das Pflegeheim

Demenzkranke zu Hause zu pflegen, ist zwar keine unmögliche Sache, bringt aber Angehörige an den Rand des Leistbaren. Nachlassende kognitive Fähigkeiten erfordern eine ständige Beaufsichtigung und Anleitung für viele alltägliche Verrichtungen, selbst wenn keine wesentlichen körperlichen Einschränkungen vorliegen. Eine geeignete Gestaltung der häuslichen Umgebung schafft für den Betroffenen wesentliche Erleichterungen. Für die Vollzeitbetreuung sind Haushalts- und Pflegehilfen aus Osteuropa eine kostengünstige und zugleich sehr persönliche Lösung.

Musterwohnungen in Demenzzentren geben Anregungen

Pflege zu Hause

Wer in der Nähe eines Demenzzentrums wohnt, kann dort einen Besichtigungstermin für eine Musterwohnung vereinbaren und sich von Experten Tipps zur Einrichtung holen. Alternativ gibt es auch viele wichtige Informationen auf einschlägigen Internet-Seiten. Es ist erstaunlich, was man mit ein wenig Farbe, den richtigen Bodenbelägen oder einer geeigneten Kennzeichnung durch Fotos statt Beschriftungen schon erreichen kann. Außerdem gibt es eine Menge Sicherheitsausstattung wie zum Beispiel einen Herd, der sich abhängig von der Temperatur automatisch abschaltet.

Demenzkranke zu Hause pflegen
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Nachlassende kognitive Fähigkeiten erfordern eine ständige Beaufsichtigung und Anleitung für viele alltägliche Verrichtungen, selbst wenn keine wesentlichen körperlichen Einschränkungen vorliegen.

Osteuropäische Pflegehilfen wohnen im Haushalt

Aber auch die beste technische Ausstattung ersetzt nicht die persönliche Betreuung. Der Haushalt muss versorgt werden – Einkäufe erledigen, Essen kochen, die Wohnung putzen und die Wäsche waschen. Vielleicht muss eine Pflegehilfe die Kleidung bereitlegen und bei der Morgentoilette assistieren. Dafür braucht man aber keinen medizinischen Pflegedienst. Frauen – und auch Männer – aus Osteuropa erledigen diese Arbeiten geduldig und warmherzig zu einem aus unserer Sicht günstigen Preis. Die Pflege Demenzkranker zu Hause durch eine Polin, Rumänin oder Bulgarin kostet rund 2.000 Euro für eine Vollzeit-Betreuung. Damit eine solche Arbeit mit deutschem Arbeitsrecht vereinbar ist, muss die Pflegerin im Haushalt ihres Klienten wohnen. Nur bei häuslicher Gemeinschaft gilt eine Ausnahme vom Arbeitszeitgesetz, das ansonsten eine Höchstarbeitszeit von zehn Stunden am Tag und 48 Stunden in einer Sechs-Tage-Woche vorschreibt. Zwar muss der Auftraggeber für Kost, Logis und sonstige Nebenkosten wie Kabelfernsehen, Telefon oder Internet aufkommen, aber die Investition lohnt sich. Die meisten Pflegebedürftigen empfinden das familiäre Verhältnis zu ihrer Pflegerin als angenehm. Nach kurzer Zeit versteht man sich auch ohne gemeinsame Muttersprache.

Pflegegeld hilft bei der Finanzierung

Während das Sachleistungsbudget der Pflegeversicherung nur für Leistungen professioneller Pflegedienste verwendet werden darf, steht bei einem anerkannten Pflegegrad das Pflegegeld zur freien Verfügung. Es spricht nichts dagegen, es zur Finanzierung einer privaten Demenzbetreuung einzusetzen. Durch das 2017 in Kraft getretene Zweite Pflegestärkungsgesetz erhalten Demenzpatienten zudem deutlich verbesserte Leistungen. Die Neuregelung stellt nicht mehr allein auf körperliche Einschränkungen ab, sondern berücksichtigt die Alltagskompetenz, also zum Beispiel auch Kommunikationsmöglichkeiten und soziale Kontakte. Bei der Umstellung von den bisherigen drei Pflegestufen in die neuen fünf Pflegegrade bewirkt eine vorliegende Demenz eine Hochstufung um zwei Grade.

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