Deutsche Pflegekräfte

Häusliche Unterstützung nach deutschen Standards

Deutsche Pflegekräfte sind gut ausgebildet, verfügen über anerkannte Berufsabschlüsse und können ohne Sprachbarrieren mit den betreuten Menschen kommunizieren. Die umfassenden Leistungen haben aber ihren Preis. Deshalb gibt es in den meisten Pflegefällen eine Arbeitsteilung zwischen einem ambulanten Pflegedienst mit deutschen Pflegeprofis, den Angehörigen für den wichtigen Bereich der sozialen Kontakte und osteuropäischen Haushalts- und Pflegehilfen, die die Haushaltsführung und die Grundpflege übernehmen.

Selbstständige Pflegekräfte in einer rechtlichen Grauzone

Pflege zu Hause

Nicht in jedem Haushalt spielt das Geld die wichtigste Rolle bei der Entscheidung für eine bestimmte Form der Versorgung pflegebedürftiger Verwandter. Aber eine 24-Stunden-Pflege durch eine anerkannte Fachkraft kostet 10.000 Euro oder mehr im Monat und ist damit selbst für wohlhabende Familien außerhalb der finanziellen Möglichkeiten. Einige Pflegevermittler bieten die Betreuung durch deutsches Personal ab rund 2.700 Euro im Monat an. Vermittelt werden für diesen Preis Pflegehelferinnen, die selbstständig auf Basis eines Dienstleistungsvertrags arbeiten. Damit gelten keine Vorschriften des Arbeitnehmerschutzes, also insbesondere kein Mindestlohn und keine Höchstarbeitszeiten. Rechtlich ist das in Ordnung, solange sich beide Vertragsparteien an die Spielregeln für selbstständige Tätigkeiten halten. Für den Auftraggeber bedeutet das den Verzicht auf ein Weisungsrecht, wie die Pflegerin ihre Arbeit gestaltet. Sind selbstständige deutsche Pflegekräfte nur für einen Auftraggeber tätig, setzen keine eigenen Arbeitsmittel ein und nehmen Weisungen entgegen, spricht das für eine Scheinselbstständigkeit. Und das bedeutet Nachzahlung von Löhnen und Sozialabgaben, sogar eine Strafverfolgung ist möglich.

Deutsche Pflegekräfte
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Deutsche Pflegekräfte sind gut ausgebildet, verfügen über anerkannte Berufsabschlüsse und können ohne Sprachbarrieren mit den betreuten Menschen kommunizieren.

Pflegehilfen aus Osteuropa machen Pflege bezahlbar

Die genannten Fakten zum Thema Scheinselbstständigkeit dürfen nicht als generelles Plädoyer gegen deutsche Pflegekräfte missverstanden werden. Im Gegenteil: Viele heute selbstständige Pflegerinnen bringen umfassende Erfahrungen aus dem Angestelltenverhältnis mit. Sie garantieren höchste Standards und sind aufgrund der gemeinsamen Sprache auch wichtige soziale Ansprechpartner für den Pflegebedürftigen, vor allem wenn keine Angehörigen existieren oder diese weit entfernt wohnen. Dennoch müssen viele Haushalte bei der Pflege genau aufs Geld schauen. Zwischen einer deutschen und einer osteuropäischen Pflegekraft, die jeweils selbstständig beschäftigt werden, liegt ein Preisunterschied von rund 1.000 Euro im Monat.

Arbeitnehmereigenschaft bedeutet Rechtssicherheit

Wer Haushaltshilfen und Pflegekräfte aus Osteuropa als Arbeitnehmerinnen beschäftigt, zahlt zwar etwas mehr, befindet sich dafür aber rechtlich gesehen auf der sicheren Seite und muss auch keine Sorge wegen der Ausbeutung billiger Arbeitskräfte haben. Denn egal ob die Pflegerinnen direkt im Haushalt oder über einen Pflegedienst in ihrer Heimat angestellt sind, für den Arbeitsplatz in Deutschland gilt auch deutscher Arbeitnehmerschutz. Die monatlichen Kosten für angestelltes Pflegepersonal beginnen bei rund 2.000 Euro für Pflegerinnen, die von einem Arbeitgeber in der Heimat entsendet werden, und bei etwa 2.100 Euro, wenn der deutsche Haushalt selbst als Arbeitgeber auftritt. Kontakte lassen sich am einfachsten über deutsche Vermittlungsagenturen herstellen.

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