Häusliche Behandlungspflege

Medizinische Pflege bleibt Sache von Profis

Ambulante Pflegedienste leisten in der häuslichen Behandlungspflege wertvolle Arbeit. Ihnen ist es zu verdanken, dass viele Senioren ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen dürfen, Privatsphäre genießen und im Rahmen des Möglichen noch selbstbestimmt leben. Medizinisch geprägte Tätigkeiten dürfen nur von examinierten Profis durchgeführt werden – das gebietet das Wohl des Pflegebedürftigen. Haushaltsführung und Grundpflege erfordern dagegen keine speziellen Kenntnisse. Osteuropäische Pflegehilfen sorgen dafür, dass Angehörige nicht im Spannungsfeld zwischen Pflege, eigener Familie und Beruf aufgerieben werden.

Pflegedienste rechnen direkt mit der Pflegekasse ab

Pflege zu Hause

Ist ein Pflegegrad (bis 2016: Pflegestufe) anerkannt, stellt die Pflegeversicherung ein Sachleistungsbudget zur Verfügung. Dessen Höhe hängt vom jeweiligen Pflegegrad ab. Ambulante Pflegedienste rechnen ihre Leistungen im Allgemeinen direkt mit der Pflegekasse ab. Zu diesen Leistungen gehören zum Beispiel das Verabreichen von Medikamenten, auch per Injektion oder Infusion, die Vorsorge gegen Wundliegen (Dekubitus), das Wechseln von Verbänden oder Kompressionsstrümpfen und das Messen von Blutdruck oder Blutzucker. Das alles ist kein tagesfüllendes Programm. Deshalb kommen Pflegedienste auch nur für eine halbe oder eine Stunde, vielleicht nur jeden zweiten Tag. Alles andere wäre auch viel zu teuer – die Leistungen werden je nach Honorarvereinbarung nach Minuten abgerechnet.

Häusliche Behandlungspflege
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Ambulante Pflegedienste leisten in der häuslichen Behandlungspflege wertvolle Arbeit.

Der Tagesablauf wird durch Grundpflege bestimmt

Der Alltag des Pflegebedürftigen wird weniger von der häuslichen Behandlungspflege, sondern vielmehr von Grundpflege und allgemeinen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten bestimmt. Vom Aufstehen bis zum Zubettgehen fällt eine Menge Arbeit an. Vielleicht reichen Beaufsichtigung und Anleitung, vielleicht muss eine Betreuungsperson Tätigkeiten ganz oder teilweise übernehmen. Das betrifft Körperpflege, Ankleiden, Essen und Trinken, aber auch Putzen und Waschen sowie Begleitung bei Spaziergängen oder Arztbesuchen. Spätestens wenn der Pflegebedürftige nicht mehr allein bleiben sollte und eine Betreuung rund um die Uhr erforderlich wird, können Angehörige das in aller Regel nicht mehr ohne Hilfe leisten.

Pflegegeld gibt es zur freien Verfügung

Pflegegeld zahlt die Pflegekasse ohne Nachweis eines bestimmten Verwendungszwecks. Pflegende Verwandte können damit Einkommensausfälle kompensieren, aber dafür sind die Beträge meist zu gering. Eine sinnvolle Lösung ist die anteilige Finanzierung einer Haushalts- und Pflegehilfe. Das ist auch parallel zum Sachleistungsbudget möglich, denn die beiden Leistungsarten können prozentual kombiniert werden, zum Beispiel 20 % der Sachleistungen und 80 % des Pflegegeldes. Die Kosten einer Haushalts- und Pflegehilfe sind mit einem solchen Zuschuss auch für Normalverdiener bzw. Rentner durchaus bezahlbar. Frauen aus Osteuropa arbeiten in deutschen Haushalten zu Tagessätzen ab etwa 60 Euro. Die Vermittlung zuverlässiger Vertragspartner erfolgt durch Pflegeagenturen vor Ort. Sie kennen den Markt und unterstützen auch bei der konkreten Gestaltung der häuslichen Pflege.

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