Häusliche Krankenpflege

Krankenpflege zu Hause

Die häusliche Krankenpflege ist eine Leistung, die nach dem Fünften Sozialgesetzbuch von den Krankenkassen übernommen wird. Allerdings gibt es dafür enge Voraussetzungen, und einige Kosten werden nur übernommen, wenn es in der Satzung der Krankenkasse ausdrücklich vorgesehen ist. Häusliche Krankenpflege wird immer für eine begrenzte Zeit gewährt. Sie ist also nicht vergleichbar mit den Leistungen, die bei dauernder Pflegebedürftigkeit von der Pflegekasse erbracht werden.

Ärztliche Verordnung erforderlich

Pflege zu Hause

Ein Arzt darf die ambulante Krankenpflege verordnen, wenn dadurch ein Krankenhausaufenthalt vermieden wird. Viele Kassen sehen neben dieser sogenannten Krankenhausvermeidungspflege auch Leistungen für die Sicherungspflege vor. Sie darf verschrieben werden, wenn dadurch ein Behandlungsergebnis ermöglicht oder gesichert wird. Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung sind aber nur erstattungsfähig, wenn gleichzeitig auch eine Behandlungspflege erfolgt. Das kann zum Beispiel das Absaugen der Luftwege bei beatmeten Patienten sein, aber auch Infusionen oder einfaches Messen des Blutzuckers.

Häusliche Krankenpflege
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Die häusliche Krankenpflege ist eine Leistung, die nach dem Fünften Sozialgesetzbuch von den Krankenkassen übernommen wird.

Das Pflegezeitgesetz hilft nur kurzfristig

In vielen Fällen greifen die Leistungen der Krankenkasse für häusliche Pflege nicht, weil die Voraussetzungen für die Verordnung fehlen. Angehörige stehen vor dem Problem, dass eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit nicht gegeben ist, gleichwohl aber eine Betreuung des Kranken zu Hause stattfinden muss. Das Pflegezeitgesetz ermöglicht ein Fernbleiben von der Arbeit für bis zu zehn Tage und eine Arbeitsbefreiung für bis zu sechs Monate, um die Vereinbarkeit von Beruf und häuslicher Krankenpflege zu verbessern. Auf diese Pflegezeiten besteht ein Rechtsanspruch, seit 2015 außerdem auch auf einen finanziellen Ausgleich in Form des Pflegeunterstützungsgeldes.

Osteuropäische Pflegekräfte bieten kostengünstige Unterstützung

Abgesehen davon, dass manche Krankenpflege einfach länger dauert als die Freistellung nach dem Pflegezeitgesetz, geht die Pflege oft auch einfach über die körperliche und psychische Belastbarkeit der Angehörigen hinaus. Einfache persönliche Dienstleistungen und hauswirtschaftliche Hilfe kommen dann häufig von osteuropäischen Pflegekräften, die für vergleichsweise wenig Geld in deutschen Haushalten arbeiten. Die am häufigsten gewählte Vertragskonstruktion ist die Beschäftigung des Pflegepersonals bei einem Arbeitgeber in ihrer Heimat, der sie nach Deutschland entsendet. Mit der sogenannten A1-Bescheinigung weist das Unternehmen nach, dass die Pflegerinnen zu Hause ordnungsgemäß angemeldet und sozialversichert sind. Zudem gilt deutsches Arbeitsrecht, also Mindestlohn, Höchstarbeitszeiten und Urlaubsanspruch. Niemand, der eine Polin in der Pflege beschäftigt, muss also ein schlechtes Gewissen haben, dass hier eine billige Arbeitskraft ausgebeutet würde. Um ganz sicher zu gehen, dass der Vertragspartner seriös arbeitet, kann die Vermittlung über eine Agentur in Deutschland erfolgen. Diese kennt den Markt und sorgt für eine entsprechende Vorauswahl. Die Kosten für die häusliche Krankenpflege hängen vom Leistungsumfang und auch von den Sprachkenntnissen der Pflegekraft ab. Bei Beauftragung über eine Pflegeagentur beginnen die Tagessätze bei rund 60 € zuzüglich Nebenkosten, wenn die Pflegerin im Haushalt des Kranken wohnt.

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