Häusliche Kurzzeitpflege

Pflegende Angehörige haben ein Recht auf Hilfe

Häusliche Kurzzeitpflege ist in vielen Fällen eine sinnvolle Alternative zur Betreuung in einer stationären Einrichtung. Senioren werden nicht aus ihrer vertrauten Umgebung und ihrem Tagesablauf herausgerissen, wenn pflegende Verwandte kurzzeitig verhindert sind. Das ist ein entscheidender Faktor für das Wohlbefinden, besonders bei beginnender oder fortgeschrittener Demenz. Angehörige können ohne Sorge um den Pflegebedürftigen und ohne schlechtes Gewissen eine Auszeit von der Pflege nehmen.

Pflegekassen zahlen für Kurzzeit- und Verhinderungspflege

Pflege zu Hause

Nicht in allen Fällen ist die häusliche Kurzzeitpflege die beste Lösung. Sind nach einem Krankenhausaufenthalt noch medizinische Leistungen erforderlich, muss man genau prüfen, ob diese zu Hause durch einen ambulanten Pflegedienst erbracht werden können. Oft sind einige Tage stationäre Pflege die bessere Alternative. Ab Pflegegrad 2 gibt es von der Pflegekasse Geld für die Kurzzeit- und die Verhinderungspflege. Wie die Finanztöpfe kombiniert werden können, steht im Sozialgesetzbuch XI, das durch verschiedene Pflegestärkungsgesetze reformiert wurde. Die Regelungen sind recht komplex, am besten holen sich Betroffene Rat bei der Pflegekasse selbst, bei Pflegeagenturen oder zum Beispiel bei Caritas-Stationen, die in vielen deutschen Städten vertreten sind.

Häusliche Kurzzeitpflege
1/1

Häusliche Kurzzeitpflege ist in vielen Fällen eine sinnvolle Alternative zur Betreuung in einer stationären Einrichtung.

Pflegegeld für osteuropäische Hilfen verwenden

Geht es darum, Angehörige temporär zu entlasten, kann die Seniorenbetreuung durchaus im eigenen Zuhause erfolgen. Kommt bislang schon ein ambulanter Pflegedienst ins Haus, ändert sich an dessen Tätigkeit grundsätzlich nichts. Ersatz wird nur für die bisherigen Leistungen der Verwandten gesucht, die den Haushalt führen und in der Grundpflege tätig sind. Zur Grundpflege gehört zum Beispiel Körperhygiene, aber auch Mobilitätsunterstützung innerhalb der Wohnung und auch für Arztbesuche, Spaziergänge und, wenn noch möglich, Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen. Die Freizeitgestaltung kann stundenweise von ehrenamtlichen Seniorenbetreuern übernommen werden. Entsprechende Angebote gibt es zum Beispiel bei den Pfarrgemeinden. Haushalts- und Pflegehilfen werden wegen des günstigen Preisniveaus meist von osteuropäischen Pflegediensten nach Deutschland entsendet. EU-Recht macht das ganz legal und unkompliziert möglich. Die Pflegekasse zahlt dafür nicht direkt. Aber das Pflegegeld, das der Pflegebedürftige zur freien Verfügung erhält, kann zur Finanzierung verwendet werden.

Pflegevermittler mit Notfalldienst

Der Pflegebedürftige und seine Familie werden sich vermutlich nicht mit dem komplexen Arbeitsmarkt für ausländische Pflegekräfte auskennen. Pflegeagenturen im Inland beraten deshalb bei der Auswahl seriöser Vertragspartner, unterstützen die Vertragsgestaltung und sind während der Vertragsdauer im Notfall auch außerhalb der Geschäftszeiten erreichbar, um beispielsweise im Krankheitsfall sehr kurzfristig eine Vertretung zu organisieren. Wird aus der häuslichen Kurzzeitpflege eine dauerhafte Betreuungsnotwendigkeit, wissen die Pflegevermittler guten Rat. Zu monatlichen Kosten ab etwa 2.000 Euro kommen osteuropäische Pflegekräfte ins Haus. Sie wechseln sich in einem Turnus von zwei bis drei Monaten ab, wobei die Agenturen darauf achten, dem Pflegebedürftigen vertrautes Personal zuzuteilen und so die persönliche Bindung zu stärken.

Mehr zum Thema