Häusliche Pflege

Zu Hause gut betreut durch 24 Stunden Pflege

Die Nachfrage nach osteuropäischem Pflegepersonal für die häusliche Pflege ist stark gestiegen, denn eine 24 Stunden Betreuung durch deutsche Fachkräfte ist für die meisten nicht finanzierbar. Die häusliche Pflege durch beispielsweise rumänische, ungarische oder polnische Pflegekräfte ist jedoch erschwinglicher und für viele deshalb eine gute Alternative zu deutschem Pflegepersonal. Mittlerweile arbeiten in Deutschland schätzungsweise etwa 100.000 Frauen aus dem osteuropäischen Raum als Pflegekraft oder als Haushaltshilfe. Neben der Hausarbeit erledigen Sie auch Dinge wie die körperliche Grundpflege des Pflegebedürftigen.

Pflege zu Hause

Um eine häusliche Pflege für eine pflegebedürftige Person zu organisieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Neben Angehörigen kann die häusliche Pflege auch ein ambulanter Pflegedienst (mit) übernehmen. Je nach Pflegebedürftigkeit, finanziellen Mitteln und der Zeit, die die Angehörigen zur Verfügung haben, kann das eine praktikable Lösung sein. Ist die Pflegebedürftigkeit jedoch so groß, dass tatsächlich 24 Stunden Anwesenheit einer Betreuungsperson erforderlich ist, kommen häufig osteuropäische Pflegekräfte ins Spiel. Sie sind entweder als nach Deutschland entsendete, im deutschen Haushalt fest angestellte oder selbstständige Betreuungskräfte tätig.

Häusliche Pflege
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Um eine häusliche Pflege für eine pflegebedürftige Person zu organisieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Entscheidet man sich für eine häusliche Pflege für 24 Stunden täglich, sollte man vorab auch abwägen, ob diese Art der Betreuung überhaupt in Betracht gezogen werden kann. Für die Pflegekraft sollte im Haushalt ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt werden, in dem sie sich zurückziehen und ihre freie Zeit verbringen kann. Es gilt auch zu bedenken, dass der Bedürftige seine Privatsphäre mit der Pflegekraft teilt. Sympathie ist dabei von großer Bedeutung, beide müssen sich verstehen - nicht zuletzt auch auf sprachlicher Ebene, weswegen die Wichtigkeit guter Deutschkenntnisse einer osteuropäischen Pflegekraft nicht unterschätzt werden sollten.

Direktanstellung von osteuropäischen Pflegekräften

Seit dem Jahr 2011 benötigen Personen aus den osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten keine Arbeitserlaubnis mehr, sodass es möglich ist, bspw. rumänische Pflegekräfte direkt durch den Haushalt anzustellen. Die Arbeitsagenturen arbeiten mit den europäischen Arbeitsvermittlern zusammen und können bei der Auswahl der passenden Pflegekraft behilflich sein. Wird ein Arbeitsvertrag mit einer Betreuungs- bzw. Pflegekraft geschlossen, sind die gesetzlichen Regelungen des deutschen Arbeitsschutzgesetzes zu beachten. Dies gilt insbesondere für die Arbeitszeit, welche an sechs Werktagen nicht mehr als acht Stunden betragen darf. Ebenso besteht ein Urlaubsanspruch von mindestens 24 Werktagen im Jahr.

Seit Januar 2015 gilt in Deutschland der allgemeine Mindestlohn von derzeit 8,50 Euro, dieser darf nicht unterschritten werden. Für die Pflegebranche gilt ein eigener (höherer) Mindestlohn, der jedoch nur für ausgebildete und in Deutschland als Pflegepersonen zugelassene Angestellte gilt. Unterkunft, falls diese außerhalb des eigenen Haushalts gestellt wird, und Verpflegung darf nicht auf den Mindestlohn angerechnet werden. Des Weiteren muss der Haushalt als Arbeitgeber natürlich auch die Lohnsteuer und die Beiträge zur Sozialversicherung abführen, darüber hinaus besteht die Pflicht, der gesetzlichen Unfallversicherung beizutreten. Als direkter Arbeitgeber ist man der Pflegekraft gegenüber weisungsbefugt, was bedeutet, dass sich mit der Fachkraft variabel aushandeln lässt, welche Tätigkeiten sie zu verrichten hat. Die zu verrichtenden Tätigkeiten müssen sich selbstverständlich im tariflichen und gesetzlichen Rahmen bewegen.

Entsendung von Pflegepersonal durch osteuropäische Arbeitgeber

Möchte man nicht als direkter Arbeitgeber fungieren, kann man alternativ auch ein Dienstleistungsunternehmen im osteuropäischen Raum beauftragen. Es erfolgt eine sogenannte Entsendung, der osteuropäische Arbeitgeber entsendet also seine Arbeitnehmer nach Deutschland. Das Pflegepersonal bleibt dabei beim Arbeitgeber im Heimatland angestellt, dabei darf lediglich der Arbeitgeber dem Pflegepersonal Anweisungen erteilen. Dies ist aber keinesfalls besorgniserregend, denn alle Tätigkeiten lassen sich mit dem ausländischen Arbeitgeber passgenau abstimmen. Der Haushalt sollte darauf achten, dass die Sozialabgaben im jeweiligen Heimatland der Vorschrift entsprechend entrichtet werden. Ob dies ordnungsgemäß vonstattengeht, belegt das Dokument A1, welches noch vor Aufnahme der Tätigkeit vorliegen sollte. Kann die Pflegekraft dieses Dokument nicht vorlegen, sind sowohl Sozialversicherungsbeiträge als auch Steuern in Deutschland zu bezahlen, da der Zoll bei einer Überprüfung davon ausgehen muss, dass es sich nicht um eine wirksame Entsendung handelt. Auch bei Entsendung von Arbeitskräften ist das deutsche Arbeitsschutzgesetz zu beachten.

Auch für den ausländischen Arbeitgeber besteht seit 2015 die Pflicht, den deutschen Mindestlohn von 8,50 Euro auszubezahlen. Der Haushalt muss mit mindestens 2.000 Euro pro Monat für die häusliche Pflege durch entsendetes Personal rechnen, außerdem sind Kosten für die An- und Abreise der Pflegekraft zu übernehmen, hinzu kommt die Verpflegung und ggf. die Unterkunft. Unter Umständen können auch Mehrkosten für z.B. Telefonate entstehen, da es der Pflegekraft gestattet sein sollte, regelmäßig Kontakt in ihre Heimat aufzunehmen.

Dennoch sind die Kosten für entsendete Betreuungskräfte günstiger als für in Deutschland festangestellte Haushaltshilfen, da hierbei von den deutschen Haushalten keine Sozialabgaben bezahlt werden müssen.

Wer sich für eine solche Kraft für die häusliche Pflege interessiert, findet Unterstützung bei der Suche bei Vermittlungsagenturen, die von Deutschland oder Osteuropa aus tätig sind.

Osteuropäische Pflegekräfte auf selbständiger Basis

Die Beschäftigung einer Pflegekraft, die auf selbstständiger Basis arbeitet, ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Denn es könnte der selbstständigen Betreuungskraft eine Scheinselbstständigkeit unterstellt werden. Sollte dieser Umstand sich tatsächlich einmal herausstellen, würde die Beschäftigung in ein Arbeitsverhältnis umgewandelt (dies auch rückwirkend auf die gesamte Beschäftigungszeit). Der Haushalt wäre sodann verpflichtet, sämtliche Sozialversicherungsbeiträge für die gesamte Beschäftigungszeit zu bezahlen. Selbstständige Haushaltshilfen werden ebenso wie entsendetes Personal meist über Agenturen aus Deutschland oder Osteuropa vermittelt.

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