Häusliche Pflege Privat

Private Häusliche Pflege ist kein Privileg der Reichen

Um eine häusliche Pflege privat zu bezahlen, muss man nicht das Vermögen eines Michael Schumacher besitzen. Im Gegenteil, die Versorgung in den eigenen vier Wänden oder der gemieteten Wohnung ist in der Regel deutlich billiger zu bewerkstelligen als die stationäre Pflege in einem Heim. Dabei kommt die private häusliche Pflege den Wünschen der meisten Senioren entgegen, sichert sie doch sehr viel besser eine hohe Pflegequalität, Selbstbestimmung und Privatsphäre auch in einer späten Lebensphase, wenn körperliche und geistige Einschränkungen immer mehr zur Belastung werden.

Elternunterhalt bereits bei mittleren Einkommen

Pflege zu Hause

Ein Platz im Pflegeheim kostet im Schnitt rund 3.200 Euro monatlich. Die Rente reicht dafür nicht, und auch wenn man die Leistungen aus der Pflegeversicherung berücksichtigt, bleibt meist noch eine Differenz. Das Sozialamt deckt zunächst die verbleibenden Kosten, zieht aber die Kinder zum Elternunterhalt heran. Es besteht nämlich eine Unterhaltspflicht für Verwandte in direkter Linie – Eltern für ihre Kinder, aber eben auch umgekehrt. Zwar gibt es hohe Freigrenzen, aber ein Single muss ab etwa 5.000 Euro Bruttoverdienst in der Regel schon zahlen. Leider ist auch bei solch hohen Heimkosten eine optimale Qualität der Pflege nicht garantiert. Die Senioren- und Pflegeheime werden von den Kassen regelmäßig geprüft. Auch wenn die Gesamtnoten durchweg gut sind, werden in wichtigen Teilkategorien wie Essen, Trinken und medizinische Versorgung Mängel in bis zu 60 % der Einrichtungen beanstandet. Da verwundert es nicht, dass Kinder ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie für ihre Eltern einen Heimplatz suchen müssen.

Häusliche Pflege von Privat
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Um eine häusliche Pflege privat zu bezahlen, muss man nicht das Vermögen eines Michael Schumacher besitzen.

Pflegehilfe ab 1.700 Euro im Monat

Eine Haushalts- und Pflegehilfe aus Osteuropa ist bereits ab 1.700 Euro monatlich zu haben. Der Betrag schließt eine Rundum-Betreuung ein. Deswegen wohnt die Helferin üblicherweise im Haushalt des Pflegebedürftigen. Dieser niedrige Betrag ergibt sich allerdings nur, wenn die Pflegekraft selbstständig tätig ist und damit kein Arbeitnehmerschutz gilt. Sie muss dann aber auch keinerlei Weisungen entgegennehmen. Ansonsten besteht der Verdacht einer Scheinselbstständigkeit mit unangenehmen finanziellen Folgen für den Auftraggeber und sogar einer möglichen Strafverfolgung wegen Betrugs der Sozialversicherer. Sicherer und fairer gegenüber der Pflegerin ist eine abhängige Beschäftigung. Dann erhält sie den gesetzlichen Mindestlohn als Untergrenze und hat einen Mindestanspruch auf Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz. Die monatlichen Kosten erhöhen sich auf rund 2.000 Euro, wenn die Hilfskraft bei einem Pflegdienst in ihrer Heimat angestellt ist. Die Entsendung nach Deutschland ist innerhalb der Europäischen Union legal und unbürokratisch möglich. Lediglich die sogenannte A1-Bescheinigung muss vorliegen. Sie beweist die korrekte Anmeldung zur Sozialversicherung im Sitzland des Arbeitgebers.

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