Häusliche Pflegehilfe

Hilfskräfte in der Hauspflege

Eine häusliche Pflegehilfe kann für die pflegenden Angehörigen, aber auch für den Gepflegten selbst eine deutliche Verbesserung und Entspannung der für alle Beteiligten belastenden Gesamtsituation bedeuten. Osteuropäische, vor allem polnische Pflegekräfte schließen zu bezahlbaren Preisen die Lücke zwischen den Leistungen professioneller Pflegedienste und dem, was überforderte Verwandte nicht abdecken können.

Nicht jeder Pflegefall kündigt sich an

Pflege zu Hause

Man beobachtet den Sonnenuntergang, erschrickt dann aber doch vor der Dunkelheit. Selbst wenn Menschen sichtbar älter werden und in der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit abbauen, ist der Eintritt des Pflegefalls eine überraschende Wende. Für die Organisation bleibt oft wenig Zeit. Das Krankenhaus kann für den Patienten nichts mehr tun, die Entlassung an. Heimplätze sind rar und teuer, außerdem stellt das Altenheim für Senioren und auch deren Angehörige ein Horrorszenario dar, das möglichst vermieden werden soll. Ambulante Pflege ist – abhängig von der Wohnsituation – in vielen Fällen möglich. Mehr als drei Viertel aller Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause versorgt.

Häusliche Pflegehilfe
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Eine häusliche Pflegehilfe kann für die pflegenden Angehörigen, aber auch für den Gepflegten selbst eine deutliche Verbesserung und Entspannung der für alle Beteiligten belastenden Gesamtsituation bedeuten.

Grundpflege und medizinische Behandlungspflege abgrenzen

Nur wenige Pflegeleistungen sind so stark medizinisch geprägt, dass dafür examiniertes Fachpersonal ins Haus kommen müsste. Für Wundversorgung, Wechseln von Kompressionsstrümpfen oder das Messen von Blutzucker reicht vielleicht schon eine halbe Stunde am Tag. Weit mehr Zeit nimmt die Grundpflege in Anspruch. Darunter versteht man einfachere Tätigkeiten wie die Hilfe beim morgendlichen Aufstehen, bei Körperpflege, Zähneputzen, Rasieren, Kämmen, Zubereitung und gegebenenfalls Zerkleinern von Frühstück und tausend anderen Kleinigkeiten, die über den Tag verteilt anfallen. Die häusliche Pflegehilfe muss diese Tätigkeiten je nach Pflegebedürftigkeit vielleicht nur überwachen, dazu anleiten oder assistieren – mehr oder weniger umfangreich bis zur vollständigen Übernahme der Aufgabe. In der Regel wird der vereinbarte Arbeitsumfang ergänzt um die Hauswirtschaft, also Putzen, Waschen, Kochen oder Einkaufen.

Tagessätze ab 60 Euro

Für Hilfskräfte in der Hauspflege gilt ein anderes Lohnniveau als für examiniertes Fachpersonal. In der Regel reicht der gesetzliche Mindestlohn, wenn die häusliche Pflegehilfe als Arbeitnehmerin beschäftigt ist und keine besonders guten Deutschkenntnisse erwartet werden. Das gängige Vertragsmodell sieht vor, dass die osteuropäischen Frauen bei einem Pflegedienst in ihrer Heimat angestellt sind und von dort auf Anforderung nach Deutschland entsendet werden. Die Beschäftigung, bei der die Betreuerin üblicherweise im Haushalt des Auftraggebers wohnt, ist anstrengend. Die Arbeitsplätze, für die deutsche Schutzvorschriften gelten, sind aber offensichtlich so attraktiv, dass die Pflegerinnen bereit sind, ihre Heimat und ihre Familien für Zeiträume vom mehreren Monaten zu verlassen. Der Kontakt zu entsprechenden Anbietern wird am einfachsten über spezialisierte Pflegeagenturen hergestellt, die vor Ort in Deutschland arbeiten und die gesamte Abwicklung begleiten. Üblich sind Tagessätze ab etwa 60 Euro, die die Vermittlervergütung bereits einschließen. Die Angehörigen können die gewonnene Zeit mit ihren alternden Verwandten verbringen, ohne dass das Verhältnis durch die intime Pflegetätigkeit belastet würde.

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