Hauspflege

Älter werden in den eigenen vier Wänden

Auch wenn in medizinisch begründeten Fällen der Umzug in ein Pflegeheim nicht nur unvermeidlich, sondern auch der bessere Weg für alle Beteiligten ist, bedeutet Hauspflege für die Mehrzahl der Senioren ein sinnvolles Hinausschieben dieses letzten Schritts. Das Zusammenspiel zwischen Angehörigen, Pflegepersonal und Pflegehilfen ist das entscheidende Erfolgsrezept. Die finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse fördert dieses Konzept in Form der Kombileistung.

Sachleistungen rechnen nur die Profis ab

Pflege zu Hause

Ambulante Pflegedienste schicken examinierte Kräfte in die Haushalte pflegebedürftiger Menschen. Die Zeit des Pflegepersonals ist knapp und teuer. Deshalb werden die Pflegedienste im Rahmen der Hauspflege nur für die besonders qualifizierten Tätigkeiten eingesetzt. Dekubitusvorsorge, also die Prophylaxe gegen Wundliegen, Verbandwechsel und das Verabreichen von Medikamenten setzen Fachkenntnisse und ausreichende Verständigungsmöglichkeiten mit dem Pflegebedürftigen voraus. Die Leistungen der professionellen Pflegedienste werden üblicherweise direkt mit der Pflegekasse abgerechnet, sie belasten das Budget für Sachleistungen. Dessen Höhe hängt vom festgestellten Pflegegrad ab.

Hauspflege
1/1

Einfachere Tätigkeiten in der Grundpflege, aber auch in der allgemeinen Hauswirtschaft werden bereits in vielen deutschen Haushalten von ausländischen Hilfskräften übernommen.

Osteuropäische Pflegehilfen werden vom Pflegegeld bezahlt

Einfachere Tätigkeiten in der Grundpflege, aber auch in der allgemeinen Hauswirtschaft werden bereits in vielen deutschen Haushalten von ausländischen Hilfskräften übernommen. Polinnen sind in Deutschland die größte Gruppe dieses international als Migrant Care Workers bezeichneten Pflegepersonals. Ihre Arbeit, oft mit Familienanschluss durch Unterbringung im selben Haushalt, kommt sehr gut an und ist auch für Rentner ohne großes Vermögen bezahlbar. Die niedrigen Kosten ergeben sich einerseits aus dem unteren Lohnniveau für die verrichteten Arbeiten, andererseits aber auch durch geringe Lohnnebenkosten, weil der Arbeitgeber der Pflegekraft in Polen, Tschechien, Bosnien Herzegowina oder Kasachstan sitzt und dort weniger an das Sozialsystem abführen muss. Nichtsdestotrotz genießt eine abhängig beschäftigte Pflegerin in Deutschland den vollen Schutz des Arbeitsrechts, also Mindestlohn, Höchstarbeitszeiten und Urlaubsanspruch. Eine Abrechnung von Sachleistungen ist für Hilfsarbeiten in Hauswirtschaft und Pflege nicht möglich. Aber dafür gibt es ja das Pflegegeld, das an den Pflegebedürftigen zur freien Verfügung gezahlt wird. Voraussetzung ist lediglich die Zuerkennung eines Pflegegrades sowie – in Abhängigkeit von diesem Pflegegrad – eine halbjährliche oder vierteljährliche professionelle Pflegeberatung. Gegenüber den bisherigen Pflegestufen haben sich die Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung insbesondere dann verbessert, wenn die Alltagskompetenz des Seniors auch durch geistige Defizite beeinträchtigt ist. Demenz wird damit erstmals gleichwertig zu körperlichen Handicaps behandelt.

Kombileistungen werden prozentual aufgeteilt

Die sinnvollste Finanzierung der Pflege ist in vielen Fällen eine Kombileistung der Pflegekasse. Das bedeutet, dass die Töpfe für Pflegegeld und Sachleistungen nur anteilig in Anspruch genommen werden, und zwar so, dass zusammen 100 % erreicht sind. Werden zum Beispiel 30 % des Budgets für Sachleistungen ausgegeben, verbleiben 70 % des Pflegegeldes. Damit wird die Hauspflege durch osteuropäisches Personal bezahlt. Die Angehörigen gewinnen qualitative Zeit für die menschliche Begegnung mit ihrem Senior.

Mehr zum Thema