Kinästhetik in der Pflege

Kinaesthetics in der Pflege

" KINÄSTHETIK IN DER PFLEGE" im Bildungsprogramm. Seitdem bin ich mit vielen Menschen unterwegs und gestalte Schulungen für das Programm "Kinaesthetics in Care". Kinaesthetics ist keine starre Technik, sondern soll den Pflegenden ein Verständnis dafür vermitteln, wie sie sich auf Pflegebedürftige auswirkt. "..

..Körper und Bewegung als hilfreiches Kommunikationsmittel in der Pflege." Kinaesthetics wurde von Dr. Lenny Maietta und Dr. Frank Hatch gegründet.

Kinaesthetics in der Pflege

Überall dort, wo Menschen von Spezialisten versorgt, gehegt oder behandelt werden, kommt dieses System zum Einsatz: Im Seniorenpflegebereich, im Gesundheits- und Pflegebereich in Krankenhäusern, in der beruflichen Heimpflege oder im Rollstuhl. Der Schwerpunkt des Studiums liegt auf dem Pflege- und Betreuungsalltag. Indem sie das Bewusstsein für die eigene und die eigene Beweglichkeit schärft, lernen die Betreuerinnen und Betreuer, jede Stütze an die jeweilige Lebenssituation anzupassen und sie im Zusammenspiel mit den Betreuungsbedürftigen lern- und gesundheitsförderlich zu machen.

Der Kursteilnehmer erlernt, Menschen bei Tätigkeiten wie z. B. Fressen, Sitzen, Stehen oder Liegen so zu fördern, dass sie ihre Bewegungsfreiheit optimal nutzen und ihre Bewegungskompetenzen aufrechterhalten und ausbauen können. Die Folge: Betreuungsbedürftige Menschen entwickeln mehr persönliche Aktivität und werden rascher beweglich. Durch den Verzicht auf den Versuch, den Betreuten wie ein Ding zu erheben, sondern ihn in seiner Beweglichkeit zu fördern, werden auch die berufsbedingten Gesundheitsrisiken des Mitarbeiters erheblich reduziert.

Konzeption und Anwendungsmöglichkeiten in Heilberufen

Die Kenntnis der heilenden Kraft der Bewegungen hat in den vergangenen zehn Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Das Argument der Kinästhetik, warum Menschen in Bezug auf ihre Erholung und gesundheitliche Entwicklung physisch tätig sein sollten, wird durch die medizinische Untersuchung untermauert. Die passiven "Krankenschwestern" und die "Dienerpflege" sind nicht mehr zeitgemäss. Die Pflege betreut, fördert und fördert Menschen bei der positiven Beeinflussung ihrer gesundheitlichen Entwicklung durch Aktivitäten.

Kinaesthetics ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Paradigmenwechsels. Bei jeder aktiven Tätigkeit geht es um Muskelarbeit. Wieviel Kraft die Muskulatur beim Verschieben des Organismus, aber auch beim Hochheben und Transportieren von Zusatzgewicht aufbringt, wird an den Muskel-Sehnen-Übergängen durch zahlreiche Kraftsensoren abgelesen. Das Sinnesgeflecht (kinästhetisches Sensorsystem) ist die Basis der physischen Selbst- und Bewegungswahrnehmung.

Das kinästhetische Sensorsystem ist die Grundvoraussetzung dafür, dass wir die Bewegung von Körperteilen bewusst lenken und unterdrücken. Es wird Kinesthesie, Tiefenempfindlichkeit oder proprioception genannt. Die Kinesthesie erlaubt es dem Pflegepersonal zu bestimmen, ob der Anteil der Patienten an einer Gelenkbewegung über oder unter ihren Vorstellungen ist. Krankenschwestern fühlen durch ihre eigene Muskelanstrengung, ob die Patienten überfordert sind und ob sie Abwehrspannungen aufbaut.

Die Kinesthesie erlaubt bereits bei höheren Lasten Abweichungen von etwa zwei Prozentpunkten. Eine starke körperliche Anspannung beeinträchtigt die Schutzfähigkeit durch sensibles Selbstverständnis und rechtzeitiges Anpassen der Bewegung. Oftmals steigen die Körperspannungen unmerklich an, zum Beispiel bei Anspannung.

Ein zentrales Element der Gesundheits- und Pflegearbeit ist das gemeinschaftliche "Tun" von Patienten und Pflegenden: Es gilt sicherzustellen, dass Patienten weder überfordert noch unterfordert werden. Um die vorhandenen Bewegungsmöglichkeiten der Patienten zu bewahren und eventuell zu ergänzen, müssen diese Bewegungsmittel von den Betreuern anerkannt, eingesetzt, erinnert und ggf. gefordert werden.

Die Patienten sollen sich im Alltag als selbst wirksam erleben. Dabei wird die Form und der Umfang der Betreuung ständig dem jeweiligen Patienten angepaßt. Kinesthesie ist geeignet: die Bewegungsreserven der Patienten in Realzeit laufend abzuschätzen den Umfang der erforderlichen Betreuung der Patienten laufend und exakt anzupassen - und damit unnötigen Aufwand des Pflegepersonals zu vermeiden - um die Patienten - je nach ihrem momentanen Gesundheitszustand - in die Lage zu versetzen, ihre eigenen Aktivitäten durchzuführen.

Die Erfahrung der Selbsterfahrung ist von großer Wichtigkeit für die Patienten, sowohl physisch als auch psychisch. Ungelöste Trainingsroutinen führen oft zu unnötigem Stress für das Pflegepersonal: Gliedmaßen werden - zum Beispiel in der Pflege - von Pflegekräften angehoben, obwohl auch schwächere Patienten bereits in geringerem Maße teilnehmen können.

Betreuerinnen und Betreuer leisten dauerhaft mehr als nötig Hilfe, das wirkt sich auch aus: Sie beraubt die Patienten der Möglichkeit, ihre Muskeln zu nutzen, was zu einer tätigkeitsbedingten Verringerung der Muskeln führt und sich nachteilig auf die Widerstandsfähigkeit des Patienten auswirken kann. Die Pflege ist ein wesentliches Element der beruflichen Gesundheitsversorgung.

Bewegungsbeobachtungen und -bewertungen aus dem Alltag fließen in den Pflegeablauf ein. Kinästhetische Konzeptideen unterstützen das Pflegepersonal bei der Beschreibung, Analyse und Bewertung von Patientenressourcen sowie bewegungsbezogenen Massnahmen und Zielen. In jedem Menschen sind die subjektiven und funktionellen Bewegungsaspekte (z.B. Körperbau) auf komplexe Weise ineinandergreifend.

Das kinästhetische Begriffssystem ist ein Leitbild, das allgemeingültige Bewegungsaspekte anschaulich macht. Die kinästhetische Konzeption umfasst sechs Konzepte und weitere Unterthemen: Pflegende stehen in Kontakt mit Patienten, deren Leistungsfähigkeit zum Teil starken Fluktuationen unterliegt. Neben dem Einsatz technischer Hilfsmittel (z.B. Monitoring) setzt das Pflegende vor allem die eigene sensorische Wahrnehmung zur Patientenbeobachtung ein.

Die Kinesthesie ist ein sensibler "Signalgeber" für Überlastung, Streß und Nervosität. Patienten, die sich nicht sicher sind, z.B. weil die Gelenkbewegung als zu rasch oder zu schwer wahrgenommen wird, oder weil sie Schmerz haben, erhöht sich die Anspannung. Ein kinaesthetisch sensibler Betreuer empfindet diesen Widerwillen und kann ihn als Chance nutzen, den Bewegungsverlauf umzustellen.

Kinaesthetisch vorsichtig heißt, dieses "Signal" - die eigene Muskelverspannung - als Leitlinie für eine erfolgreiche Ausführung der Bewegung zu nutzen. Zugleich müssen sich die Betreuer um sich selbst kümmern: Das Entstehen von Muskelverspannungen wird direkt von der Kinesthesie erkannt. Spannungen können oft schon kurz nach dem Entstehen abgebaut werden, z.B. durch kurzes Aufheizen (oft genügt es, die eigene warme Handfläche anzulegen).

In der Kinästhetik werden Zeit, Ort und Bemühung als ubiquitäre Elemente der Bewegung verstanden, die sich gegenseitig bedingen. Die Muskelanstrengung während einer Bewegung kann daher durch eine verbesserte Gewichtsverteilung (Raum) oder durch die Einstellung der Geschwindigkeit der Bewegung (Zeit) verringert werden. Bei Patienten, die von einer sitzenden in eine stehende Position überwältigt sind, kann das Pflegepersonal zum Beispiel ein Aufstehangebot machen, das ihnen das Aufstehen erleichtert, indem es beispielsweise den Bewegungsraum besser nutzt.

Erreicht wird dies, indem das Gesäss des Patienten etwas weiter nach vorn in Richtung Sitz- oder Liegekante bewegt wird und/oder indem der Oberkörperschwerpunkt nach vorn gebeugt wird. Sie können die Patienten auch darauf hinweisen, dass sie ihre Belastung messen können, indem sie ihre Gliedmaßen zum Stoppen, Schieben oder Zupfen verwenden.

In diesem Zusammenhang kommt der Zeitaspekt zum Tragen, wenn Patienten zu rasch aufsitzen und das Gleichgewichtsgefühl nicht ausreichend steuern können, oder wenn sie nach dem Ablegen aus dem Bett Zeit benötigen, um sich an die senkrechte Körperhaltung anzupassen. Diese Bewegungsmöglichkeiten können von den Betreuern für die Führung und Betreuung der Patienten und für die eigene Fortbewegung gleichermassen genutzt werden.

Es gibt drei Formen der Wechselwirkung - die Pflegekraft kann diese Formen der Wechselwirkung nutzen, um die Form der Bewegungsförderung zu erläutern, zu rechtfertigen und gezielt anzupassen: Wenn der Austausch von Informationen über den Bewegungsablauf zwischen Patienten und Betreuern fortlaufend, reziprok und unter Kontakt stattfindet, sprechen wir von gleichzeitiger Interaktion: wenn zum Beispiel Betreuer neben Patienten stehen, körperlichen Kontakt haben und sich aufrichten.

Mit der Kinesthesie können Patienten die Bewegungsabläufe des Pflegepersonals während der Bewegungsabläufe als Quelle für den Aufbau von Spannung, Gewichtsverlagerungen und Koordinationen nutzen. Wird die Information von den Interakteuren zu unterschiedlichen Zeiten eingeführt, handeln Patienten und Pflegepersonal im Wechsel, wird dies als Schritt-für-Schritt-Interaktion verstanden. Oft wird diese Form der Wechselwirkung dadurch realisiert, dass die Bewegungsabläufe in kleine Unterschritte aufgeteilt und dargestellt werden, die durch Berührungen mündlich geführt und/oder stimuliert werden.

Der Patient lernt, seine Bewegungsabläufe Schritt für Schritt selbst zu steuern. Wenn Patienten in der Lage sind, Tätigkeiten selbst zu entwerfen und durchzuführen, oder wenn sie ausschließlich von Pflegekräften ausgeführt werden müssen, wird dies als einseitige Interaktion bezeichnet. Krankenschwestern und Krankenpfleger erlernen, ihre funktionelle anatomische Struktur bewußt und wirkungsvoll einzusetzen. Über die Knöchel kann das Körpergewicht ohne Kraftaufwand auf die Auflagefläche übertragen werden, die Muskeln sind somit weniger mit Haltearbeiten belastet und können besser für die Fortbewegung ausgenutzt werden.

Durch die Aufteilung in sieben Körpermassen (vier Gliedmaßen, Schädel, Brust und Becken) und sechs Räume (zwei Achseln, zwei Unterleib, Nacken und Hüfte ) bietet das Kinästhetikum ein schlichtes Abbild des Menschen. Räume sichern die Mobilität der Gewichte und verlagern die Bewegungen von einer zur anderen. Wir raten daher davon ab, Patienten z.B. am Nacken von Pflegern stehen zu lassen.

Auch das Anheben von Patienten unter der Achselhöhle beim Stehen sollte ebenfalls in Frage gestellt und verhindert werden. Eine Mobilitätseinschränkung der Patienten wird oft durch den großen Aufwand der Pflegekräfte ausgleichen. Kinaesthetics transportiert ein Verstehen der Humananatomie, das dem Pflegepersonal eine Alternative zu herkömmlichen "Hauruck"-Prozessen gibt. Krankenschwestern und Krankenpfleger erfahren, dass Menschen nicht alle Menschen auf einmal (en bloc) aus eigener Anstrengung transportieren können, sondern nur massenweise: massenweise: "Die Menschen sind nicht in der Lage, sich zu bewegen:

Wenn Patienten über einen längeren Zeitraum en-bloc bewegt werden, steigt das Problem, dass die alten Bewegungsabläufe vergessen und durch solche verdrängt werden, die allein nicht möglich sind. Oftmals sind die Vermutungen, bei denen das Körpergewicht bei Bewegungen de facto verschoben wird, nicht richtig. Die Kinästhetik nennt diesen Bewegungsaspekt Ausrichtung.

Durch ein geschultes Verstehen können Betreuerinnen und Betreuer wirkungsvolle Anstöße geben, kleine Lernvorgänge erleichtern und/oder ihre Betreuung stärker auf die Absichten der Patienten abstimmen. Zum Beispiel wird nach langem Lügen vor dem Stehen klar, wo das Körpergewicht durch einen Druckstoß auf das Bein im Sitz verschoben werden soll.

Der Patient kann also erkennen, wie der lmpuls durch das Fußbett zum Fußboden hin abfließt. Bereits jetzt wird die Beanspruchung des Pflegepersonals erheblich verringert, wenn die Patienten in der Lage sind, durch so genannte Körperhaltungsbewegungen Gewichte von einer auf eine andere Last oder auf die Auflagefläche zu übertragen. Das ist z.B. der Fall, wenn Patienten in einer liegenden Position mit gebeugten Füßen Lasten vom kleinen Hüftgelenk auf den oberen Körper und auf die Fu?

So kann das Schwimmbecken mit weniger Kraftaufwand mobilisiert werden. Zur Beschreibbarkeit der Beweglichkeit werden in der Kinästhetik zwei Qualitäten der Beweglichkeit unterschieden: Die offenkundigen Bewegungsabläufe, die Masse im Umfeld des Raumes bewegt, werden als Transportbewegung bezeichne. Beobachtet das Pflegepersonal konkret, welche Bewegungsstrategie der Patient bereits erworben hat, kann es ihn im Falle einer Krankheit besser begleiten, indem es an seine bisherigen Bewegungsmuster anknüpft.

Wir sprechen von Parallelbewegungsmustern, wenn die Bewegung gleichförmig ist, d.h. beide Hälften des Körpers tun dasselbe in Bezug auf die Koordinierung. Zur Vereinfachung verwenden Patienten und Pflegepersonal oft parallel verlaufende Bewegungen. Reicht die Muskulatur des Patienten nicht mehr aus, erhöht sich die Last für die Pflegekräfte. Unsymmetrische, spiralförmige Bewegungen sind in Bezug auf die Koordinierung aufwendiger und müssen oft erst gelernt werden, haben aber den großen Vorteil, dass der Patient solche Bewegungen auch mit geringer Kraft selbst ausführen kann (z.B. im Liegen spiralförmig auf den Kopf gestellt).

So können z.B. präoperative Lernvorgänge eingeleitet werden, die Patienten und Pflegepersonal gleichermassen postoperativ unterstützen. Kinaesthetics konzentriert sich auch darauf, wie das Lernen von Bewegung im Alltag konzipiert werden kann. In der Kinästhetik wird die physische Belastung auf der Basis der beiden Eigenschaften Zug und Druck behandelt. Durch die Verbindung von Zug und Druck ist es möglich, die Belastung zu messen.

Dabei ist der Anteil der Gliedmaßen von entscheidender Bedeutung: Arm und Bein tragen dazu bei, der Beweglichkeit der schweren Rumpfmasse eine Orientierung zu verleihen. Deshalb ist es wichtig, den Patienten anzuweisen, aktiv mit den Gliedmaßen zu zupfen und zu quetschen. Beckens und Brust können sich mit weniger Kraftaufwand fortbewegen. Für Patienten, die sich aus eigener Kraft kaum fortbewegen können, ist das Halten oder Angeln eines Beins, um Druck zuzulassen, ein wichtiger Vorteil, damit sie ihre eigene körperliche Spannung besser einregulieren.

Patienten, die nirgends Fuß fassen können und unter diesen Bedingungen von einem Ort zum anderen verlegt werden, neigen dazu, diesen Kontrollverlust durch Steifheit (d.h. innere Festigkeit) zu kompensieren, was einen zusätzlichen Aufwand für die Pflegekräfte bedeuten kann. Es ist auch nützlich für die eigene Beweglichkeit des Pflegepersonals zu begreifen, dass man durch die Verlagerung des eigenen Gewichts den Kraftaufwand verringern kann.

Oftmals "straffen" die Pfleger - zum Beispiel am Krankenbett selbst - ihre Füße und ihr Hüfte für Halt und Entlastung, pressen ihr Hüfte gegen das Pflegebett und üben ihre Tätigkeit aus. Die Betreuer können jedoch erlernen, ihr eigenes Schwimmbecken zu benutzen, um mehr am Rand des Bettes zu trainieren und sich zu verschieben.

Für die tägliche Arbeit ist es notwendig, eine passende Stelle zu besetzen. Ein Standort ist gut dafür gerüstet, wenn er mobil gemacht und über einen längeren Zeitraum gehalten werden kann. Viele alltägliche Tätigkeiten in der Pflege machen es notwendig, dass das Pflegepersonal lange Zeit mit nach vorne gebeugtem Oberkörper am Bett des Patienten steht. In der Pflege kommt es oft zu einer Konstanz der Haltung im Alltag, wo es zum Beispiel darum geht, so ruhig wie möglich zu bleiben oder für kleine, genaue Bewegungen zu sorgen: bei der Stützung beim Fressen und Tränken, bei der Wundbehandlung oder bei der Assistenz.

Beim Aufstehen am Krankheitsbett mit nach vorne gebeugtem Körper heißt das: vor und nach einer Aktivität bewußt aufrichten, möglichst auch dazwischen, Wirbelsäulen- und Rumpfmuskeln in ein lockeres Verhältnis setzen, Verspannungen in Muskulatur und Gewebe durch Bewegungen abbauen. Bei der Arbeit am Patientenbett sollte der Betreuer auch öfter die Seite des Bettes tauschen, damit er sich nicht besonders weit beugen muss.

Krankenschwestern überbrücken manchmal erhebliche Entfernungen im Krankenhaus. Bei der Pflege können durch Anpassung an die Umgebung vielfältige Beanspruchungen des Halte- und Haltungsapparates reduziert werden. Bei beengten Platzverhältnissen kann das Pflegepersonal sein Körpergewicht beim Zug en und Schieben nicht wirksam verschieben, was zum einen durch falsche Belastung und zum anderen durch hohen Kraftaufwand kompensiert wird. Weil Stillbetten und Nachtboxen auf Rollen sind, kann der Arbeitsraum in der Regel den Anforderungen angepasst werden.

Krankenschwestern, die das Pflegebett zu hoch legen, beanspruchen ihren Nacken-Schulterbereich stärker, da sie die Hände ständig mit Hilfe der Schultern und Nackenmuskeln abheben. Ein guter Kontakt zum Boden ist für die Pflegekräfte unerlässlich. In Stehtests und Verlegungen bei schwächeren Patienten ist diese artifizielle Destabilisation jedoch schwierig und führt dazu, dass sich die Pflegekräfte durch weitere Muskelverspannungen "straffen".

Das hat seinerseits Auswirkungen auf die Mobilität und damit auf die Güte der Gelenkbewegung. Durch die Anpassung an die Umgebung kann die Verunsicherung der Patienten bei der Mobilisierung in das Querbett reduziert werden, z.B. durch die Verwendung eines bereitgestellten Stuhls als Unterstützung für das Querbett-Sitzen. Allerdings können einige Hilfen auch beunruhigend sein und Patienten hinsichtlich der Ausrichtung in die Irre führen.

Der Bettgurt zum Beispiel ist oft unproduktiv und verführt den Patienten zum Stillstand, so dass er mit seinem oberen Körper in der Lüfte "hängt", sich anstrengt und nichts erreicht. Wenn der Bettgurt (zumindest vorübergehend) abgenommen wird, können sich die Patienten besser hinsetzen, indem sie sich mit den Händen stützen, oder die Krankenschwester kann hilfreicher sein.

Durch die optimale Durchführung der Pflegemaßnahmen wird die Lendenwirbelbelastung reduziert, "diese wird jedoch nicht in allen Bereichen als hinreichend angesehen, besonders bei stark belastenden Senioren. Krankenschwestern sind Teil der Umwelt für Patienten. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass das Abstehen vom Patienten so nahe am Patienten, dass er sein Gewicht nicht mehr verlagern kann, häufiger hinderlich als hilfreich ist.

Der Platzmangel wird in der Regel durch mehr Aufwand ausgeglichen. Vielmehr könnte man auch die Umwelt ändern, indem man das "Hindernis" entfernt und sich leicht zur Seite vor oder neben den Patienten wirft. Oder man könnte sich auch mehr mit den Patienten bewegen, anstatt vor ihnen still zu sein.

Stellt man die Füsse zueinander senkrecht, ist es schwierig, sich zu bewegen, da diese Stellung recht unstabil ist. Die sorgfältige Gestaltung der Umwelt, die den Patienten einen optimalen Kontakt zum Boden und ausreichende Möglichkeiten zum Halten, Stützen und Bewegen bietet, ermöglicht es ihnen, ihr Körpergewicht und ihre Gewichtsverlagerungen selbst zu kontrollieren und ihre Anstrengungen zu drosseln.

Kinaesthetics wird in Seminaren, Weiterbildungen und praktischer Begleitung unterrichtet. Der Kursteilnehmer erfährt Bewegungen in individuellen und partnerschaftlichen Übungen, erlernt die allgemeinen Prinzipien der Bewegungen, ihre Bedeutung für die eigene Bewegungs- und Pflegepraxis. Sensibilität für die eigene Beweglichkeit bewußt und zielgerichtet einzusetzen, ist eine beachtliche Eigenschaft, deren gemeinsame Nutzung vor allem durch regelmäßiges Praktizieren entsteht - ähnlich dem Erwerb eines Musikinstrumentes.

Schon in den vergangenen Jahren war die Neigung, Kinästhetik während der Schulung zu lehren. Bestimmung der Lendenwirbelbelastung bei ausgesuchten Pflegemaßnahmen mit Patiententransfer. Erster Teil: Die biomechanischen Bewertungen der Aktivitäten im Gesundheitswesen im Hinblick auf die Möglichkeit der Vorbeugung von Risiken für die Wirbelsäule. Schüttelverlag, RWTHA, 2008 [6] Physikalische Untersuchungen von Aktivitäten in der Pflege.

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