Krankenpflege zu Hause

Häusliche Krankenpflege auch ohne ärztliche Verordnung

Die Krankenpflege zu Hause gehört in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Allerdings ist diese Leistung an recht enge Voraussetzungen geknüpft. Sie muss ärztlich verordnet sein, und dafür gibt es genau drei Gründe: Entweder wird dadurch eine Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt, oder die Krankenhausbehandlung ist zwar notwendig, aber nicht durchführbar, oder der Behandlungserfolg wird durch die häusliche Pflege gesichert. Der Arzt stellt in der Regel ein Rezept pro Quartal aus, und die Krankenkasse muss im Vorfeld zustimmen.

Pflege zu Hause

Hilfe im Haushalt gibt es nur, wenn Kinder dort leben

Krankenpflege Zuhause
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Sind die Voraussetzungen für eine Kostenerstattung durch die Krankenkasse nicht gegeben, bleibt die Betreuung Aufgabe der Angehörigen.

Die verordnete Krankenpflege zuhause muss durch professionelle Pflegekräfte mit anerkanntem Abschluss erfolgen, damit sie von der Krankenkasse bezahlt wird. Ambulante Pflegedienste und Sozialstationen stellen das Personal. Eine reine Haushaltshilfe fällt nicht darunter – hier gibt es ganz andere Anspruchsvoraussetzungen. Laut Gesetz muss mindestens ein Kind unter zwölf Jahren im Haushalt leben. Manche Krankenkassen sind großzügiger und zahlen auch bei Kindern zwischen zwölf und vierzehn Jahren noch. Das sollte man aber unbedingt vorher abklären. Praktisch sehen sich Kranke und ihre Familien aber meist einer ganz anderen Situation gegenüber: Die Voraussetzungen für eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse sind nicht erfüllt, und dennoch kann ein kranker oder alter Mensch seinen Haushalt nicht mehr versorgen oder generell nicht mehr allein bleiben.

Osteuropäische Haushaltshilfen entlasten die Angehörigen

Sind die Voraussetzungen für eine Kostenerstattung durch die Krankenkasse nicht gegeben, bleibt die Betreuung Aufgabe der Angehörigen. Wohnen Kinder, Enkel oder andere Verwandte nicht in der Nähe oder sind sie durch Beruf und die eigene Familie zu stark beansprucht, ist eine Krankenpflege zu Hause aber ohne fremde Hilfe nicht zu organisieren. Dieser Bedarf an Pflegekräften wird in Deutschland zu einem guten Teil von Frauen aus Osteuropa gedeckt. Innerhalb der EU ist sowohl die grenzüberschreitende Dienstleistung als auch der Einsatz von Arbeitnehmern an einer ausländischen Arbeitsstelle absolut legal – bei selbstständigem Personal ist lediglich zu beachten, dass der mögliche Verdacht einer Scheinselbstständigkeit entkräftet wird. Die Pflegerin darf deshalb keine Weisungen von ihrem Auftraggeber empfangen, wie sie ihre Arbeit zu machen hat. Rechtssicher ist die Anstellung als Arbeitnehmerin, meist über einen Pflegedienst in der osteuropäischen Heimat der Haushalts- und Pflegehilfe. Die Vermittlung erfolgt über deutsche Agenturen und ist deshalb für den Kranken und seine Angehörigen problemlos. Die Tagessätze einer Pflegerin aus Polen, Rumänien oder auch Lettland beginnen bei etwa 60 Euro einschließlich einer Gebühr der Agentur. Dafür erhält man Haushaltshilfe und Krankenpflege zuhause rund um die Uhr. Da die Pflegerin üblicherweise im Haushalt wohnt, kommen Nebenkosten für die Unterbringung hinzu. Aufwändige Pflegeleistungen oder gute deutsche Sprachkenntnisse des Personals erhöhen den Preis.

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