Leben mit Parkinson

Mit Parkinson leben

Aufklärung und Service für Parkinson-Kranke, deren Angehörige und andere Interessierte. Die Parkinson-Krankheit ist derzeit unheilbar, aber die Lebenserwartung wird nicht verkürzt. Parkinson-Diagnose - und dann? Hier finden Sie Tipps und wertvolle Erfahrungen von Menschen, die von der Parkinson-Krankheit betroffen sind. Hat Ihr Partner Parkinson, ist Ihr Leben eine Herausforderung.


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Mit Parkinson leben - Leitfaden für den Alltagsbetrieb

Die Parkinsonkrankheit ist zur Zeit unheilbar, aber die Lebensdauer wird nicht gekürzt. Die regelmäßige Anwendung von Arzneimitteln, die einen Mangel an Dopamin kompensieren, kann das Krankheitsgeschehen über einen längeren Zeitabschnitt hinaus verzögern und viele Beschwerden lindern. Das Erlernen des Umgangs mit der Erkrankung fördert den Therapieerfolg über viele Jahre.

Hinweise für Verwandte von Parkinson-Patienten gibt es hier. Was Parkinson-Patienten finanziell unterstützen können, lesen Sie hier. Parkinson ist nicht gleichbedeutend mit einer Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses. Erwerbslose mit Parkinson-Krankheit haben das Recht auf Staatshilfe und die Suche nach einem passenden Job wird vom öffentlichen Sektor unterstützt. Parkinson-Präparate können zu unerwünschten Wirkungen kommen, so dass körperliche Anstrengungen oft nur bedingt möglich sind.

Weil die Folgen der Parkinson-Krankheit sehr verschieden sind, wird oft ein Sachverständigengutachten zur Bestimmung der Erwerbsfähigkeit angefertigt. Wenn ein Invaliditätsgrad (GdB) von mind. 50 vom Hundert ermittelt wird, kann der Dienstgeber erst nach Überprüfung durch das Integrationsbüro kündigen. Für weitere Informationen siehe Parkinson-Krankheit und schwere Erkrankung. Mit abnehmender körperlicher Aktivität aufgrund der Parkinson-Krankheit wird die Bedeutung der eigenen Fahrzeugmobilität größer.

Parkinson schliesst nicht aus, dass der Kranke noch fahrtüchtig ist, aber die Therapie der Störung ist unerlässlich. Nach dem Verkehrsrecht gilt die Parkinson-Krankheit nur dann als fahrtüchtig, wenn die betreffende Person behandelt wird oder sich im Frühstadium ist. Prinzipiell beeinträchtigt die Anwendung von Präparaten aus Levodopa auch das zentrale Nervensystem, was strafrechtliche Folgen haben kann, wenn der Betreffende unter dem Einfluss des Medikaments einen Zwischenfall auslöst.

Wenn sich der Betreffende im Verkehr immer unsicherer wird, kann dies zu einem höheren Risiko von Unfällen beitragen. Wie lange Autofahren akzeptabel ist, sollten die Betroffenen und Ärzte zusammen erörtern, denn dies ist auch abhängig von der konkreten Erkrankung. Die Parkinson-Krankheit ändert die Mobilität der Muskeln, aber die Betroffenen können mit regelmässiger körperlicher Betätigung wirksam werden.

Dabei muss es sich nicht um eine Einzelsitzung handeln, sondern es wird auch Gruppensport für Parkinsonpatienten betrieben. Nachdem die Betroffenen schon einmal eine sportliche Tätigkeit ausgeübt haben, kann es für sie schwierig sein, eine andere Disziplin zu lernen. Welcher der beiden Sportaktivitäten nicht mehr durchgeführt werden kann, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Allerdings kann der Bewegungsmangel zu einer Verschlechterung oder einem rascheren Verlauf der Beschwerden beitragen.

Es ist wichtig, im sportlichen Bereich die motorischen Fähigkeiten zu trainieren, da diese durch die Erkrankung eingeschränkt sind. Weil bei vielen Betroffenen die Lauffähigkeit eingeschränkt ist, zählt auch das Gehtraining zu den passenden Tätigkeiten. Durch das Gehen auf unterschiedlichen Oberflächen werden die motorischen Fähigkeiten trainiert und die Mobilität erhalten. Sportarten wie Nordic Walken, Bergwandern oder Fahrradfahren können die Mobilität verbessern.

Nordic Walken wird empfohlen, da die Hände beim Gehen aufgrund einer fortschreitenden Erkrankung nicht so gut vibrieren wie ein gesunder Mensch. Parkinson hat vielfältige Folgen, insbesondere im Sexualbereich, die sowohl den Patienten als auch seinen Lebensgefährten treffen. Dies kann damit anfangen, dass sich die Betroffenen für ihre fehlende Mobilität, körperliches Versagen oder erhöhte Speichelbildung und eventuelle Blasenschwäche schämen.

Ein gesunder Lebenspartner dagegen hat oft Berührungsängste, weil er fürchtet, den Betroffenen zu sehr zu belasten oder zu verletzen, aber auch Abscheu kann entstehen. Die eingeschränkten Gesichtsausdrücke können auch zu Unsicherheit darüber beitragen, ob der Parkinson-Patient nicht mehr in der Lage ist, seine Empfindungen wie immer auszusprechen. Dopaminagonisten erhöhen oft die Libido, aber nicht die sexuelle Leistungsfähigkeit.

Jüngere Parkinson-Patienten können auch an Störungen der Impulskontrolle leiden, die (neben dem Verlangen nach Spielsucht und Kaufsucht) zu einer erhöhten Tendenz zu Geschlechtsverkehr und Schleudern neigen. Häufig kann der Betroffene durch einen Medikamentenwechsel wieder zu seinem früheren Gewohnheitsverhalten zurückkehren. Prinzipiell ist eine erfüllte Geschlechtlichkeit noch möglich, wenn beide Seiten die geänderten Verhältnisse annehmen und ggf. andere Methoden ausprobieren.

Parkinson-Patienten, die unter schweren Behinderungen und unter Umständen für einen kürzeren Zeitraum arbeiten müssen, können die Zulassung der schweren Behinderungen beantragen. Schwerbehinderte werden nur klassifiziert, wenn der Pflegebedürftige mit Arzneimitteln versorgt wird. Die Schwerbehindertenkarte wird ausgegeben, wenn das Stadtwerkeamt einen Invaliditätsgrad (GdB) von mind. 50 v. H. anerkennt.

Das Ausmaß der Invalidität hängt von den Grenzen des Betroffenen ab. Wenn zum Beispiel nur eine leichte Bewegungseinschränkung, eine leichte Abschwächung, aber keine Gleichgewichtsstörung vorliegt, ist der durchschnittliche Invaliditätsgrad 40-prozentig. Bei sehr ausgeprägten Erkrankungen und eingeschränktem Gleichgewicht erreicht der Invaliditätsgrad oft bis zu 70 Prozentpunkte.

Bei schwerwiegenden Symptomen und bevorstehender Immobilität wird ein 100-prozentiger GdB-Wert erreicht. Das Erkennen einer Schwerstbehinderung entlastet den Betroffenen finanziell. Wenn der Kranke noch selbständig fährt, ist eine Reduzierung der Kfz-Steuer um 50 % möglich. Mitarbeiter mit einem Invaliditätsgrad von 50 % oder mehr haben ebenfalls einen besonderen Entlassungsschutz und haben Anspruch auf Urlaub wegen Erkrankung.

Wird im Alltag bei Parkinson vermehrt Hilfe gebraucht, können auch Forderungen gegen die Krankenpflegeversicherung durchgesetzt werden. Weitere Infos unter der Rubrik Krankenpflegeversicherung, um herauszufinden, ob Sie an frühen Symptomen der Parkinson-Krankheit erkrankt sind.

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