Osteuropäische Pflegekräfte Kosten

Pflegekräfte aus Osteuropa: auch eine Kostenfrage

Während ein Heimplatz im Schnitt mit rund 3.200 Euro monatlich zu Buche schlägt, sind osteuropäische Pflegekräfte zu Kosten ab 1.700 Euro zu beschäftigen. Nicht nur die kritische Berichterstattung über Pflegemängel in der stationären Betreuung, auch die finanzielle Seite sollte bei der Entscheidung für oder gegen die Pflege zuhause beleuchtet werden. An oberster Stelle steht natürlich das Wohl des Pflegebedürftigen.

Die meisten alten oder kranken Menschen wünschen sich ein selbstbestimmtes Leben und Privatsphäre. Beides ist in den eigenen vier Wänden sicher besser zu gewährleisten als in einem Pflegeheim.

Osteuropäische Pflegerinnen sind legal

Pflege zu Hause

Europäisches Recht und die Erweiterung der EU nach Osten ermöglichen den legalen Einsatz von Haushalts- und Pflegehilfen aus dem Ausland. Während Arbeitskräfte aus Staaten außerhalb der EU wie Kasachstan oder der Ukraine einen Aufenthaltstitel und eine Arbeitserlaubnis benötigen, ist der Verwaltungsaufwand innerhalb der Union minimal. Grundsätzlich sind drei Vertragsmodelle denkbar: die Beschäftigung einer selbstständigen Pflegerin im Wege der Dienstleistungsfreiheit, die direkte Einstellung aufgrund der Arbeitnehmer-Freizügigkeit, oder die Entsendung einer Mitarbeiterin durch einen ausländischen Arbeitgeber nach Deutschland.

Selbstständigkeit mit rechtlichen Risiken

Selbstständige Pflegekräfte aus Osteuropa kosten bei einer Vollzeit-Betreuung den oben genannten Monatsbetrag ab rund 1.700 Euro. Das ist zwar die billigste Lösung, bedeutet aber auch einige juristische Fallstricke. Eine selbstständige Pflegerin arbeitet nicht weisungsgebunden. Erhält sie von ihrem Auftraggeber dennoch Weisungen außerhalb des zuvor vereinbarten Vertragsinhalts, liegt der Verdacht der Scheinselbstständigkeit nahe. Das hat nicht nur finanzielle Nachforderungen zur Konsequenz, sondern kann auch eine Strafverfolgung nach sich ziehen.

Mit Arbeitnehmerinnen auf der sicheren Seite

Werden Ausländer als Arbeitnehmer in Deutschland beschäftigt, haben sie Anspruch auf Mindestlohn. Auch andere Schutzvorschriften gelten, unabhängig davon, ob die Kräfte direkt im Haushalt oder über einen ausländischen Pflegedienst angestellt sind. Osteuropäische Pflegekräfte sind zu Kosten ab etwa 2.000 Euro monatlich zu beschäftigen, wenn sie nicht selbstständig arbeiten. Die Möglichkeit der Entsendung hat sich bewährt, weil dem pflegenden Haushalt dadurch die Pflichten eines Arbeitgebers erspart bleiben. Um die formalen Dinge kümmert sich der Arbeitgeber im Heimatland. Er stellt dem Haushalt die sogenannte A1-Bescheinigung aus. Dieses zweisprachige Formular beweist, dass die Anmeldung zur Sozialversicherung erfolgt ist. Der deutsche Auftraggeber muss sich darum nicht mehr kümmern.

Wertvolle Hilfe durch Pflegevermittler

Pflegeagenturen in Deutschland helfen bei der Bedarfsanalyse im konkreten Pflegefall, bei der Auswahl zuverlässiger Partner im Ausland, bei der Vertragsgestaltung in deutscher Sprache und der späteren Durchführung der Pflege. Die Leistung ist nicht gratis, aber ein deutschsprachiger Ansprechpartner ist in einem schwer überschaubaren Markt eine große Hilfe, zumal die Familie eines Pflegebedürftigen sich oft in einer Ausnahmesituation befindet. Das Vermittlungsentgelt kann separat ausgewiesen oder in die Tagessätze bereits eingerechnet sein. Bei längerer Dauer der Beauftragung existieren bei einigen Agenturen degressive Staffeln der Gebühren.

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