Osteuropäische Pflegekräfte Legal

Pflegekräfte aus Osteuropa Legal beschäftigen

Nach Ablauf einer siebenjährigen Übergangsfrist nach der Osterweiterung der EU können auch osteuropäische Pflegekräfte legal in Deutschland arbeiten. Seit 2011 ist der deutsche Arbeitsmarkt für Menschen aus Polen, Ungarn, Tschechien, Slowenien, der Slowakei sowie den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen offen. 2014 folgten die Beitrittsländer des Jahres 2007, Bulgarien und Rumänien. Deutschland hat – wie auch Österreich – damit seinen Arbeitsmarkt länger abgeschottet als die übrigen Mitgliedsstaaten. Inzwischen profitieren mehrere hunderttausend deutsche Haushalte von der Unterstützung durch Pflegehilfen aus Osteuropa.

Drei Rechtsgrundlagen für die Arbeit im Ausland

Pflege zu Hause

Während Migrant Care Workers, so die internationale Bezeichnung, aus dem außereuropäischen Ausland wie Kasachstan oder der Ukraine einen Aufenthaltstitel und eine Arbeitserlaubnis benötigen, gibt es diese bürokratische Hürde für EU-Bürger nicht. Sie haben drei Möglichkeiten, ihre Arbeitskraft im Ausland anzubieten: als selbstständige Pflegekräfte auf Basis eines Dienstleistungsvertrags, durch Arbeitnehmer-Entsendung von einem ausländischen Arbeitgeber nach Deutschland, oder im Wege der Arbeitnehmer-Freizügigkeit, wenn sie direkt in einem deutschen Haushalt angestellt werden.

Osteuropäische Pflegekräfte, die legal sind
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Die rechtlich sicherste Möglichkeit, Pflegekräfte aus Osteuropa legal zu beschäftigen, ist die Entsendung.

Entsendung als bester Kompromiss

Die rechtlich sicherste Möglichkeit, Pflegekräfte aus Osteuropa legal zu beschäftigen, ist die Entsendung. Die selbstständige Tätigkeit bewegt sich stets in der Grauzone zur Scheinselbstständigkeit, und bei direkter Anstellung übernimmt der Haushalt Arbeitgeberpflichten, deren Tragweite er ohne vertiefte Kenntnisse im Personalwesen, Arbeits-, Sozialversicherungs- und Steuerrecht praktisch nicht erfüllen kann. Hier drohen Fallen, in die der Pflegebedürftige und seine Angehörigen ohne böse Absicht tappen können. Bei der Arbeitnehmer-Entsendung sind die Haushalts- und Pflegehilfen bei einem Pflegedienst in ihrer Heimat angestellt. Er übernimmt alle formalen Verpflichtungen als Arbeitgeber. Die Anmeldung bei der Sozialversicherung im Ausland spart sogar noch Lohnnebenkosten. Mit der zweisprachigen A1-Bescheinigung beweist der Arbeitgeber die ordnungsgemäße Versicherung, der deutsche Haushalt hat dann keine weiteren Verpflichtungen mehr. Die Pflegekräfte werden auftragsbezogen, in der Regel für mehrere Monate, nach Deutschland entsendet. Für sie ist der Arbeitsplatz attraktiv, da unabhängig von der Nationalität des Arbeitgebers deutscher Arbeitnehmerschutz greift. Das bedeutet Mindestlohn, Mindesturlaub und Höchstarbeitszeiten.

Pflegevermittler kennen den Markt

In der Pflege lockt viel Geld. Osteuropäische Pflegekräfte werden legal über Pflegeagenturen vor Ort vermittelt. Um nicht auf schwarze Schafe hereinzufallen und eine optimale Beratung und Unterstützung zu erhalten, sollten deutsche Haushalte auf diesen Service nicht verzichten, auch wenn er den Preis der Pflege etwas erhöht. Für das Vermittlungsentgelt, das in Tagessätze ab etwa 60 Euro für eine Vollzeitpflege oft bereits einkalkuliert ist, erhalten Betroffene einen deutschsprachigen Ansprechpartner für die Ausarbeitung der Vertragsinhalte und für die komplette Organisation von der Abholung der Pflegerin über die Bezahlung bis hin zur Urlaubsvertretung.

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