Parkinson Pflege zu Hause

Mit Parkinson wird alles anders

Parkinson-Pflege zu Hause stellt Angehörige vor ganz besondere Herausforderungen. Nicht nur die körperlichen Beschwerden durch Zittern, Muskelstarre, verlangsamte Bewegungen und instabile Haltung erfordern besondere Aufmerksamkeit und eine sehr weitreichende Unterstützung im Alltag. Besonders die psychischen Veränderungen, die die Krankheit begleiten, sind für nahestehende Personen schwer zu akzeptieren.

Parkinson ist keine seltene Krankheit

Pflege zu Hause

Parkinson tritt ohne erbliche bedingte Risikofaktoren meist zwischen dem 58. und 62. Lebensjahr auf. Von den über Achtzigjährigen leiden knapp 2 % an Parkinson. In Deutschland wird die Zahl der Fälle auf bis zu 400.000 geschätzt, darunter auch jüngere Menschen. Die Krankheit verändert das Leben radikal. Sie ist nicht nur mit einem Verlust der Kontrolle über die Körperfunktionen verbunden. Aggressionen treten häufig auf, verursacht durch Wut über die eigene Hilflosigkeit und die Angst vor der Zukunft. Sowohl die Parkinson-Erkrankung selbst als auch die medikamentöse Therapie können Wahnvorstellungen, Halluzinationen und radikale Persönlichkeitsveränderungen verursachen. Eine Veränderung der Medikation kann Besserung bringen. Dennoch bleibt die Parkinson-Pflege zu Hause eine heikle und zeitaufwändige Angelegenheit.

Keine Dankbarkeit erwarten

Pflegende Angehörige, die sich für einen Parkinson-Kranken aufopfern, dürfen nicht unbedingt Dankbarkeit erwarten. Eine harmlose Bemerkung kann auf den Pflegebedürftigen kränkend wirken, die Wut über ein verschüttetes Getränk lässt er am Pfleger aus. Körperhygiene ist ein besonders kritischer Bereich – eher wird sie vernachlässigt als dass ein Verwandter helfen darf. Spätestens an dieser Stelle sollte eine Entscheidung über eine externe Pflegehilfe getroffen werden. Vermittlungsagenturen knüpfen Kontakte nach Osteuropa. Frauen – oder je nach Wunsch des Patienten auch Männer – aus Polen, Ungarn, Tschechien, Rumänien, den baltischen Staaten und vielen anderen östlichen Mitgliedsländern der Europäischen Union bieten Dienstleistungen im Bereich der Haushalts- und Pflegehilfe in Deutschland an. Solche grenzüberschreitenden Arbeitsverträge sind in der EU legal und unkompliziert. Die ausländischen Arbeitnehmer schätzen die guten Arbeitsbedingungen und die faire Bezahlung. Für den deutschen Auftraggeber ist das niedrige Lohnniveau interessant – eine Vollzeitbetreuung gibt es schon ab etwa 60 Euro Tagessatz. Zudem sind die Hilfskräfte für ihre warmherzige, geduldige Arbeit bekannt. Sie bringen auch ohne qualifizierten Abschluss in einem Pflegeberuf das Fingerspitzengefühl mit, das im Umgang mit Parkinson-Kranken zwingend erforderlich ist.

Finanzierung über das Pflegegeld

Die Pflegekassen tragen die Kosten für eine eventuell erforderliche medizinische Behandlungspflege über das Sachleistungs-Budget. Wird dieses nicht ausgeschöpft, kann zusätzlich anteilig Pflegegeld bezogen werden. Da das Pflegegeld zur freien Verfügung gezahlt wird, ist es ein guter Grundstock für die Finanzierung einer Pflegehilfe. Hat der Gepflegte steuerpflichtiges Einkommen, kann er unabhängig vom steuerfreien Pflegegeld die Kosten der Hilfskraft als haushaltsnahe Dienstleistungen oder außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen.

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