Pflege aus Polen Preise

Deutsche Haushalte profitieren

Der 1. Mai 2011 war der Stichtag: Seitdem kommt Pflege aus Polen. Preise beginnen heute bei 60 Euro für eine Vollzeitbetreuung – wohlgemerkt pro Tag, nicht pro Stunde. „Die Polin“ ist zum Inbegriff der warmherzigen Pflege in Deutschland geworden, so wie Tempo für das Papiertaschentuch.

Sieben Jahre Übergangsfrist

Pflege zu Hause

Blenden wir zurück: 2004 gab es die größte Erweiterung in der Geschichte der Europäischen Union. Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern waren die zehn Neulinge. Erst 2007 kamen Bulgarien und Rumänien hinzu. Vor allem wegen der unterschiedlichen Sozialstandards in den östlichen Beitrittsländern gab es große Bedenken. Die Bundesrepublik Deutschland schottete deshalb ihren Arbeitsmarkt für eine Übergangsfrist von sieben Jahren ab, um ein Lohndumping zu verhindern. Pflegehilfen aus Osteuropa können deshalb erst seit 2011 bzw. 2014 ohne besondere Arbeitserlaubnis bei uns tätig sein.

Pflege aus Polen: Die Preise
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Bis heute sind die Arbeitskosten in der EU sehr unterschiedlich.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen unterscheiden sich immer noch stark

Bis heute sind die Arbeitskosten in der EU sehr unterschiedlich. Zwischen Deutschland, das übrigens keineswegs Spitzenreiter ist, sondern nur im oberen Mittelfeld rangiert, und den Schlusslichtern Bulgarien und Rumänien liegt ungefähr der Faktor sieben. Was bei uns als Mindestlohn pro Stunde vorgeschrieben ist, ist das Doppelte der gesamten Arbeitskosten einschließlich Sozialabgaben in den Niedriglohnländern. Da dort aber nicht nur Löhne, sondern auch Preise sehr gering sind, reicht den Haushalts- und Pflegehilfen das in Deutschland verdiente Geld für ein gutes Leben in der Heimat. In der Praxis kommen die Arbeitnehmer – Frauen, aber auch Männer – für jeweils zwei bis drei Monate nach Deutschland. Um eine Ausnahmevorschrift des Arbeitszeitgesetzes nutzen zu können, wohnen die Pflegekräfte meist bei freier Kost und Logis im Haushalt des Auftraggebers. So haben sie wenig Gelegenheit, Geld in Deutschland auszugeben. Sie nehmen deshalb beinahe den kompletten Verdienst mit in die Heimat und nutzen dort die höhere Kaufkraft. Aber nicht nur das Geld lockt die Pflegerinnen nach Deutschland. Auch der umfassende Arbeitnehmerschutz macht den hiesigen Arbeitsmarkt attraktiv.

Deutsche Haushalte profitieren von der Pflege mit Herz

Können Angehörige eine Vollzeit-Pflege aus Polen zu Preisen ab 2.000 Euro im Monat bekommen, ist das nur wenig teurer als der Eigenanteil an den Kosten einer stationären Betreuung. Für den Mehrpreis gibt es private Pflege mit ausreichend Zeit und 1:1 Betreuung, ohne Sorge, ob der Pflegebedürftige auch genügend zu essen und zu trinken bekommt. Angesichts des günstigen Preises und der Möglichkeit der Finanzierung aus dem Pflegegeld lohnt es sich für die Verwandten nicht, einen gut bezahlten Job zugunsten der Pflege aufzugeben oder die Arbeitszeit zu reduzieren. Die gewonnene Zeit, die ansonsten für Grundpflege und Haushaltsführung draufgegangen wäre, können sie besser nutzen und dem betreuten Senior die in seiner dritten Lebensphase besonders wichtigen sozialen Kontakte bieten.

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