Pflege daheim

Pflege in den eigenen vier Wänden

Pflege daheim kann für die Familie zu einer unzumutbaren Belastung werden. Natürlich, niemand lässt gerne nahe Angehörige im Stich, besonders nicht die eigenen Eltern. Sie hängen verständlicherweise an ihrem Zuhause. Sie wissen selbst bei fortgeschrittener Demenz sehr klar, dass ein Pflegeheim die letzte Station ihres Lebens sein wird und der Umzug zudem die Aufgabe persönlicher Freiheiten und großer Teile der Privatsphäre bedeutet. Die Leistungen der Pflegekasse ermöglichen in vielen Fällen eine ambulante Pflege in den eigenen vier Wänden, ohne dass dies zur Zerreißprobe für die Familie wird.

Verbesserte Leistungen besonders bei Demenz

Pflege zu Hause

Das zum Jahresbeginn 2017 in Kraft getretene Zweite Pflegestärkungsgesetz bedeutet besonders für Demenzkranke mehr Geld. Aus den bisherigen drei Pflegestufen werden fünf Pflegegrade. Wer vor 2017 schon eine Pflegestufe hatte, wird um eins hochgestuft. Aus Pflegestufe I wird also zum Beispiel der Pflegegrad 2. Liegt gleichzeitig eine Demenz vor, erhöht sich der Pflegegrad gegenüber der Pflegestufe sogar direkt um zwei. Von Pflegestufe I wechselt der Patient also sofort in den Pflegegrad 3. Damit wird endlich die Gleichbehandlung körperlicher Beeinträchtigungen und geistiger Defizite erreicht. Kommunikationsfähigkeit und die Möglichkeit sozialer Kontakte werden zum Beispiel bei der Bemessung des Pflegegrades angemessen bewertet.

Pflege daheim
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Pflege daheim kann für die Familie zu einer unzumutbaren Belastung werden.

Günstige Hilfe aus Osteuropa

Ein höherer Pflegegrad bedeutet mehr Geld von der Pflegekasse. Die Leistung kann als Geldleistung zur freien Verfügung erbracht werden, das sogenannte Pflegegeld, oder als Sachleistung, wenn beispielsweise ein ambulanter Pflegedienst bei der Pflege daheim tätig wird. Viele Angehörige nutzen das Pflegegeld, um beruflich etwas kürzer zu treten und stattdessen Betreuungsaufgaben bei dem Pflegebedürftigen zu übernehmen. Für diesen ist es sicher angenehm, einen vertrauten Menschen um sich zu haben. Wirtschaftlich klug ist die Entscheidung aber nicht unbedingt. Pflegekräfte aus Osteuropa übernehmen hauswirtschaftliche und einfache pflegerische Aufgaben oft zu einem wesentlich günstigeren Preis. Da lohnt es nicht, selbst die Stundenzahl im Beruf zu reduzieren.

Pflegegeld und Sachleistungen geschickt kombinieren

Da der Berufsabschluss der ausländischen Pflegekräfte in Deutschland meist nicht anerkannt ist, können diese Leistungen nicht als Sachleistungen bei der Pflegekasse abgerechnet werden. Die Finanzierung einer Polin als Haushaltshilfe aus dem Pflegegeld ist aber ohne weiteres möglich. Da sie medizinisch geprägte Leistungen wie Wundversorgung oder Injektionen aber nicht erbringen darf, muss zusätzlich ein ambulanter Pflegedienst kommen. Und das geht so: Verzichten Sie auf zum Beispiel 20 % des Pflegegeldes. Im Pflegegrad 4 erhalten sie maximal 728 € im Monat. Reduzieren Sie auf 80 %, bleiben immer noch 582,40 €. Im Gegenzug können Sie die restlichen 20 % aus der deutlich höheren Sachleistung für ambulante Pflege erhalten. Das sind maximal 1.612 €, davon 20 % also 322,40 €, die Sie für professionelle Pflege daheim ausgeben können. In der Summe ist die sogenannte Kombileistung viel höher als das reine Pflegegeld, und die erbrachten Leistungen ergänzen sich perfekt.

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