Pflege mit Herz

Warmherzige Pflege braucht Zeit

Eine Pflege mit Herz im Minutentakt kann nicht funktionieren. Und doch ist sie gängige Praxis bei der stationären Unterbringung von Senioren, kranken oder behinderten Menschen. Kostendruck und Personalmangel lassen nicht nur die Zeit für ein freundliches Wort vermissen. Auch bei der medizinischen Versorgung, Essen und dem besonders wichtigen Trinken stellten die Prüfer der Krankenkassen Mängel in bis zu 60 % der Pflegeeinrichtungen fest. Kein Wunder, dass Pflegebedürftige Angst vor dem Weg ins Heim haben und Angehörige das „Abschieben“ in die stationäre Pflege nur als letzten Ausweg akzeptieren.

Bei ambulanten Pflegediensten ist jeder Handgriff durchgeplant

Pflege zu Hause

Häusliche Pflege ist eine sinnvolle Alternative zum Seniorenheim, wenn keine medizinische Notwendigkeit für die stationäre Behandlung besteht. Ambulante Pflegedienste mit professionellem Personal können beispielsweise Wunderversorgung und Verbandswechsel, Verabreichen von Medikamenten auch per Injektion oder Infusion sowie das Wechseln von Kompressionsstrümpfen auch zu Hause übernehmen und dabei Blutdruck oder Zucker messen. Ihre Zeit ist knapp und teuer, und so sehen die Abrechnungsvereinbarungen mit den Pflegekassen auch hier oft exakte Zeiten vor, die für die jeweilige Leistung bezahlt werden. Medizinische Pflege wird zur Fließbandarbeit.

Pflege mit Herz
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Häusliche Pflege ist eine sinnvolle Alternative zum Seniorenheim, wenn keine medizinische Notwendigkeit für die stationäre Behandlung besteht.

Angehörige brauchen Unterstützung

Bei der Pflege mit Herz bleiben die Angehörigen dennoch nicht im Regen stehen. Osteuropäische Haushalts- und Pflegehilfen arbeiten in Deutschland zu Tagessätzen, die für beide Seiten attraktiv sind. Ab etwa 60 Euro pro Tag oder 2.000 Euro im Monat bei Vollzeitpflege kann man eine Hilfskraft aus Polen, Ungarn, Rumänien, den baltischen Staaten und anderen Mitgliedsländern der Europäischen Union legal und rechtssicher anstellen. Ein Pflegedienst in der Heimat übernimmt die Arbeitgeberrolle und damit auch alle formalen Verpflichtungen, die damit verbunden sind. Um eine 24-Stunden-Betreuung mit dem deutschen Arbeitszeitgesetz vereinbar zu gestalten, wohnt die Pflegerin üblicherweise im Haushalt des Pflegebedürftigen. Das lässt ihr alle Zeit der Welt für eine liebevolle Betreuung, bei der die Stoppuhr keine Rolle spielt und Sprachbarrieren schnell überwunden sind. Und auch den Verwandten, die von Haushaltsführung und Grundpflege entlastet sind, bleibt Qualitätszeit für den sozialen Kontakt.

Pflegeagenturen sorgen für deutschsprachige Ansprechpartner

Damit bereits bei der Ermittlung des Pflegebedarfs, der Auswahl zuverlässiger Vertragspartner und der Vertragsgestaltung nichts schief geht, bedienen sich viele Familien einer Pflegeagentur vor Ort in Deutschland. Die Agenturen kennen den Markt und bewahren den Pflegebedürftigen und seine Angehörigen vor schwarzen Schafen. Auch nach dem Vertragsabschluss sind die Pflegevermittler als Kontaktstelle nützlich. Sie organisieren die Abholung der Pflegerin vom Bus oder Zug, leiten Gehaltszahlungen über ein deutsches Konto weiter und sorgen für eine Urlaubsvertretung. Für die Vermittlung wird eine Provision oder Gebühr fällig, die entweder in den Tagessatz bereits eingerechnet ist oder separat ausgewiesen wird. Bei lang andauernder Pflege ist eine degressive Staffelung möglich.

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