Pflege zu Hause Polin

Osteuropäische Pflegehilfen schließen die Lücke

Die meisten alten Menschen wünschen sich, wenn ein Pflegefall eintritt, die Pflege zu Hause. Eine Polin oder andere osteuropäische Pflegehilfen stellen sicher, dass Haushaltsführung und Grundpflege zu einem bezahlbaren Preis möglich sind. EU-Recht schafft die Voraussetzungen für die legale Beschäftigung von Arbeitskräften aus Ländern mit geringerem Lohnniveau. Eine Angleichung von Sozialstandards und die Gültigkeit des deutschen Rechts für einen Arbeitsplatz in Deutschland sichern die faire Behandlung der Haushalts- und Pflegehilfen.

Die Einweisung ins Heim ist die Ausnahme

Pflege zu Hause

Jeder zweite Deutsche braucht im Alter Pflege – aber nur jeder vierte von diesen muss in ein Heim. Einerseits ist das gut, denn die stationäre Pflege bietet überhaupt nicht genug Plätze für alle Pflegebedürftigen. Andererseits belastet die Pflege zu Hause die Angehörigen nicht nur körperlich, sondern bis hin zur psychischen Erschöpfung. Familie, Beruf und Pflege können trotz gesetzlicher Regelungen zu Pflegezeiten nicht dauerhaft unter einen Hut gebracht werden. Ambulante Pflegedienste leisten zwar die medizinische Behandlungspflege und kommen dafür stundenweise ins Haus. Sie sind aber teuer und Fachkräfte zu knapp, um als Haushaltshilfen eingesetzt zu werden oder einfache Arbeiten der Grundpflege zu verrichten.

Pflege zu Hause durch eine Polin
1/1

Jeder zweite Deutsche braucht im Alter Pflege – aber nur jeder vierte von diesen muss in ein Heim.

Osteuropäische Pflegehilfen schließen die Lücke

Für die Pflege zu Hause ist eine Polin die am weitesten verbreite Lösung, seit sich der deutsche Arbeitsmarkt im Jahr 2011 für Bürger der meisten osteuropäischen Staaten vollends geöffnet hat. Nach ihrem EU-Beitritt 2004 galt zunächst eine siebenjährige Übergangsfrist. Entsprechend mussten Bulgaren und Rumänen seit der Aufnahme in die Union 2007 noch bis 2014 warten. Die Osteuropäerinnen sind heute entweder selbstständig oder als Arbeitnehmerinnen in Deutschland tätig und ergänzen die Tätigkeit der ambulanten Pflegedienste, wenn Angehörige räumlich oder zeitlich nicht verfügbar sind. Sowohl die freiberufliche als auch die abhängige Beschäftigung sind legal. In der Praxis hat sich die Arbeitnehmer-Entsendung als gängiges Vertragsmodell durchgesetzt. Freiberufler arbeiten stets in der Grauzone zur Scheinselbstständigkeit. Eine direkte Anstellung im Haushalt ist zu bürokratisch, weil damit alle Pflichten eines Arbeitgebers übernommen werden müssen. Entsendung funktioniert so, dass die Pflegehilfen bei einem Pflegedienst beschäftigt sind, dessen Sitz im jeweiligen Heimatland ist. Dort werden sie sozialversichert und die ordnungsgemäße Anmeldung mit der sogenannten A1-Bescheinigung dokumentiert. Liegt ein Auftrag aus Deutschland vor, werden sie von ihrem Arbeitgeber in den jeweiligen Haushalt entsendet.

Attraktives Arbeitsumfeld

Was bringt polnische, ungarische oder slowakische Frauen dazu, ihre Heimat und ihre Familie für mehrere Monate zu verlassen und in Deutschland zu arbeiten? Für unsere Verhältnisse ist der gesetzliche Mindestlohn sehr wenig. Aber wenn die Pflegehilfen das Geld in ihrer Heimat ausgeben, hat es dank des niedrigeren Preisniveaus eine beachtliche Kaufkraft. Zudem gilt deutscher Arbeitnehmerschutz auch für Angestellte eines ausländischen Arbeitgebers. Das sichert zum Beispiel Urlaub und Höchstarbeitszeiten. Für eine Vollzeit-Pflege zu Hause durch eine Polin im Angestelltenverhältnis muss man mit rund 2.000 Euro monatlich rechnen. Nebenkosten für die Unterbringung im Haushalt kommen hinzu. Der Familienanschluss ist aber sinnvoll, um ein Vertrauensverhältnis zu schaffen und den Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes zu genügen.

Mehr zum Thema