Pflege zu Hause Zuschuss

Pflegegeld zur freien Verwendung

Die gesetzliche Pflegeversicherung kommt nicht für eine voll- oder teilstationäre Versorgung auf – auch für die Pflege zu Hause wird ein Zuschuss gezahlt. Die Höhe der Sachleistungen und des Pflegegeldes hängt vom Pflegegrad ab. Kombileistungen aus beiden Positionen sind möglich und in vielen Fällen sehr sinnvoll.

Häusliche Pflege ist Teamarbeit

Pflege zu Hause

Geht man den Alltag eines Seniors in Gedanken durch, bedarf es – abhängig von der Art der Beeinträchtigung – sehr unterschiedlicher Hilfestellungen. Dies gilt es zu bedenken, wenn Pflegedienstleistungen in Auftrag gegeben werden. Angehörige können ihren Teil beitragen, sind aber neben Beruf und eigener Familie schnell am Ende ihrer Möglichkeiten. Ehrenamtliche Seniorenbetreuer, die zum Beispiel von Kirchengemeinden entsandt werden, können für Abwechslung, Beschäftigung und Tagesstruktur sorgen, aber sie übernehmen keine Pflegeleistungen. Diese Arbeiten sind Aufgabe ambulanter Pflegedienste, soweit es sich um medizinische Tätigkeiten handelt. Einfache hauswirtschaftliche Aufgaben sowie die sogenannte Grundpflege kann man aber getrost Hilfskräften überlassen. Qualifiziertes Fachpersonal ist dafür zu knapp und auch zu teuer.

Pflege zu Hause: Welchen Zuschuss gibt es dafür?
1/1

Geht man den Alltag eines Seniors in Gedanken durch, bedarf es – abhängig von der Art der Beeinträchtigung – sehr unterschiedlicher Hilfestellungen.

Professionelle Pflege im Minutentakt

Ist eine Behandlungspflege durch einen Pflegedienst erforderlich, werden die Leistungen üblicherweise direkt zwischen der Pflegekasse und dem beauftragten Dienst abgerechnet. Der Pflegebedürftige sieht nicht, ob die Leistungen pauschal oder nach Minuten abgerechnet werden. Was er aber bemerken wird, ist die Pflege nach der Stoppuhr. Die Besuche des Pflegedienstes sind gerade so lang wie nötig. Für ein persönliches Wort bleibt kaum Zeit, der nächste Klient wartet schon.

Pflegegeld gibt es zur freien Verwendung

Wer dagegen eine Pflegehilfe aus Osteuropa einstellt, bekommt eine Betreuung rund um die Uhr ab etwa 1.700 Euro im Monat. Dieser Preis gilt für eine selbstständige Pflegerin. Weiter verbreitet ist die Beschäftigung von Arbeitnehmerinnen ab etwa 2.000 Euro im Monat. Das ist aus juristischer Sicht einfacher und auch fairer, weil die Frauen aus Polen, Ungarn, Lettland und anderen Ländern den deutschen Mindestlohn als Untergrenze der Bezahlung erhalten. Für diese Form der Pflege zu Hause wird ein Zuschuss in Form des Pflegegelds bezahlt, wenn ein Pflegegrad festgestellt ist. Eine prozentuale Kombination mit Sachleistungen ist möglich, zum Beispiel 20 % der Sachleistungen und 80 % des Pflegegelds. Zum Vergleich: Eine stationäre Pflege schlägt im Schnitt rund 3.200 Euro im Monat zu Buche. Zwar zahlt die Pflegeversicherung für einen Teil der Kosten, aber ein Eigenanteil von rund 1.600 Euro bleibt unabhängig vom Pflegegrad. Damit sollen die Beträge berücksichtigt werden, die auch im eigenen Zuhause anfallen würden, also Miete einschließlich Nebenkosten und Nahrungsmittel.

Rente steuerfrei kassieren

Viele Rentner müssen heute Steuern bezahlen. Nicht nur die staatliche Rente ist teilweise steuerpflichtig, auch bei privater Vorsorge gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Waren die Beiträge steuerbegünstigt, muss die Rente später versteuert werden. Pflegeaufwand kann vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Die verminderte Steuerlast ist ein weiterer Baustein zur Finanzierung der Pflege zu Hause.

Mehr zum Thema