Pflegedienst zu Hause

Warmherzige Pflege im eigenen Haushalt

Werden alte oder kranke Menschen durch einen ambulanten Pflegedienst zu Hause versorgt, zahlt bei anerkanntem Pflegegrad die Pflegekasse aus dem Budget für Sachleistungen. Üblicherweise rechnet der Pflegedienst seine Tätigkeiten direkt mit der Kasse ab. In der medizinischen Behandlungspflege sind examinierte Fachkräfte am Werk, und das schlägt sich im Preis nieder. Deshalb sind die Pflegezeiten eng begrenzt. Die Honorarvereinbarungen sehen oft nur wenige Minuten für bestimmte Leistungen vor.

Der Pflegedienst kommt vielleicht nur für eine halbe Stunde ins Haus, vielleicht nur jeden zweiten Tag. Der nächste Klient wartet schon – für ein nettes Wort bleibt da keine Zeit.

Haushaltsführung und Grundpflege sind Sache der Angehörigen

Pflege zu Hause

Kein professioneller Pflegedienst sieht zu Hause nach dem Rechten, putzt, wäscht oder kocht. Das wäre auch wirtschaftlich nicht sinnvoll, denn Pflegekräfte sind knapp und wären als Haushaltshilfe überbezahlt. Es geht aber nicht nur um hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Senioren brauchen im Alltag regelmäßige Beaufsichtigung, Anleitung und mehr oder weniger viel Unterstützung bei den täglichen Verrichtungen. Irgendwann kann man einen alten Menschen eventuell gar nicht mehr guten Gewissens allein lassen. Die sogenannte Grundpflege wird in vielen Haushalten von Angehörigen übernommen, zusätzlich zur Haushaltsführung. Das bedeutet Hilfe beim Aufstehen, bei der Körperpflege und beim Ankleiden, beim Zerkleinern von Nahrung und bei der Mobilität innerhalb und gegebenenfalls außerhalb der Wohnung, seien es nun Spaziergänge oder Arztbesuche. Die längst nicht vollständige Aufzählung lässt erkennen: Das ist ein Vollzeit-Job. Neben einem eigenen Beruf und einer eigenen Familie ist das nicht zu leisten. Gesetzliche Pflegezeit ist für eine akute Notsituation eine gute Sache, aber keine dauerhafte Lösung. Das Pflegegeld ersetzt nicht das Einkommen, wenn Verwandte ihren Beruf aufgeben. Im Ergebnis krankt die Pflege durch Angehörige an demselben Punkt wie der Einsatz eines Pflegedienstes zu Hause: Es mangelt an Zeit. Dabei wäre der soziale Kontakt doch die wichtigste Aufgabe der nahestehenden Menschen.

Pflegedienst zu Hause
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Werden alte oder kranke Menschen durch einen ambulanten Pflegedienst zu Hause versorgt, zahlt bei anerkanntem Pflegegrad die Pflegekasse aus dem Budget für Sachleistungen.

Osteuropäische Pflegehilfen schaffen Entlastung

Die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Haushaltshilfen und Pflegekräfte aus Osteuropa bedeutet für die betroffenen Familien die Möglichkeit, Hilfe in der Hauswirtschaft und der häuslichen Pflege zu bezahlbaren Preisen – weit unter den Kosten eines Pflegeheims – zu erhalten. Zwar kommen aus Polen, Ungarn, Rumänien, den baltischen Staaten und dem Balkan durchweg keine gelernten Kräfte. Sie können also die Tätigkeit des ambulanten Pflegedienstes zu Hause in der medizinischen Behandlungspflege nicht ersetzen. Aber sie übernehmen Haushaltsführung und Grundpflege. Sie schenken der Familie damit qualitativ gute Zeit für Gespräche, gemeinsame Mahlzeiten und, soweit möglich, Aktivitäten in der Freizeit. Ist eine Vollzeitpflege erforderlich, wohnt die Pflegerin im Haushalt und wird damit selbst schon fast zum Familienmitglied. Sprachbarrieren sind auf diese Weise schnell überwunden.

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