Pflegegeld bei Häuslicher Pflege

Die Pflegekasse zahlt nicht nur für Profis

Mit dem Pflegegeld bei häuslicher Pflege lassen sich Ausgaben für Hilfskräfte finanzieren, die die Pflegekasse im Rahmen des Budgets für Sachleistungen nicht übernimmt. Das Zweite Pflegestärkungsgesetz, das 2017 in Kraft getreten ist, stellt Kombileistungen aus Pflegegeld und Sachleistung als attraktive Möglichkeit in den Vordergrund. Grundpflege und Behandlungspflege werden unterschiedlich behandelt Der sachliche Unterschied zwischen der allgemeinen Grundpflege und der medizinischen Behandlungspflege bestimmt auch das Leistungsangebot der Pflegekasse. Medizinische Behandlungspflege umfasst alle Tätigkeiten, die Fachkenntnisse einer examinierten Pflegekraft voraussetzen. Beispiele hierfür sind Wundversorgung und Dekubitus-Vorsorge, also Maßnahmen gegen das Wundliegen, das Verabreichen von Medikamenten auch per Injektion oder Infusion, Wechseln von Kompressionsstrümpfen sowie das Messen von Puls, Blutdruck und Blutzucker.

Das alles sind keine extremen Zeitfresser. Ambulante Pflegedienste kommen deswegen nur stundenweise ins Haus. Vielleicht reicht sogar ein Besuch an jedem zweiten Tag. Die Leistungskataloge und Abrechnungsmodalitäten sind zwischen Pflegediensten und Kassen festgelegt. Manche Dienste werden pauschal vergütet, es gibt aber auch Kataloge mit definierten Richtzeiten für bestimmte Tätigkeiten. Der Pflegebedürftige hat mit der finanziellen Seite wenig zu tun, Pflegekasse und Dienstleister rechnen bei einem anerkannten Pflegegrad direkt miteinander ab. Der Topf, aus dem die Leistungen erfolgen, heißt Sachleistungs-Budget.

Haushaltsführung und Grundpflege bestimmen den Alltag

Pflege zu Hause

Der im Vergleich mit der Behandlungspflege wesentlich größere Zeitaufwand ist die Versorgung des Haushalts und die sogenannte Grundpflege. Darunter versteht man insbesondere Unterstützung bei Körperpflege, Nahrungsaufnahme und Mobilität. Inwieweit eine Grundpflege erforderlich ist, hängt von der verbliebenen Alltagskompetenz des Pflegebedürftigen ab. Vielleicht reichen Aufsicht und Anleitung, zum Beispiel bei körperlichen wenig beeinträchtigten Demenz-Patienten. Weder für die Grundpflege noch zum Putzen, Waschen, Einkaufen und Kochen braucht man eine Pflege-Fachkraft. Haushaltshilfen, oft legal und kostengünstig aus Osteuropa entsendet, können diese Arbeiten mit den Kenntnissen und dem Engagement einer guten Hausfrau problemlos übernehmen. Sachleistungen der Pflegekasse gibt es dafür zwar nicht, aber das Pflegegeld wird bei häuslicher Pflege zur freien Verfügung gezahlt und kann dafür verwendet werden.

Pflegegeld bei häuslicher Pflege
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Mit dem Pflegegeld bei häuslicher Pflege lassen sich Ausgaben für Hilfskräfte finanzieren, die die Pflegekasse im Rahmen des Budgets für Sachleistungen nicht übernimmt.

Kombileistungen sind oft sinnvoll

Von den verbesserten Leistungen nach dem Pflegestärkungsgesetz profitieren besonders Demenzkranke. Die bisherige Pflegestufe wird normalerweise um eins erhöht, das ist der neue Pflegegrad. Kommen kognitive Einschränkungen hinzu, werden zwei Grade addiert – aus Pflegestufe II wird dann beispielsweise der Pflegegrad 4. In der Praxis erfolgt die Betreuung von Senioren und Kranken oft in Zusammenarbeit von Pflegediensten und Hilfskräften. Dazu können auch Sachleistungen und Pflegegeld kombiniert werden. Die Berechnung erfolgt prozentual. Sind beispielsweise 20 % der Sachleistungen ausgeschöpft, gibt es noch 80 % des Pflegegeldes. Die unterschiedlichen absoluten Beträge spielen bei der Kombination dagegen keine Rolle.

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