Pflegehilfe

Pflegehilfe aus Osteuropa

Immer mehr Angehörige pflegebedürftiger Menschen beschäftigen eine Pflegehilfe aus Osteuropa. Das ist sinnvoll, denn eine Betreuung rund um die Uhr ist nicht gleichzusetzen mit ständigen medizinischen Leistungen. Oft reicht eine Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen, vielleicht ist sogar nur Beaufsichtigung oder Anleitung erforderlich. Dafür muss man nicht die begrenzte Zeit der pflegenden Verwandten verschwenden und auch keinen teuren Pflegedienst bezahlen.

Osteuropäische Hilfskräfte ohne anerkannten Berufsabschluss

Pflege zu Hause

Ausländische Pflegehilfen, meist aus Osteuropa, sind in rund 200.000 deutschen Haushalten beschäftigt. Sie haben in aller Regel keinen Berufsabschluss in einem Pflegeberuf, oder die deutschen Sprachkenntnisse sind für eine Anerkennung als geprüfte Pflegekraft nicht gut genug. Sie übernehmen deshalb keine Tätigkeiten der Behandlungspflege, sondern arbeiten als Haushaltshilfen mit ergänzenden pflegerischen Tätigkeiten. Die Situation ist für beide Seiten vorteilhaft: Der Pflegebedürftige erhält die Leistungen vergleichsweise günstig, und die angestellte Pflegehilfe genießt die Standards des deutschen Arbeitsschutzrechts. Ein professioneller ambulanter Pflegedienst kostet für eine Betreuung rund um die Uhr mindestens 10.000 Euro im Monat, hat die Stiftung Warentest ermittelt. Eine Polin als angestellte Pflegerin ist einschließlich Nebenkosten schon für unter 2.000 Euro zu beschäftigten, und sie erhält trotzdem den gesetzlichen Mindestlohn oder sogar mehr.

Pflegehilfe
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Immer mehr Angehörige pflegebedürftiger Menschen beschäftigen eine Pflegehilfe aus Osteuropa.

Gute Haushaltsführung und menschlicher Kontakt

Polen stellen mit rund 20 % die größte Gruppe der ausländischen Pflegehilfen in Deutschland. Meist wohnen sie im Haushalt des Pflegebedürftigen. Das ermöglicht einerseits einen engen Kontakt, selbst wenn es mit den Sprachkenntnissen anfangs noch hapert. Vor allem ist es aber eine sinnvolle Lösung, wenn die Tätigkeit in vielen Teilen nur aus Anleitung und Beaufsichtigung, aber keiner echten pflegerischen Arbeit besteht. Betreuungsbedürftigkeit ist immer öfter nicht in erster Linie durch körperliche Einschränkungen verursacht, sondern durch abnehmende geistige Leistungsfähigkeit. Ein Demenzkranker ist sehr wohl in der Lage, sich selbstständig zu waschen und anzukleiden. Er benötigt aber Unterstützung, um in seine Tagesstruktur zu finden. Es reicht vielleicht aus, ihm den Waschlappen und die Kleidung zurechtzulegen, und die eigentliche Tätigkeit kann er dann allein verrichten. Eine teure Schichtarbeit, die mehrere Pflegekräfte erfordert, kann vermieden werden, wenn die Pflege nur dort einsetzt und bezahlt wird, wo sie wirklich gebraucht wird.

Pflegekasse fördert Kombileistungen

In der Praxis hat sich die Kombination aus Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes, der Angehörigen und einer Pflegehilfe gut bewährt. Seit Inkrafttreten der Pflegereform gibt es verbesserte Leistungen. Die Kombination aus der Erstattung von Kosten für Sachleistungen professioneller Pfleger und dem Pflegegeld zur freien Verfügung ist möglich und sinnvoll. Wer beispielsweise auf 20 % des Pflegegelds verzichtet, kann stattdessen diese 20 % von dem höheren Betrag für Sachleistungen erhalten. Die Angehörigen gewinnen Zeit für ihre wichtigste Aufgabe: Zeit mit dem Familienmitglied zu verbringen und seinen Alltag lebenswert gestalten.

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