Pflegehilfskraft

Beschäftigung einer Pflegehilfskraft

Die Beschäftigung einer Pflegehilfskraft bedeutet für viele Familien die einzige Chance, liebe Angehörige zu Hause betreuen zu können und den oft als Abschieben empfundenen Umzug in ein Pflegeheim zu vermeiden. Frauen aus Osteuropa können und können zwar nicht immer alle Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes ersetzen, entlasten aber die Verwandten von Aufgaben, die rein zeitlich schon gar nicht zu leisten wären.

Sinnvoller Einsatz von Pflegegeld

Pflege zu Hause

Wenn einem Pflegebedürftigen eine Pflegestufe oder nach der Pflegereform 2017 ein Pflegegrad zuerkannt wurde, erhält er Leistungen der Pflegekasse. Das sind bei ambulanter Pflege entweder Sachleistungen für einen Pflegedienst oder ein Pflegegeld zur freien Verfügung. Beide Leistungsarten lassen sich geschickt kombinieren, zum Beispiel 80 % des Pflegegeldes und 20 % der Sachleistungen. Da die Sachleistungen höher sind als das Pflegegeld, macht das in der Summe einen höheren Betrag, als wenn nur Pflegegeld bezogen würde. Ob Angehörige selbst pflegen und dafür das Pflegegeld einstecken, oder ob sie davon eine Polin bezahlen, ist ein reines Rechenexempel: Es lohnt nicht, einen gut bezahlten Job aufzugeben oder die Arbeitszeit zu verkürzen, wenn eine osteuropäische Pflegehilfskraft dieselben Tätigkeiten zum gesetzlichen Mindestlohn verrichtet. Nutzen Sie als Angehöriger lieber die entspannte Zeit nach Feierabend für den persönlichen Kontakt, den eine fremde Betreuungsperson so nicht ersetzen kann.

Pflegehilfskraft
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Pflegeleistungen, die besondere Sachkunde erfordern, machen nur einen kleinen Anteil am Tagesablauf des Pflegebedürftigen aus.

Medizinische Tätigkeiten nur von examinierten Kräften

Pflegeleistungen, die besondere Sachkunde erfordern, machen nur einen kleinen Anteil am Tagesablauf des Pflegebedürftigen aus. Für Injektionen und Wundversorgung reicht ein kurzer Besuch des ambulanten Pflegedienstes, der wie im obigen Beispiel mit 20 % der maximalen Sachleistungen bezahlt ist. Der Löwenanteil der Betreuung kann auch von einer Pflegehilfskraft ohne anerkannten Abschluss geleistet werden. Waschen, Ankleiden, Hilfe bei Bewegungen im Haus oder bei kurzen Spaziergängen, allgemeine hauswirtschaftliche Tätigkeiten – all das geht auch ohne Examen. Besonders bei der Demenzbetreuung reicht es oft, dass jemand einfach nur da ist und gegebenenfalls Unheil verhindert.

-Stunden-Pflege organisieren

Für ausländische Arbeitnehmerinnen, die in deutschen Haushalten beschäftigt sind, gilt deutsches Arbeitsschutzrecht. Dazu gehört auch die Einhaltung von Arbeitszeiten. Wichtige Eckpunkte sind eine Höchstarbeitszeit von zehn Stunden pro Tag und 48 Stunden in der Woche, bezogen auf eine Sechs-Tage-Woche. Zudem gibt es vorgeschriebene Pausenzeiten und eine Ruhzeit von mindestens elf Stunden zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn am nächsten Tag. Eine Pflege rund um die Uhr scheint unter diesen Rahmenbedingungen nur mit einem Schichtmodell und mehreren Pflegehilfskräften leistbar zu sein. Es gibt aber durchaus Konzepte, nach denen eine versierte Betreuung legal und bezahlbar möglich ist. Die Betreuungskraft wohnt üblicherweise im Haushalt des Pflegebedürftigen. Selbst wenn man umgangssprachlich von einer 24-Stunden-Pflege spricht, hat die Pflegerin dort trotzdem Ruhezeiten und Freizeit, die dem deutschen Arbeitsrecht genügen.

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