Pflegekräfte aus Polen Anmelden

Arbeitnehmer-Entsendung entlastet

Wer Pflegekräfte aus Polen anmelden will, zum Beispiel beim Einwohnermeldeamt, beim Finanzamt und bei den Sozialversicherungsträgern, hat eine Menge Formalitäten zu erledigen. Einfach ist es nur bei einer Beschäftigung auf 450-Euro-Basis. Hier koordiniert die Minijob-Zentrale der Bundesknappschaft viele Aktivitäten, so dass nur eine einzige Anmeldung erforderlich ist. Aber eine 24-Stunden-Pflege ist deutlich aufwändiger, als ein Minijob hergibt. Dennoch gibt es Möglichkeiten, Arbeitgeberpflichten zu vermeiden oder zu reduzieren.

Beschäftigung einer freiberuflichen Pflegerin

Pflege zu Hause

Selbstständige Kräfte haben keinen Arbeitgeber und sind nicht weisungsgebunden. Grundlage ihrer Arbeit ist ein Dienstleistungsvertrag. Damit fallen für den beauftragenden Haushalt auch keine Verpflichtungen wie das Abführen von Steuern oder Sozialversicherungsbeiträgen an. Wohnt die Pflegerin im Haushalt, ist eine Meldung beim Einwohnermeldeamt erforderlich. Eigentlich ist sie dafür selbst zuständig, aber wegen der mangelnden Sprach- und Ortskenntnisse schadet etwas Hilfe durch den Auftraggeber sicher nicht. In der eigenen Steuererklärung können die Kosten der Pflege als haushaltsnahe Dienstleistungen oder außergewöhnliche Belastungen angesetzt werden. Der Aufwand dafür ist sehr gering. Aber Vorsicht: Selbstständige Arbeit ist oft schwer von abhängiger Beschäftigung abzugrenzen. Dann besteht eine sogenannte Scheinselbstständigkeit, und rückwirkend treffen den Auftraggeber dann doch wieder die Verpflichtungen des Arbeitgebers, einschließlich der finanziellen Konsequenzen. Werden Sozialversicherungsbeiträge vorsätzlich hinterzogen, droht sogar eine Strafverfolgung.

Pflegekräfte aus Polen anmelden
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Aufgrund der Arbeitnehmer-Freizügigkeit in der EU kann der deutsche Haushalt selbst als Arbeitgeber einer ausländischen Pflegehilfe auftreten.

Abhängige Arbeit ist aufwändiger

Aufgrund der Arbeitnehmer-Freizügigkeit in der EU kann der deutsche Haushalt selbst als Arbeitgeber einer ausländischen Pflegehilfe auftreten. Er muss dann zunächst eine Betriebsnummer beantragen. Mit dieser Nummer sind dann weitere Anmeldeschritte bei den Sozialversicherungen zu erledigen. Außerdem erwartet das Finanzamt die Abführung der Lohnsteuer. Im Rahmen der Lohnbuchhaltung müssen Arbeitszeiten dokumentiert werden, denn nur so kann die Einhaltung des Mindestlohn-Gesetzes bewiesen werden. Die Behörden kontrollieren zudem die Aufzeichnung von Arbeits- und Ruhezeiten, um gegebenenfalls Verstöße gegen die gesetzlichen Höchstarbeitszeiten ahnden zu können. Einige der Arbeitgeberpflichten können auf Dienstleister delegiert werden, aber das kostet extra. Mit mindestens 30 Euro im Monat sollte man rechnen. Andere müssen zwingend selbst erledigt werden.

Arbeitnehmer-Entsendung entlastet

Aber warum muss die Haushalts- und Pflegehilfe überhaupt direkt angestellt sein? Ein Weisungsrecht lässt sich auch indirekt über einen anderen Arbeitgeber ausüben. Arbeitnehmer-Entsendung heißt das Modell, bei dem die Pflegerin bei einem Pflegedienst in ihrer Heimat, zum Beispiel in Polen, angestellt ist. Er muss dann die Pflegekräfte aus Polen anmelden, und zwar bei der örtlich zuständigen Sozialversicherung. Darüber stellt er eine sogenannte A1-Bescheinigung aus und überlässt sie dem deutschen Haushalt, der damit aus dem Schneider ist. Oft werden Pflegeagenturen zwischengeschaltet, die das Personal nicht nur vermitteln, sondern sich auch um die in Deutschland noch erforderlich bürokratischen Schritte kümmern. Der Auftraggeber merkt davon nichts und kommt dennoch in den Genuss einer preisgünstigen privaten Pflegeleistung.

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