Pflegekräfte aus Polen Legal

Legaler Einsatz ausländischer Pflegekräfte

Pflegekräfte aus Polen sind legal in einem anderen EU-Land zu beschäftigen. Das betrifft natürlich nicht nur Polen, sondern auch jedes andere EU-Land. Während zugewanderte Arbeitnehmer aus Bosnien und Herzegowina, der Ukraine oder Kasachstan einen Aufenthaltstitel und eine Arbeitserlaubnis benötigen, gilt für Rumänien, Bulgarien und Slowenien die Dienstleistungsfreiheit und die Arbeitnehmer-Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union. Das beliebteste Vertragsmodell, über das legale Haushalts- und Pflegehilfen in Deutschland beschäftigt werden, ist die Entsendung durch einen heimischen Arbeitgeber in ein anderes EU-Land.

Dienstleistungsfreiheit für selbstständiges Pflegepersonal

Pflege zu Hause

Wer als Pflege- oder Haushaltshilfe selbstständig, also als Ein-Personen-Unternehmen, seine Dienste anbietet, kann das ohne besondere Genehmigung innerhalb der gesamten Europäischen Union tun. ausgeschlossen sind lediglich medizinische Tätigkeiten, die eine besondere Qualifikation erfordern. Für den Auftraggeber können sich Kostenvorteile ergeben, denn es wird kein Arbeitsvertrag geschlossen, sondern ein Dienstleistungsvertrag. Damit entfallen auch Bestimmungen wie Mindestlohn, Höchstarbeitszeit und Urlaub. Will ein Dienstleister 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche arbeiten, darf er das theoretisch tun – zu jedem beliebigen Preis, solange die Grenze zur Sittenwidrigkeit des Vertrages nicht überschritten ist. Ein Risiko besteht aber bezüglich der fehlenden Weisungsgebundenheit des Dienstleisters. Arbeitet er für nur einen Auftraggeber und nimmt dessen Anweisungen entgegen, könnte in Wahrheit ein Arbeitsverhältnis vorliegen. Man spricht dann von Scheinselbstständigkeit, und wenn diese festgestellt wird, hat das böse Konsequenzen von Nachzahlungen bis hin zur Strafverfolgung wegen hinterzogener Sozialversicherungsbeiträge. Selbstständige Pflegekräfte aus Polen sind also legal, aber es ist eine rechtliche Grauzone.

Pflegekräfte aus Polen, die legal sind
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Pflegekräfte aus Polen sind legal in einem anderen EU-Land zu beschäftigen.

Sicherer ist das abhängige Beschäftigungsverhältnis

Große rechtliche Sicherheit bietet die Beschäftigung der Pflegehilfen als Arbeitnehmer in einem abhängigen Arbeitsverhältnis. Der Arbeitsvertrag wird entweder direkt zwischen dem Haushalt des Pflegebedürftigen und der Pflegekraft geschlossen – Basis ist die Arbeitnehmer-Freizügigkeit –, oder eine ausländische Pflegeagentur in der Heimat wird als Arbeitgeber zwischengeschaltet – das ist die Arbeitnehmer-Entsendung. Das letztgenannte Modell ist etwas billiger für den Auftraggeber, da im Heimatland in der Regel niedrigere Lohnnebenkosten anfallen. Außerdem müssen der Pflegebedürftige und seine Angehörigen nicht für die Arbeitgeberpflichten wie Anmeldung zur Sozialversicherung und Abführen von Steuern geradestehen.

Preise ab 2.000 Euro

Für Pflegekräfte aus Polen, die legal und mit Sozialversicherungsschutz in Deutschland arbeiten, sind ca. 2000 Euro im Monat für eine Vollzeitbetreuung zu kalkulieren. Das sind ca. 300 Euro mehr als für einen entsprechenden Dienstleistungsvertrag. Das Geld ist aber gut investiert, denn man erkauft sich nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch das gute Gefühl, für eine Leistung auch einen fairen Preis mit Mindestlohn, Urlaub und geregelten Höchstarbeitszeiten zu bezahlen. Pflegevermittler helfen bei der Bedarfsermittlung und unterstützen eine Vertragsabwicklung in deutscher Sprache.

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