Pflegekräfte aus Polen Privat

Ein Pflegefall bedeutet nicht das Ende des Privatlebens

Ambulante Pflege ist bezahlbar, auch wenn man nicht zu den „oberen Zehntausend“ auf der Einkommensskala gehört – Pflegekräfte aus Polen, die privat eine Versorgung zu Hause unterstützen, machen es möglich. Für ihren Einsatz darf das Pflegegeld aus der sozialen Pflegeversicherung verwendet werden.

Horrormeldungen über den Pflegenotstand

Pflege zu Hause

Glaubt man Presseveröffentlichungen und den anonymisierten Aussagen von Pflegepersonal in Heimen, ist die Angst älterer Menschen und deren Angehörigen vor einer stationären Pflege nur allzu verständlich. Umziehen für die Nacht um 16:30 Uhr, wunde Stellen wegen mangelnder Dekubitus-Vorsorge, Dehydrierung – selbst wenn das nur Einzelfälle sein sollten, bleibt die Sorge, sich selbst nicht mehr wehren zu können. Aber auch in der ambulanten Pflege läuft bei weitem nicht alles rund. Professionelle Pflegedienste können für definierte Leistungen nur bestimmte Zeiten abrechnen, und das bedeutet Versorgung im Minutentakt. Der Rest bleibt an Angehörigen hängen, die zeitlich, physisch und psychisch überfordert sind. Ein angespanntes Verhältnis zu demjenigen, der nicht nur auf Hilfe, sondern auch auf menschliche Zuwendung dringend angewiesen ist, bleibt dann nicht aus.

Pflegekräfte aus Polen von privat
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Eine private Pflegekraft aus Polen, Rumänien oder anderen osteuropäischen EU-Ländern bringt bei einem Pflegefall die nötige Entlastung für die Angehörigen.

Osteuropäische Kräfte sind geübt in der Pflege mit Familienanschluss

Eine private Pflegekraft aus Polen, Rumänien oder anderen osteuropäischen EU-Ländern bringt bei einem Pflegefall die nötige Entlastung für die Angehörigen und eine entspannte Situation auch für denjenigen, der sich in seiner Hilfsbedürftigkeit erst noch zurechtfinden muss. Die Beschäftigung ist nach europäischem Recht völlig legal und hat auch nichts mit Ausbeutung billiger Arbeitskräfte zu tun. Werden Haushalts- und Pflegehilfen als Arbeitnehmer beschäftigt, werden sie durch deutsches Arbeitsrecht geschützt. Und das heißt gesetzlicher Mindestlohn, Mindesturlaub und Höchstarbeitszeiten. Lediglich bei der Beschäftigung von selbstständigem Personal entfällt der Arbeitnehmerschutz. Hier wird eine rechtliche Grauzone ausgenutzt, die einige Risiken birgt – Stichwort Scheinselbstständigkeit. Man muss genau überlegen, ob die Ersparnis von ein paar hundert Euro im Monat das wert ist.

Ausländische Pflegeagenturen entsenden ihre Mitarbeiter

Wenn Pflegekräfte aus Polen privat beschäftigt werden, sind meist nicht die Haushalte selbst Arbeitgeber. Vielmehr wird ein Pflegedienst im Heimatland zwischengeschaltet, um den Pflegebedürftigen von den formalen Anforderungen an einen Arbeitgeber zu befreien und gleichzeitig die Lohnnebenkosten etwas zu reduzieren. Bei diesem Modell muss man für die Vollzeitpflege mit knapp 2.000 Euro Kosten pro Monat rechnen. Apropos Vollzeitpflege: Wie bereits erwähnt, gilt das deutsche Arbeitszeitgesetz auch für ausländische Pflegehilfen, wenn sie bei uns tätig sind. Zwar sind nur durchschnittlich acht Stunden pro Tag in einer Sechs-Tage-Woche erlaubt, aber die 24-Stunden-Betreuung von Senioren lässt sich trotzdem regeln. Da der Haushalt des Pflegebedürftigen die Pflegerin bei sich aufnimmt, können Arbeits-, Bereitschafts- und Ruhezeiten flexibel abgewechselt werden. Das dient nicht nur dem Arbeitsschutz, sondern fördert auch die persönliche Bindung an die private Pflegekraft.

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