Pflegekraft für Zuhause

Häusliche Pflege ist kein Privileg reicher Leute

Eine private Pflegekraft für Zuhause gilt bei vielen Menschen immer noch als Luxus, den sich vielleicht ein Michael Schumacher nach seinem schweren Skiunfall für sein Schweizer Domizil leisten kann, der für einen normalen Rentner aber unerreichbar teuer ist. Dabei ist die Seniorenbetreuung in den eigenen vier Wänden durchaus erschwinglich, wenn man den Einsatz von Fach- und Hilfskräften richtig kombiniert. Und seien wir ehrlich – eine stationäre Pflegeeinrichtung ist finanziell keine Alternative, denn dafür reicht die Rente in den meisten Fällen ebenso wenig wie für eine professionelle Vollzeit-Pflegekraft.

Pflege zu Hause

Behandlungspflege macht nur einen kleinen Teil des Tages aus

Pflegekraft für Zuhause
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Eine private Pflegekraft für Zuhause gilt bei vielen Menschen immer noch als Luxus.

Die Stiftung Warentest hat vor einiger Zeit Pflegekosten von mindestens 10.000 Euro für eine 24-Stunden-Betreuung ausgerechnet. Inflationsbedingt dürfte der Betrag heute sogar noch höher liegen. Bei dieser Berechnung wurden aber die Kosten einer medizinischen Behandlungspflege zugrunde gelegt – also zum Beispiel Dekubitus-Vorsorge gegen das Wundliegen, Verbandswechsel, Medikamentengabe, Messen von Blutwerten, An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen und dergleichen. Wenn solche Leistungen tatsächlich rund um die Uhr erforderlich sein sollten, muss man ernsthaft über die Verlegung des Patienten in eine stationäre Pflegeeinrichtung nachdenken. Für die meisten Senioren sieht der Alltag jedoch glücklicherweise anders aus. Behandlungspflege im oben geschilderten Umfang ist nur stundenweise erforderlich, oft nicht einmal an jedem Tag der Woche. Für den Rest der Zeit reichen Beaufsichtigung, Anleitung und temporäre Unterstützung, zum Beispiel bei der Körperhygiene und beim Ankleiden. Natürlich muss auch der Haushalt in Ordnung gehalten werden. Aber für Putzen, Waschen, Einkaufen und Kochen braucht man keine examinierte Pflegerin.

Eine Haushalts- und Pflegehilfe für 2.000 Euro im Monat

Osteuropäische Pflegekräfte, die mit sehr geringem Aufwand über zuverlässige Vermittlungsagenturen beauftragt werden können, verrichten die genannten Arbeiten im Haushalt und in der Grundpflege für vergleichsweise geringes Geld. Mit rund 2.000 Euro im Monat einschließlich Nebenkosten muss man rechnen, wenn die Pflegehilfe eine Vollzeitbetreuung sicherstellt und deswegen im Haushalt des Pflegebedürftigen wohnt. Selbstständiges Pflegepersonal, das ebenfalls über Agenturen gesucht wird, ist zwar etwas billiger, aber man bewegt sich wegen des Risikos der Scheinselbstständigkeit in einer rechtlichen Grauzone. Unzweifelhaft legal sind dagegen innerhalb der Europäischen Union die Beschäftigung der Hilfskraft bei einem Pflegedienst in ihrer Heimat und die Entsendung in den deutschen Haushalt. Das Modell ist beliebt, weil es dem Auftraggeber eine Entlastung der pflegenden Angehörigen zu günstigen Preisen ermöglicht, und gleichzeitig die Pflegerin den vollen Arbeitnehmerschutz nach deutschem Recht genießt. Viele hunderttausend Pflegehilfen sind auf Basis der Arbeitnehmer-Entsendung bereits in deutschen Haushalten tätig und dort wegen ihrer Zuverlässigkeit und der engen Bindung an die Familie sehr beliebt.

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