Pflegekraft Kosten

Häusliche Pflege zu vertretbaren Kosten organisieren

Für die medizinische Behandlungspflege verursacht eine Pflegekraft Kosten von 10.000 Euro im Monat oder mehr. Diese Zahl hat die Stiftung Warentest ermittelt. Dabei gingen die Tester aber von einem professionellen Pflegedienst mit examiniertem Fachpersonal aus. Tatsächlich geht es in den weitaus meisten Fällen aber nicht um medizinisch geprägte Tätigkeiten, sondern die Entlastung der Angehörigen bei alltäglichen Hilfestellungen.

Haushalts- und Pflegehilfen, vor allem Frauen aus Osteuropa, können für weit weniger Geld beschäftigt werden. Die verschiedenen Vertragsmodelle bieten unterschiedliche Chancen und Risiken.

Selbstständiges Pflegepersonal zum niedrigsten Preis

Pflege zu Hause

Ein Pflegebedürftiger muss für eine selbstständige Pflegekraft Kosten ab rund 1.700 Euro im Monat für eine Betreuung rund um die Uhr kalkulieren. Da die Pflegekraft üblicherweise im Haushalt wohnt, sind Nebenkosten für Unterbringung und Verpflegen zu addieren. Selbstständiges Pflegepersonal aus osteuropäischen EU-Ländern kann wegen der Dienstleistungsfreiheit innerhalb Europas grundsätzlich legal beschäftigt werden. Da kein Arbeitsvertrag geschlossen wird, gelten auch keine Schutzvorschriften wie Mindestlohn oder Höchstarbeitszeit. Die Vertragsbedingungen können frei ausgehandelt werden. Natürlich kann keine Pflegerin 24 Stunden an sieben Wochentagen arbeiten, dennoch drückt der Verzicht auf Arbeitnehmerschutz den Preis. Allerdings hat der Auftraggeber auch keinerlei Weisungsrechte. Versucht er trotzdem, die Dienstleistung zu bestimmen, liegt der Verdacht einer Scheinselbstständigkeit nahe. Wird diese festgestellt, sind umfangreiche Nachzahlungen an Löhnen und Sozialabgaben fällig, sogar eine Strafverfolgung ist möglich. Die Beschäftigung einer selbstständigen Pflegekraft bewegt sich also in einer rechtlichen Grauzone, und trotz der niedrigen Kosten sollte dieses Modell auch unter moralischen Aspekten – Stichwort Ausbeutung billiger Arbeitskräfte – genau überlegt sein.

Pflegekraft: Die Kosten
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In den weitaus meisten Fällen geht es nicht um medizinisch geprägte Tätigkeiten, sondern die Entlastung der Angehörigen bei alltäglichen Hilfestellungen.

Rechtliche Sicherheit durch abhängige Beschäftigung

Die Anstellung von Haushalts- und Pflegehilfen als Arbeitnehmerinnen ist ab etwa 2.100 Euro im Monat möglich, wenn der Haushalt des Pflegebedürftigen selbst als Arbeitgeber auftritt. Da er damit umfangreiche Verpflichtungen zu erfüllen hat, wird aber meist ein Pflegedienst im Heimatland der Pflegerin zwischengeschaltet. Das entlastet den Pflegebedürftigen bzw. seine Angehörigen von bürokratischen Aufgaben und spart zudem um die 100 Euro Lohnnebenkosten im Monat. Da der Haushalt nicht Arbeitgeber ist, hat er zwar kein direktes Weisungsrecht, aber in den Vertrag mit dem ausländischen Pflegedienst können entsprechende Regelungen aufgenommen werden.

Kontaktaufnahme durch Vermittlungsagenturen

Sowohl die direkte Anstellung als auch die Entsendung durch einen ausländischen Arbeitgeber sind durch EU-Recht gedeckt und völlig unproblematisch. Wichtig ist, einen seriösen Vertragspartner im Ausland zu finden – in einem großen Markt lockt viel Geld, und das ruft auch schwarze Schafe auf den Plan. Deutsche Pflegevermittler kümmern sich vor Ort um die Ermittlung des Bedarfs, knüpfen Kontakte zu soliden Pflegediensten in Osteuropa und formulieren Verträge in deutscher Sprache. Sie übernehmen auch die gesamte Abwicklung von der Organisation der Arbeitszeiten bis zum Zahlungsverkehr über ein deutsches Konto.

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