Pflegekraft Polen

Die Polin als Alternative zur Heimbetreuung

Eine Pflegekraft aus Polen ist für viele der knapp drei Millionen pflegebedürftigen Menschen der rettende Engel, der sie vor einem Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung bewahrt und ihnen ein würdiges Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Ohne Haushaltshilfen aus Osteuropa, die auch in der Grundpflege tätig sind, ist die ambulante Versorgung in Deutschland nicht zu gewährleisten.

Mehr als 200.000 Haushalte profitieren von ausländischer Unterstützung

Pflege zu Hause

Polinnen stellen die größte Gruppe der ausländischen Betreuungspersonen. Auf 20 % wird die Anzahl der Polen unter den rund 400.000 bis 500.000 Pflegekräften mit Migrationshintergrund geschätzt. Die Frauenquote liegt deutlich über 90 %. Osteuropäerinnen versorgen Menschen in 200.000 deutschen Haushalten. Medizinische Tätigkeiten dürfen sie meist nicht ausüben. Entweder fehlt es an einem Berufsabschluss, der in Deutschland anerkannt wird, oder es scheitert an der erforderlichen Sprachprüfung. Für allgemeine Tätigkeiten im Hauhalt oder in der Grundpflege ist das aber auch weder rechtlich noch praktisch erforderlich. Menschliche Zuwendung auch bei intimen Vorgängen wie Körperpflege ist wichtiger als ein Examen. Zudem wäre Pflegefachpersonal als Haushaltshilfe nicht nur überqualifiziert, sondern auch überbezahlt. Die Pflegekraft aus Polen erhält, wenn sie in einem deutschen Haushalt als Arbeitnehmerin tätig ist, garantiert den gesetzlichen Mindestlohn. Das gilt auch dann, wenn sie formal bei einem Unternehmen in ihrer Heimat beschäftigt und dort zur Sozialversicherung angemeldet ist. Eine Ausnahme gilt nur für selbstständige Pflegerinnen. Allerdings ist ihre Beschäftigung mit großen rechtlichen Risiken verbunden und deshalb trotz der geringeren Kosten nicht empfehlenswert.

Pflegekraft aus Polen
1/1

Polinnen stellen die größte Gruppe der ausländischen Betreuungspersonen.

Arbeitsbedingungen nach deutschen Standards

Egal ob der Sitz des Arbeitgebers in Polen ist, die Pflegekraft darf in einem deutschen Haushalt nur im Rahmen der hier geltenden Arbeitsschutzgesetze beschäftigt werden. Mindesturlaub und Höchstarbeitszeiten sind wichtige Stichworte. Diese Regelungen dienen nicht nur dem Schutz der Arbeitnehmerinnen, sondern regulieren auch den Arbeitsmarkt. Unzumutbare Bedingungen würden dazu führen, dass die Stellen nicht mehr besetzt werden können –das wäre das Ende der ambulanten Pflege in dem Umfang, wie wir ihn heute kennen. Eine Höchstarbeitszeit von zehn Stunden täglich und 48 Stunden in einer Sechs-Tage-Woche schließen eine 24-Stunden-Pflege aber nicht aus. Tatsächlich erbringt die Pflegkraft aus Polen ja nicht rund um die Uhr Pflegeleistungen. Sie hat Ruhezeiten und Freizeit, aber da sie im Haushalt des Pflegebedürftigen wohnt, kann sie in einem Notfall vor allem nachts eingreifen, wie es auch ein Angehöriger tun würde.

Kombination aus Pflegegeld und Sachleistung

Polen als Pflegekraft übernehmen die Funktion von Haushaltshilfen mit einfachen pflegerischen Aufgaben. Zur Finanzierung kann das Pflegegeld genutzt werden, das ein Pflegebedürftiger zur freien Verfügung erhält. Verzichtet er auf einen Teil dieses Geldes, kann er den nicht verbrauchten prozentualen Anteil für Sachleistungen eines professionellen Pflegedienstes ausgeben. Diese Kombination erlaubt auch auf der Kostenseite eine geschickte Aufteilung zwischen medizinischer Behandlungspflege und der einfachen Grundpflege ganz nach dem Bedarf des Klienten.

Mehr zum Thema