Pflegepersonal aus Polen

Osteuropäisches Pflegepersonal

Pflegepersonal aus Polen ist in deutschen Haushalten besonders beliebt. „Die Polin“ steht mittlerweile als geflügeltes Wort für eine Gruppe von Arbeitskräften, die ambulante Pflege in Deutschland erst möglich machen. 200.000 Haushalte profitieren bereits heute von den Leistungen der rund 500.000 ausländischen Pflegekräfte.

Der demografische Wandel mit einer wachsenden Zahl an Hochaltrigen und Pflegebedürftigen wird diese Zahlen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich ansteigen lassen. Polinnen stellen mit etwa 20 % die größte Gruppe unter den Pflegehilfen.

Ein attraktiver Markt für beide Seiten

Pflege zu Hause

Die hohe Zahl von Arbeitsverhältnissen zeigt, dass die angebotenen Stellen für beide Vertragspartner attraktiv sind. Der deutsche Haushalt erhält eine Leistung, die er bei einem ambulanten Pflegedienst niemals bezahlen könnte. Pflegepersonal aus Polen ist selbst bei einer Vollzeitpflege für unter 2.000 Euro im Monat zu haben, während inländische examinierte Kräfte mehr als das Fünffache kosten würden. Die osteuropäische Pflegehilfe genießt, wenn sie als Arbeitnehmerin beschäftigt ist, den vollen Schutz des deutschen Arbeitsrechts. Dazu gehört nicht nur der gesetzliche Mindestlohn, sondern auch Höchstarbeitszeiten und Urlaubsanspruch.

Pflegepersonal aus Polen
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Pflegepersonal aus Polen oder anderen osteuropäischen Staaten hat in aller Regel keinen in Deutschland anerkannten Abschluss eines Pflegeberufs.

Durch Arbeitnehmer-Entsendung nach Deutschland

Die übliche Konstruktion funktioniert so, dass die Polin bei einem Unternehmen in ihrer Heimat angestellt und dort auch sozialversichert ist. Die in der EU genormte A1-Bescheinigung beweist dem deutschen Haushalt, dass alles ordnungsgemäß vonstatten geht. Zwischen dem eigentlichen Arbeitgeber der Pflegehilfe und dem deutschen Haushalt wird eine Entsendung nach Deutschland vereinbart. Beratung, Vertragsverhandlungen und konkrete Organisation übernehmen inländische Vermittlungsagenturen. Sie kennen die seriösen Partner im Ausland und bewahren Pflegebedürftige und deren Angehörige davor, auf Betrüger hereinzufallen. Die Agentur weiß auch, wie man die benötigten Leistungen vertraglich festzurrt und gibt praktische Hilfestellungen zur konkreten Abwicklung, von der Abholung der Pflege am Bahnhof bis zur Entlohnung. Andere Vertragsmodelle, zum Beispiel die Beschäftigung einer selbstständigen Hilfskraft oder die direkte Übernahme der Arbeitgeber-Funktion, sind zwar möglich, bergen aber juristische Fallstricke. Die Entsendung durch einen ausländischen Arbeitgeber hat sich als der beste Kompromiss zwischen Kosten und Rechtssicherheit erwiesen.

Leistungen in Haushaltsführung und Grundpflege

Pflegepersonal aus Polen oder anderen osteuropäischen Staaten hat in aller Regel keinen in Deutschland anerkannten Abschluss eines Pflegeberufs. Medizinische Tätigkeiten, die besonders ohne ausreichende Sprachkenntnisse Risiken bergen, sind deshalb untersagt. Der größte Teil der Arbeit, der auch die Angehörigen am meisten entlastet, besteht aber aus einer ganz normalen Versorgung des Haushalts wie Waschen, Putzen, Einkaufen und Kochen. Ergänzt wird das Tätigkeitsprogramm der Pflegehilfe durch die sogenannte Grundpflege, das sind zum Beispiel Anleitung oder Hilfe beim Aufstehen, Ankleiden, Waschen, Essen oder dem Toilettengang. Ist eine Vollzeitpflege gewünscht, wohnt die Polin im Haushalt des Pflegebedürftigen. Auf diese Weise wird aus der Pflegerin schnell ein Familienmitglied, und Sprachbarrieren sind bald vergessen.

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