Pflegepersonal aus Rumänien

Entlastung für die Angehörigen

Pflegepersonal aus Rumänien und Bulgarien hat seit 2014 einen vollständigen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Die beiden Staaten sind zwar schon 2007 im Rahmen der letzten EU-Erweiterung der Gemeinschaft beigetreten, aber aus Furcht vor Lohndumping hat die Bundesrepublik Deutschland eine siebenjährige Übergangszeit genutzt, bevor die letzten Schranken fielen. Von dem immer noch sehr unterschiedlichen Lohnniveau profitieren derzeit beide Seiten.

Ein funktionierender Arbeitsmarkt

Pflege zu Hause

Frauen und auch Männer aus Polen, Tschechien und vielen anderen EU-Ländern des Baltikums und auf dem Balkan haben schon seit 2011die Möglichkeit, in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Aufgrund unserer demografischen Entwicklung nimmt die Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen in Deutschland stetig zu. Dem stehen viel zu wenig Heimplätze und Kräfte für eine Versorgung zu Hause gegenüber. Mit den EU-Erweiterungen nach Osten hat sich ein gut funktionierender Arbeitsmarkt etabliert: Die Osteuropäerinnen schätzen die fairen Arbeitsbedingungen und die aus ihrer Sicht gute Bezahlung. Für die deutschen Auftraggeber ist häusliche Pflege kein unerschwinglicher Wunschtraum mehr, sondern ist bei Tagessätzen ab 60 Euro für eine Vollzeit-Betreuung durchaus auch für Normalverdiener erschwinglich. Bei einem festgestellten Pflegegrad gibt es zudem Leistungen aus der Pflegekasse.

Pflegepersonal aus Rumänien
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Zwar dürfen die Pflegehilfen ohne anerkannten Abschluss keine medizinischen Behandlungen durchführen – deswegen gibt es ambulante Pflegedienste.

Mindestlohn in Deutschland ist Luxus in Rumänien

Die jüngsten Mitglieder der EU sind gleichzeitig die Schlusslichter bei den Arbeitskosten. Mit durchschnittlich etwa fünf Euro pro Stunde sind sie gerade mal ein Fünftel so hoch wie im Durchschnitt. In Deutschland wird im Mittel einschließlich Lohnnebenkosten etwa das Siebenfache gezahlt, und damit sind wir nicht einmal Spitzenreiter. Der gesetzliche Mindestlohn, auf den in Deutschland auch eine ungelernte Kraft Anspruch hat, ist wesentlich höher als das Durchschnittseinkommen mit einem qualifizierten Abschluss in der Heimat. Pflegepersonal aus Rumänien und Bulgarien bleibt üblicherweise zwei bis drei Monate in Deutschland. Aus arbeitsrechtlichen Gründen wohnen sie meist in der Familie des Gepflegten, denn dann gelten die Höchstarbeitszeiten aus dem Arbeitszeitgesetz nicht. Die Pflegerinnen haben also wenig Gelegenheit, Geld in Deutschland auszugeben. Nehmen sie ihren deutschen Lohn mit in die Heimat, ermöglicht er dort ein gutes Auskommen für die Familie.

Entlastung für die Angehörigen

Zwar dürfen die Pflegehilfen ohne anerkannten Abschluss keine medizinischen Behandlungen durchführen – deswegen gibt es ambulante Pflegedienste. Aber bei der Haushaltsführung, der Beaufsichtigung und Anleitung von Senioren, sowie in der sogenannten Grundpflege sind osteuropäische Kräfte beliebt wegen ihrer fleißigen und warmherzigen Art. Angehörige können sich in der beschränkten Zeit, die Beruf und Familie ihnen lassen, auf das Wesentliche konzentrieren: das menschliche Miteinander in der letzten Lebensphase, die der Pflegebedürftige dank der Unterstützung aus Osteuropa auch dann zu Hause verbringen darf, wenn körperliche Einschränkungen und kognitive Defizite den Alltag erschweren.

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