Pflegerin

Pflegerin als Hilfskraft

Der Einsatz einer osteuropäischen Pflegerin als Hilfskraft wird durch die Reform des Pflegerechts in Deutschland erleichtert. Das Anfang 2016 in Kraft getretene Zweite Pflegestärkungsgesetz sieht seit 2017 besonders für Demenzkranke verbesserte Leistungen vor. Die dritte Stufe wird Kommunen bei der Durchführung von Modellprojekten unterstützen und einen besseren Schutz vor betrügerischen Pflegediensten realisieren.

Ohne Pflegepersonal aus Osteuropa geht es nicht

Pflege zu Hause

Bei fast zwei Millionen Menschen in ambulanter Pflege ist der deutsche Markt für Pflegedienste ein gigantisches Geschäft. Und wo viel Geld zu verteilen ist, stehen auch die schwarzen Schafe bereit, um ein Stück vom Kuchen zu ergattern. Das aber nicht den Blick dafür verstellen, dass die überwiegende Zahl der Pflegekräfte und der Unternehmen, bei denen sie angestellt sind, absolut seriös und auf dem Boden der Legalität arbeiten. Arbeitnehmerfreizügigkeit, Entsendung und Dienstleistungsfreiheit in der EU sind die juristischen Begriffe, auf denen die unterschiedlichen Vertragskonstruktionen beruhen. Und machen wir uns nichts vor: Ambulante Pflege ohne Hilfskräfte aus Polen, Tschechien, der Slowakei und anderen Ländern Osteuropas ist nicht realisierbar. Eine 24-Stunden-Betreuung durch deutsche Kräfte ist nicht unter 10.000 € im Monat zu haben. Angehörige sind nicht nur durch Hilflosigkeit und Trauer emotional überfordert, sie können eine Pflege auch zeitlich gar nicht leisten, wenn sie im Beruf stehen und die Arbeitgeber neben einer stetigen Arbeitsverdichtung auch Flexibilität und Mobilität erwarten.

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Der Einsatz einer osteuropäischen Pflegerin als Hilfskraft wird durch die Reform des Pflegerechts in Deutschland erleichtert.

Höhere Pflegegrade bei Demenz

Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz wurden die bisherigen drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade abgelöst. Kriterium für die Einstufung nach einem Punktesystem ist die Alltagskompetenz des Pflegebedürftigen. Diese bestimmt sich nicht nur nach physischen Aspekten wie Mobilität, sondern auch nach der geistigen Leistungsfähigkeit. In der Regel ist der Pflegegrad um eins höher als die bisherige Pflegestufe. Kommt aber Demenz hinzu, wird gleich um zwei Klassen hinaufgestuft. Aus Pflegestufe II wird also sofort Pflegegrad 4, was für den Pflegebedürftigen mehr Geld bedeutet. Ein Bestandsschutz sorgt dafür, dass der Besitzstand gewahrt bleibt. Die Reform kann somit nicht zu Leistungskürzungen führen.

Pflegegeld und Sachleistungen geschickt kombinieren

Aus der Pflegekasse wird entweder Pflegegeld zur freien Verfügung gezahlt oder die Kosten für Sachleistungen erstattet. Letzteres geht aber nur für die Tätigkeit von Pflegekräften mit anerkanntem Abschluss. Eine Pflegerin, die nur Hilfstätigkeiten verrichten darf, kann daraus nicht bezahlt werden. Es spricht aber nichts dagegen, Teile des Pflegegeldes für die Beschäftigung einer Pflegehilfskraft in der Seniorenbetreuung oder Hauskrankenpflege einzusetzen. Um das gesamte Bedarfsspektrum abzudecken, empfiehlt sich die im Gesetz ausdrücklich zugelassene Kombination der beiden Leistungsarten. Verzichtet der Pflegebedürftige beispielsweise auf 30 % des Pflegegeldes, kann er im Gegenzug 30 % der Sachleistungen in Anspruch nehmen. Damit bezahlt er die medizinisch geprägten Tätigkeiten eines Pflegedienstes, die eine Polin ohne entsprechendes Examen nicht verrichten dürfte, also beispielsweise Wunderversorgung, Medikamentengabe oder Injektionen.

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