Pflegerin Polen

Pflegehilfen stehen rund um die Uhr bereit

Wer die liebevolle und aufopfernde Arbeit einer Pflegerin aus Polen einmal selbst erlebt hat, kann über geschmacklose Polenwitze nur den Kopf schütteln. Pflege aus Osteuropa ist zum Rückgrat der Betreuung von Senioren und Kranken in Deutschland geworden – nicht nur in der stationären Versorgung, sondern auch im häuslichen Umfeld. Ambulante Pflegedienste und Pflegehilfen stehen dabei nicht im Wettbewerb, sondern ergänzen sich.

Behandlungspflege nur durch Spezialisten

Pflege zu Hause

Polnische, rumänische, bulgarische und andere Hilfskräfte aus Osteuropa haben meist keinen Abschluss in einem Pflegeberuf, oder der Abschluss wird in Deutschland nicht anerkannt wegen mangelhafter Sprachkenntnisse. Medizinische Behandlungspflege dürfen die Pflegehilfen deshalb nicht verrichten. Sie bleibt weiterhin die Aufgabe der ambulanten Pflegedienste, die examiniertes Fachpersonal in den pflegenden Haushalt schicken. Für das Verabreichen von Medikamenten oder das Messen von Blutwerten ist eine sichere Verständigung mit dem Patienten ebenso unabdingbar wie profunde Fachkenntnisse. Allerdings ist diese Art der Pflege auch teuer. Sie wird deshalb entweder über Fallpauschalen oder nach Minuten abgerechnet – eine halbe Stunde, vielleicht nur jeden zweiten Tag, muss reichen.

Pflegerin aus Polen
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Viele hunderttausend deutsche Haushalte profitieren bereits von der Pflege aus Osteuropa.

Pflegehilfen stehen bei Bedarf rund um die Uhr bereit

Die Tätigkeit der Hilfskräfte zielt dagegen in eine völlig andere Richtung. Sie sollen den Haushalt versorgen und dabei, soweit erforderlich, den Senior beaufsichtigen, anleiten und unterstützen. Osteuropäerinnen arbeiten in Deutschland auf Mindestlohn-Niveau, weil das Geld in ihrer Heimat eine viel höhere Kaufkraft hat und die Arbeit zu diesen Konditionen deshalb für sie attraktiv ist. Für den deutschen Haushalt bedeutet das ausreichend Zeit zu Tagessätzen ab etwa 60 Euro. Im Rahmen der gesetzlichen Höchstarbeitszeiten lassen sich die eigentliche Tätigkeit, Bereitschaftszeiten und Ruhephase elegant abwechseln, so dass der Betreute nie ohne Aufsicht ist und die Pflegerin selbst zur Nachtzeit bei Bedarf helfend eingreifen kann. Vielfach wird die Pflege so geregelt, dass die Pflegerin aus Polen im Haushalt des Klienten wohnt. Das erleichtert die Organisation von Bereitschaftszeiten und bedeutet gleichzeitig eine Ausnahme von den strengen Arbeitszeit-Regeln in Deutschland, die bei häuslicher Gemeinschaft nicht eingehalten werden müssen.

Ein funktionierender Arbeitsmarkt

Viele hunderttausend deutsche Haushalte profitieren bereits von der Pflege aus Osteuropa. Offenbar stimmen die Konditionen für beide Seiten. Sonst würden nicht so viele Frauen vom Balkan oder aus den baltischen Staaten ihre Heimat für mehrere Monate verlassen, um in Deutschland zu arbeiten. Am Zustandekommen der Arbeitsverträge sind nicht nur Dienstleister in den Heimatländern der Pflegerinnen beteiligt, sondern auch Vermittlungsagenturen in Deutschland. Sie beraten über den Umfang der einzukaufenden Dienstleistung, empfehlen zuverlässige Pflegedienste im Ausland und helfen bei Vertragsgestaltung und praktischer Abwicklung. Das gängige Modell, die Entsendung der ausländischen Arbeitnehmerinnen nach Deutschland, ist innerhalb der EU legal, rechtssicher und verwaltungsmäßig völlig unbürokratisch. Der Dienstleister in der osteuropäischen Heimat übernimmt alle Arbeitgeberpflichten, und wegen des Arbeitnehmer-Status bestehen auch keine Abgrenzungsprobleme zu einer möglichen Scheinselbstständigkeit.

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