Pflegetage Angehörige

Krankenpflegetage Angehörige

Der RÜGENER PFLEGETAG zum Parkhotel Rügen. von Verwandten zu Hause. Inwiefern kann die Technologie Pflegepersonal und Angehörige helfen? - Mensch-Technologie-Interaktion


24 Stunden Pflege

"Teamwork - interdisziplinäre Betreuung" war das Thema des heurigen Pflegetages, der vom 16. bis 18. Mai 2018 in Berlin war. Über achttausend Fachleute, Entscheidungsträger und Vervielfacher aus den Bereichen Gesundheit spolitik, Unternehmen, Versorgung und Soziales kamen zu einem regen Austausch zusammen. Auf dem BMBF-Stand konnten die Messebesucher erfahren, welche innovative Technik uns im Betreuungsalltag von morgen begleitet.

Ein diskretes Messgerät unter der Liegefläche mißt die Unruhe, Einschlaftiefe und Beweglichkeit des Patienten unmerklich und schickt die gemessenen Daten lautlos an einen dezentralisierten Bildschirm des Pflegestellen. Ein weiteres Highlight am Messestand war der Ausstellungsraum des Pflegeinnovationszentrum (PIZ) im OFFIS-Informatikzentrum in Oldenburg, in den die Messebesucher mit Virtual-Reality-Brillen tauchen konnten.

Die PIZ macht seit 2017 den Umgang mit neuen Techniken in der Krankenpflege zum Alltag. Ein echtes simuliertes Appartement, eine Klinikabteilung und ein Pflegedienstzentrum stehen Spezialisten, Verwandten und Pflegebedürftigen als authentisches Testlabor für die Integration von Technologie in den pflegerischen Alltag zur Verfügung. Im BMBF-Cluster "Zukunft der Pflege" erprobt und entwickelt das PIZ seit Beginn des Jahres 2018 zusammen mit den neuen Pflegepraxen in Freiburg, Nürnberg, Berlin und Hannover innovative Pflegetechniken.

Auch Iris Meyenburg-Altwarg, Leiterin der Krankenpflege an der MHH, hat in ihrem Keynote-Vortrag auf dem BMBF-Workshop zum Themenkomplex "Pflegende Angehörige - Gestaltung der Rahmenbedingungen" gezeigt, wie Technologie die Pflegezukunft nachhaltig prägen kann. Sie erörterte mit rund 60 geladenen Personen, wie es möglich ist, Neuerungen flächendeckend zu transportieren und den Betroffenen und Betreuern zur Verfügung zu stellen.

Neben Mitarbeitenden aus Pflegeverbänden, Kassen und Wissenschaft nahmen auch Angehörige teil, die ihre eigenen Erlebnisse aus dem pflegerischen Alltag in die Gesprächsrunde einbringen. Während der Gesprächsrunde ergab sich ein Einvernehmen unter den Beteiligten, das gut zum Thema des Jahrestages der Pflege in Deutschland passte: Denn nach dem allgemeinen Verständnis geht es bei der Zusammenarbeit auch um das Zusammenspiel von Mensch und Technologie.

Die Pflegetechnologien müssen den Anforderungen der Anwender gerecht werden und leicht zu erlernen sein. Diese sollen pflegebedürftige Menschen betreuen, professionelles Pflegepersonal und pflegebedürftige Angehörige erleichtern und die Versorgungssituation im Ambulanz- und Stationärbereich verbessern. Doch: Die Technologie soll die Versorgung fördern - nicht beherrschen. Der alltägliche Einsatz von modernen Techniken in der Krankenpflege ist bisher eher mäßig.

Zu den Gründen gehören unter anderem Bedenken, wie eine schwierige Technologieanwendung oder die Einsparungsfrage. Zudem fehlen Kenntnisse über die Wirkungen der Technologie auf Pflegeprozesse und Beteiligte sowie über die institutionelle Rahmenbedingung, zum Beispiel in der Pflege. "Nicht nur die Technologie ist für uns von Vorteil, sondern auch die ethisch sinnvolle Anwendung", sagt Iris Meyenburg-Altwarg.

Beschränkt der Einsatz von Technologie die wichtigen gesellschaftlichen Beziehungen zwischen Pflegepersonal und betreuungsbedürftigen Patienten? "Wenn wir die Technologie in der Krankenpflege durchsetzen wollen, müssen wir uns mit gesellschaftlichen, juristischen und moralischen Fragestellungen auseinandersetzen", sagt Michael Pflügner vom PPZ in Nürnberg. Damit auch hier die passenden Lösungen gefunden werden, bÃ??ndelt das Cluster Krankenpflege die Kompetenz der verschiedenen Fachdisziplinen und bezieht sowohl pflegebedÃ?rftige Patienten und PflegefachkrÃ?fte als auch industrielle Partner in die ErschlieÃ?ung neuer Techniken ein.

Ankündigung "Zukunft der Pflege" BMBF-Pressemitteilung vom 01.06.2017 "Erleichterung der Versorgung von Verwandten und Patienten".

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