Polnische Pflegehilfe

Entlastung für Angehörige

Eine polnische Pflegehilfe ersetzt keinen ambulanten Pflegedienst, wenn es um medizinisch geprägte Versorgung von Kranken oder Senioren geht. Das ist aber auch gar nicht der Anspruch der Hilfskräfte, die seit dem EU-Beitritt zahlreicher osteuropäischer Staaten und dem Wegfall der Beschränkungen des deutschen Arbeitsmarktes bei uns Arbeit suchen und auch finden. In mehreren hunderttausend Haushalten entlasten sie Angehörige bei der Haushaltsführung, der Betreuung, Beaufsichtigung und Anleitung älterer Menschen, und wenn nötig auch bei der Grundpflege.

Behandlungspflege nur durch Fachleute

Pflege zu Hause

Die medizinische Behandlungspflege ist und bleibt examinierten Fachkräften vorbehalten. Das ist auch gut so, denn Kompromisse zu Lasten der Gesundheit wäre Sparen am falschen Ende. Ambulante Pflegedienste setzen zwar auch ausländisches Personal ein, aber nur, wenn sie einen Abschluss in einem Pflegeberuf vorweisen können und die deutschen Sprachkenntnisse so gut sind, dass eine sichere Verständigung mit dem Patienten möglich ist. Nur unter diesen Voraussetzungen sind Wundversorgung, Verbandswechsel, Dekubitus-Vorsorge, Verabreichen von Medikamenten, Infusionen, Injektionen und Messen von Blutwerten erlaubt.

Polnische Pflegehilfe
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Eine polnische Pflegehilfe ersetzt keinen ambulanten Pflegedienst, wenn es um medizinisch geprägte Versorgung von Kranken oder Senioren geht.

Grundpflege braucht Zeit

Die Behandlungspflege braucht Perfektion, ist aber in vergleichsweise kurzer Zeit erledigt. Pflegedienste kommen deshalb nur stundenweise ins Haus. Ihre Leistungen werden nach Minuten vergütet. Ganz anders die Grundpflege: Wenn im Alter die alltäglichen Verrichtungen nicht mehr so leicht von der Hand gehen, ist ausreichend Zeit für die Pflege gefragt. Aufstehen, Körperpflege und Ankleiden sollten für einen erfolgreichen Start in den Tag ohne Hetze vonstatten gehen. Genussvolles Essen dauert etwas länger, ebenso die Bewegung innerhalb und auch außerhalb der Wohnung, zum Beispiel zu einem Arztbesuch. Zwischendurch sollte Raum bleiben für ein freundliches Wort oder, wenn Sprachbarrieren das nicht zulassen, zumindest eine aufmunternde Berührung. Je nach verbliebener Alltagskompetenz, körperlichen Einschränkungen und kognitiven Beeinträchtigungen, muss man mit drei bis sechs Stunden täglich für die Grundpflege rechnen – werktags und an Wochenenden. Die gewöhnliche Haushaltsführung, die auch ohne Pflegebedürftigkeit anfällt, kommt hinzu.

Entlastung für Angehörige

Eine polnische Pflegehilfe ist selbst bei Vollzeitbetreuung schon ab 2.000 Euro im Monat anzustellen. Die Angehörigen, die neben ihren eigenen Verpflichtungen sicher nicht in der Lage sein werden, sieben Wochentage und 24 Stunden am Tag in die Altenpflege zu investieren, erfahren zu einem günstigen Preis wertvolle Entlastung. Die gewonnene Freizeit kommt dem wichtigen sozialen Kontakt zu dem Familienmitglied in seiner dritten Lebensphase zugute. Gemeinsam verbrachte Freizeit wird nicht vom unerfreulichen Pflege-Alltag belastet. Um es drastisch zu sagen: Auch dem Gepflegten fällt ein ungezwungenes Verhältnis leichter, wenn die Begleitung zum Toilettengang von einer bezahlten Kraft übernommen wird. Gefühle einer moralischen Schuld, die nicht zurückgezahlt werden kann, kommen dann gar nicht erst auf.

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