Polnische Pflegekräfte Vermittlung

Vermittlung von polnischen Pflegekräften

Osteuropäische, vor allem polnische Pflegekräfte sind durch Vermittlung spezialisierter Pflegeagenturen bereits in rund 200.000 deutschen Haushalten mit der Betreuung alter und kranker Menschen beschäftigt. Das Arbeitsmodell per Entsendung durch einen ausländischen Arbeitgeber ist eine Erfolgsstory auf beiden Seiten: Häusliche Pflege wird bezahlbar, und die Pflegehilfen bekommen einen attraktiven Arbeitsplatz nach deutschen Sozialstandards. Damit die Vertragsabwicklung zwischen ausländischem Unternehmen und Auftraggeber im Inland problemlos klappt, sind Vermittler mit guten Branchenkenntnissen vor Ort.

Risiko Scheinselbstständigkeit

Pflege zu Hause

Grundsätzlich braucht es für die Beschäftigung polnischer Pflegekräfte keine Vermittlung, ja nicht einmal einen Arbeitgeber in Polen. Das europäische Recht kennt den Grundsatz der Dienstleistungsfreiheit. Eine selbstständige Pflegehilfe kann ihre Leistungen also in der gesamten EU anbieten. Sie wird dann allerdings auf Basis eines Dienstleistungsvertrags tätig, für den Arbeitsrecht nicht gilt. Der Auftraggeber darf ihr deshalb keine Weisungen erteilen. Tut er es doch, liegt der Verdacht der Scheinselbstständigkeit nahe. Die Abgrenzung ist schwammig, deshalb sind langwierige juristische Auseinandersetzungen vorprogrammiert. Am Ende können teure Nachzahlungen von Sozialbeiträgen stehen, sogar strafrechtliche Konsequenzen sind möglich. Trotz der geringeren Kosten ist von dieser Vertragsgestaltung eher abzuraten.

Polnische Pflegekräfte: Vermittlung
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Der beste Kompromiss in Sachen Rechtssicherheit und Kosten ist die Entsendung von Arbeitnehmern nach Deutschland durch ihren Arbeitgeber im Heimatland.

Umfangreiche Verpflichtungen des Arbeitgebers

Eine andere durch Europarecht gedeckte Möglichkeit ist, dass der Pflegebedürftige oder seine Angehörigen selbst als Arbeitgeber auftreten. Die Arbeitnehmer-Freizügigkeit erlaubt die Arbeit in einem anderen EU-Land. Vorteil dieser Alternative ist das direkte Weisungsrecht ohne Zwischenschaltung anderer Vertragspartner. Allerdings übernimmt der Haushalt alle Pflichten eines Arbeitgebers, muss also zum Beispiel den Nachweis über die Zahlung des Mindestlohns erbringen, Arbeitszeiten dokumentieren, Steuern und Sozialbeiträge abführen und für den vorschriftsmäßigen Arbeitsschutz sorgen. Die Arbeitgeber-Eigenschaft ist nicht nur komplex, sondern auch teuer, weil in Deutschland hohe Lohnnebenkosten anfallen. Der einzige Vorteil des direkten Weisungsrechts wiegt die juristischen Fußangeln und die höheren Kosten nicht auf.

Auslandseinsatz durch Arbeitnehmer-Entsendung

Der beste Kompromiss in Sachen Rechtssicherheit und Kosten ist die Entsendung von Arbeitnehmern nach Deutschland durch ihren Arbeitgeber im Heimatland. Zwischen Haushalt und Arbeitgeber besteht ein Dienstleistungsverhältnis, zwischen Arbeitgeber und Pflegekraft dagegen ein Arbeitsvertrag. Da die abhängige Beschäftigung auf ausländischem Recht basiert, wird die Pflegehilfe in ihrer Heimat sozialversichert. Der Arbeitgeber übermittelt dem Auftraggeber dazu die sogenannte A1-Bescheinigung, dann ist eine Anmeldung in Deutschland nicht mehr erforderlich. Die Vermittlung durch Pflegeagenturen vor Ort umfasst die Beratung über den erforderlichen Pflegeumfang, die Auswahl zuverlässiger Partner im Ausland, die Formulierung der Vertragsinhalte und die praktische Organisation. Polnische Pflegekräfte, die durch Vermittlung einer Agentur eingesetzt sind, sind für Tagessätze ab ca. 60 Euro zu bekommen. Vermittlungsgebühren sind in diese Sätze bereits einkalkuliert, werden also meist nicht separat ausgewiesen.

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