Polnische Pflegekraft Legal Beschäftigen

Ausländische Haushalts- und Pflegehilfen in Deutschland

Mehrere hunderttausend ausländische Haushalts- und Pflegehilfen arbeiten in Deutschland – eine polnische Pflegekraft legal zu beschäftigen, ist weder rechtlich schwierig noch unnötig bürokratisch. Der Arbeitsmarkt für Hilfskräfte funktioniert gut, weil er für beide Seiten attraktiv ist. Für deutsche Verhältnisse ist das Gehaltsniveau niedrig, aus Sicht der Osteuropäerinnen sind die Arbeitsbedingungen in Deutschland gut. Sind sie als Arbeitnehmerinnen beschäftigt, gelten deutsche Sozialstandards wie Mindestlohn, Urlaubsanspruch und je nach Ausgestaltung der Pflege auch Höchstarbeitszeiten.

Polinnen dürfen seit 2011 bei uns arbeiten

Pflege zu Hause

Polen ist zwar schon seit der fünften und bislang größten Erweiterung der Europäischen Union im Mai 2004 EU-Mitglied. Deutschland machte aber von einer Sonderregelung Gebrauch, nach der sich der Arbeitsmarkt erst nach einer siebenjährigen Übergangsfrist vollständig für Bürger aus den neuen östlichen EU-Staaten öffnete. Mittlerweile gelten zwischen Deutschland und Polen nicht nur Dienstleistungsfreiheit, sondern auch die Möglichkeit zur Entsendung von Arbeitskräften durch einen polnischen Arbeitgeber sowie ganz allgemein die Arbeitnehmer-Freizügigkeit. Darunter versteht man das Recht eines EU-Bürgers, in einem beliebigen anderen Land der Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten.

Polnische Pflegekraft legal beschäftigen
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Auf Nummer Sicher geht, wer osteuropäische Haushalts- und Pflegehilfen auf der Grundlage eines Arbeitsvertrags anstellt.

Selbstständige Pflegekräfte als billigste Lösung

Da Selbstständige auf Basis eines Dienstleistungsvertrags arbeiten und kein Arbeitnehmerschutz gilt, ist das die billigste Möglichkeit, eine polnische Pflegekraft legal zu beschäftigen. Allerdings besteht das Risiko, dass Behörden oder Sozialversicherungsträger die Tätigkeit als abhängige Beschäftigung einstufen. Dann liegt eine Scheinselbstständigkeit vor. Sogar die Pflegerin selbst könnte auf entgangenen Mindestlohn klagen. Der Auftraggeber macht sich zudem strafbar, wenn er vorsätzlich der Sozialversicherung Beiträge vorenthält. Ist eine selbstständige Pflegekraft aus Osteuropa im Haushalt beschäftigt, kostet das für eine Vollzeit-Betreuung rund 1.700 Euro pro Monat. Wichtig ist, dass der Pflegerin keinerlei Weisungen erteilt werden dürfen, wie und wann sie ihre Arbeit zu verrichten hat. Natürlich wird der Rahmen im Dienstleistungsvertrag abgesteckt, aber mehr geht nicht. Weisungsgebundenheit ist nämlich gerade das wesentliche Merkmal einer abhängigen Arbeit.

Arbeitnehmereigenschaft ist rechtssicher und fair

Auf Nummer Sicher geht, wer osteuropäische Haushalts- und Pflegehilfen auf der Grundlage eines Arbeitsvertrags anstellt. Allerdings übernimmt der Arbeitgeber eine Menge formaler Pflichten, angefangen bei der Beantragung einer Betriebsnummer bis hin zum Abführen von Steuern und Versicherungsbeiträgen. Zwei Lösungsmöglichkeiten gibt es dafür: Entweder beauftragt der Haushalt des Pflegebedürftigen einen Dienstleister, der zum Beispiel die Lohnabrechnung übernimmt. Viele Pflegeagenturen, die die Kräfte auch vermitteln, bieten diesen Service gegen separate Vergütung. Oder die Pflegerinnen sind bei einem Arbeitgeber in ihrer Heimat angestellt und werden nach Deutschland entsendet. Das ist einfacher und zugleich etwas billiger als die direkte Beschäftigung. Mit rund 2.000 Euro im Monat muss man rechnen für eine 24-Stunden-Betreuung. Um dem Arbeitszeitgesetz zu genügen, wohnt die Pflegerin im Haushalt des Gepflegten. Das garantiert eine Betreuung mit persönlicher Nähe, verursacht aber auch weitere Nebenkosten für Unterbringung und Verpflegung.

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